Kazuki Shimada ist ein wichtiger Nebencharakter aus *Koe no Katachi* und war in der Grundschule enger Freund sowie Mitschüler von Shouya Ishida. Zunächst beteiligte er sich an den Mobbinghandlungen gegen Shouko Nishimiya, entwickelte jedoch im Verlauf der Geschichte widersprüchliche Gefühle gegenüber Shouya. Aufgrund seines familiären Umfelds sehnte er sich nach der Unbeschwertheit und Freiheit, die Shouya ausstrahlte. Nach einem Bruch zwischen den beiden, bei dem er sich gegen Shouya stellte, wurde er in späteren Jahren zu einer rätselhaften Figur, deren Motive und Gefühle sich erst im Nachhinein durch Zusatzmaterialien erschlossen. Seine Entwicklung zeigt eine komplexe Mischung aus Schuld, Verdrängung und anhaltender Zuneigung.
Es liegen im Originaltext keine spezifischen Angaben vor.
Kazuki Shimada wuchs in einer wohlhabenden, aber streng kontrollierten Familie auf. Dies führte zu innerem Druck, sodass er das ungezwungene, rebellische Verhalten von Shouya Ishida als befreiend empfand und dessen Freundschaft suchte. Trotz seiner Beteiligung an Mobbing zeigte er die Fähigkeit zu kritischer Selbstreflexion und tadelte das Fehlverhalten gelegentlich, wobei er sich geschickt in der Klasse behaupten konnte. Seine Handlungen waren teils von Unsicherheit und einem Wunsch nach Selbstschutz geprägt, aber auch von tiefliegenden, widersprüchlichen Gefühlen gegenüber Shouya, die zwischen Bewunderung, Freundschaft und Verdrängung schwankten.
Seine typische Redensart ist ein kurzes „Fu“, das oft als lautmalerisches Element außerhalb der Sprechblasen erscheint.
Kazuki Shimada lernte bereits in der Grundschule Shouya Ishida kennen und entwickelte eine enge Freundschaft, die von gemeinsamen Erlebnissen geprägt war. Häufig verbrachte er Zeit mit Shouya und Keisuke Hirose, besonders zu Hause bei Shouya oder bei Mutproben am Fluss. Der steigende Druck von Seiten seiner Eltern und die Konzentration auf schulische Leistungen sorgten jedoch dafür, dass er sich zunehmend von diesen Aktivitäten und Freunden distanzierte.
Das Mobbing gegen Shouko Nishimiya prägte sein Verhältnis zu Shouya entscheidend. Nachdem er sich gegen Shouya stellte, trug er maßgeblich dazu bei, dass dieser zum Außenseiter wurde und sich weiter isolierte.
Kazuki Shimada wurde in der Kindheit von seiner Mutter gezwungen, Klavier zu spielen. Im Schulchor übernahm er die Rolle des Klavierbegleiters. Er interessierte sich schon früh für Musik und übernahm im späteren Verlauf bei Tomohiro Nagatsukas Filmprojekt die musikalische Ausgestaltung. Nach dem Abschluss der Highschool reiste er zur weiteren musikalischen Ausbildung nach Frankreich.
- Shouya Ishida: In der Grundschule einer seiner besten Freunde, später durch Distanz, Verrat und Schuldgefühle geprägt. Die Beziehung bleibt von ungelösten Konflikten, unterdrückten Gefühlen und nie ausgesprochenen Wahrheiten bestimmt.
- Keisuke Hirose: Häufiger Begleiter in der Freundesgruppe, teilte viele jugendliche Erlebnisse mit Shimada und Shouya.
- Naoka Ueno: Blieb auch nach der Grundschule in Kontakt, vermittelte das spätere Wiedersehen zwischen Shimada und Shouya im Freizeitpark.
- Andere Klassenkameraden: Die Dynamik im Klassenverband war geprägt durch Gruppenzwang und die Suche nach Zugehörigkeit, die letztlich zur sozialen Ausgrenzung Shouyas führte.
- „Fu“ – sein charakteristischer Ausruf.
- „Hör auf damit, es ist peinlich.“ – in Bezug auf übertriebenes Verhalten.
- „Freu dich nicht darüber, von jemandem wie mir anerkannt zu werden.“ – in einem Schlüsselmoment gegenüber Shouya.
Freundschaft und Gruppenzwang in der Grundschule
Nach der Klassenzusammenlegung freundete sich Kazuki Shimada mit Shouya Ishida und Keisuke Hirose an. Gemeinsam suchten sie nach Abwechslung im Alltag, etwa durch Mutproben am Fluss. Die strenge häusliche Erziehung brachte Shimada dazu, sich zu Shouyas rebellischer Haltung hingezogen zu fühlen, sodass er dessen Aktionen zunächst aufrichtig genoss.
Mobbing gegen Shouko Nishimiya
Mit dem Auftauchen von Shouko Nishimiya entwickelte sich im Klassenverband ein Mobbingklima. Anfangs machte auch Shimada mit, allerdings begann er das Verhalten von Shouya später zu hinterfragen. Nach dem Vorfall mit Shoukos zerstörten Hörgeräten und dem „Gericht“ in der Klasse, während dem Shouya Mitschuldige nannte, sank Shimadas Sympathie. Er wandte sich voller Enttäuschung ab, übernahm die Anführerrolle im Mobbing gegen Shouya und warf diesem vor, die Verantwortung nicht alleine zu übernehmen.
Schulwechsel, Isolation und Trauma
Auch im Anschluss an die Grundschulzeit setzte er das Ausgrenzen und die Verbreitung von Gerüchten über Shouya fort, was zu dessen sozialer Isolation und menschlicher Entfremdung beitrug. Für Shouya wurde Shimada zu einer der Personen, an die er sich am wenigsten erinnern wollte.
Wiederbegegnung in der Oberstufe
Es vergingen Jahre ohne Kontakt, bis Shimada im Freizeitpark als Verkäufer auf Shouya traf, vermittelt durch Naoka Ueno. Trotz des überraschenden Wiedersehens kam es zu keinem echten Gespräch zwischen den beiden und Shimada ignorierte Shouya, was die Situation für alle Beteiligten eher unangenehm machte.
Das Sommerfest und die Rettungsaktion
Während des Sommerfestes begleitete er zusammen mit Hirose Shouya und Shouko. Als Shouya nach einem Sturz ins Wasser fiel, nachdem er Shouko von einem Suizidversuch abhalten wollte, beteiligte sich Shimada an der Rettung. Allerdings verbot er ausdrücklich, dieses Engagement an Shouya weiterzugeben – ein Zeichen für seine innere Unsicherheit und Scham angesichts vergangener Taten.
Musik, Film und Abschied
Trotz innerer Widerstände und der Option, sich zurückzuhalten, übernahm Shimada auf Vorschlag von Ueno und Nagatsuka die musikalische Gestaltung für deren Filmprojekt. Nach dem Schulabschluss entschied er sich, sein Studium der Musik in Frankreich fortzusetzen, und brach damit endgültig auf in ein neues Leben – die Beziehung zu Shouya blieb formal ungelöst.
- Als Kind übernahm Shimada oft Aufgaben wie das Tragen der Aufsichtsfahne für jüngere Schüler auf dem Schulweg.
- Sein klavierkünstlerisches Talent wurde durch den Einfluss seiner Mutter früh gefördert, auch wenn es ursprünglich mehr Zwang als Leidenschaft war.
- Auch wenn er sich äußerlich gleichgültig gibt, bezeugen viele Indizien, dass er Shouya verfolgt oder im Blick behält, etwa beim Sommerfest, als er scheinbar auf Shouya wartete, während dieser im Hochhaus war.
Nach Abschluss der Haupthandlung bleibt offen, ob Shimada und Shouya je ein klärendes Gespräch führten oder die Vergangenheit verarbeiten konnten. In späteren Zusatzmaterialien und im offiziellen Fanbuch bestätigt die Autorin, dass Shimadas zunehmend ablehnendes Verhalten gegenüber Shouya weniger aus Hass, sondern vielmehr aus dem verzweifelten Versuch entstand, emotionale Bindungen zu verdrängen und sich selbst zu schützen. Sein Verhalten war Ausdruck von innerem Konflikt und unterdrücktem Bedauern darüber, wie er mit seiner ehemaligen Freundschaft umging.
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