Hannes ist eine fiktive Figur aus Attack on Titan, ein großgewachsener, trinkfreudiger Soldat des Garnisonsregiments, der später zum Kommandanten der Garnison im Bezirk Trost aufsteigt und eine enge, fast väterliche Beziehung zu Eren Yeager und dessen Freunden hat.
Name: Hannes
Geschlecht: Männlich
Geburtstag: 18. Januar
Größe: 190 cm
Gewicht: 88 kg
Zugehörigkeit: Garnisonsregiment, Kommandant der Garnison im Bezirk Trost
Ehemaliger Einsatzort: Bezirk Shiganshina, südliche Seite von Mauer Maria
Synchronsprecher (Anime):
– Staffel 1: Keiji Fujiwara
– ab Staffel 2: Kenjirō Tsuda (Übernahme nach der krankheitsbedingten Pause Fujiwaras, Tsuda bleibt auch nach Fujiwaras Rückkehr und dessen späterem Tod die Stimme von Hannes)
Bühnendarsteller:
– Theaterfassung 2017: Hiroaki Harumoto
– Theaterfassung 2023: Mitsuru Murata
Hannes ist ein großgewachsener, schlanker Mann mittleren Alters mit kurzen blonden Haaren und einem ungepflegten Bart.
Er wirkt oft lässig und unernst, ist aber tief in seinem Inneren von Loyalität und Schuldgefühlen getrieben.
Er gehört zum Garnisonsregiment und war zunächst im Bezirk Shiganshina stationiert.
Sein Leben ändert sich grundlegend, als die Mauer Maria fällt und er Carla Yeager nicht retten kann.
Er verdankt Grisha Yeager das Leben seiner Frau, die Grisha einst von einer schweren Seuche heilte.
Aus dieser Dankbarkeit entsteht ein starkes Vertrauen zu Grisha und ein herzlicher, fast familiärer Umgang mit Eren Yeager, Mikasa Ackerman und Armin Arlert.
Hannes ist zu Beginn alles andere als ein Idealbild eines Soldaten.
Während der Friedenszeit sitzt er im Dienst mit Kameraden herum, trinkt Alkohol und nimmt seine Aufgaben kaum ernst.
Seine Einstellung ist: Solange die Bürger ihn und seine Kameraden verspotten können, herrscht Frieden, und das sei letztlich das Wichtigste.
Aus Sicht vieler – besonders aus Sicht des jungen Eren Yeager – wirkt er daher feige, bequem und verantwortungslos.
Nach dem Fall von Mauer Maria wird Hannes jedoch von Schuldgefühlen und Scham angetrieben.
Er gibt offen zu, dass ihm in dem entscheidenden Moment der Mut fehlte und dass er damals weder als Soldat noch als Mensch Eren und Carla gerecht wurde.
Im Laufe der Jahre entwickelt er sich zu einem gewissenhaften, verlässlichen Offizier, der Eren, Mikasa und Armin wie ein Ersatzvater beobachtet und unterstützt.
Gleichzeitig sehnt er sich nach der unscheinbaren, friedlichen Zeit in Shiganshina zurück und sagt später, er wäre lieber wieder der „nutzlose, saufende Soldat von damals“ als der Mann, zu dem ihn der Krieg gemacht hat.
Die Beziehung zu Grisha Yeager basiert auf einem konkreten Erlebnis: Grisha rettete einst Hannes’ Frau vor einer tödlichen Seuche.
Seitdem respektiert und vertraut Hannes Grisha zutiefst und betrachtet es als seine Pflicht, diese Schuld irgendwann zu begleichen.
Über Grisha lernt er Eren Yeager kennen und baut eine enge Bindung zu ihm, Mikasa Ackerman und Armin Arlert auf.
Er kümmert sich um die Kinder, redet locker mit ihnen und wird ein vertrauter Erwachsener in ihrem Alltag.
Nach Carlas Tod verfolgt ihn besonders das Gefühl, Eren im Stich gelassen zu haben.
Dadurch betrachtet er sich selbst als eine Art Ersatzvater, der nun wenigstens Eren und die anderen Kinder beschützen und unterstützen will.
Fall von Mauer Maria und Angriff auf Shiganshina (Jahr 845)
Zu Beginn der Geschichte ist Hannes im Bezirk Shiganshina stationiert, wo er eine ruhige, fast langweilige Routine genießt.
Als der Kolossale Titan plötzlich erscheint und Mauer Maria durchbricht, endet diese vermeintliche Sicherheit schlagartig.
Armin Arlert alarmiert Hannes, dass in Shiganshina Chaos herrscht und die Titanen in den Bezirk eindringen.
Hannes reagiert sofort, rüstet sich mit dem 3D-Manövergerät aus und eilt als einer der ersten zur Familie Yeager.
Als er das Haus der Yeagers erreicht, findet er Carla Yeager unter Trümmern begraben, bewegungsunfähig und ohne Chance, sich selbst zu befreien.
Eren Yeager und Mikasa Ackerman weigern sich, ihre Mutter zurückzulassen, obwohl bereits ein Titan auf das Haus zuschreitet.
Carla fordert Hannes mit eindringlichen Worten auf, die Kinder mitzunehmen und sie in Sicherheit zu bringen, selbst wenn sie dafür zurückgelassen werden muss.
Hannes, fest entschlossen, Grishas Schuld zu begleichen, schwört zunächst, den Titan zu töten und alle drei zu retten.
Doch als er dem Titanen gegenübersteht, erkennt er seine tatsächliche Stärke und spürt eine überwältigende Angst.
Er begreift, dass er den Titanen mit seinen Fähigkeiten nicht besiegen kann und dass ein Angriff seinen Tod – und damit den Tod der Kinder – bedeuten würde.
In einem schweren inneren Konflikt entscheidet Hannes sich, Carla zurückzulassen und stattdessen Eren und Mikasa zu packen und vom Schauplatz zu fliehen.
Er trägt sie in Richtung Evakuierungspunkte, während Carla kurz darauf vor Erens Augen von dem Titanen gefressen wird.
Später, in vermeintlicher Sicherheit, macht Eren ihm heftige Vorwürfe, weil er seine Mutter „im Stich gelassen“ habe.
Hannes erklärt Eren, dass die Rettung der Kinder in dieser Lage das Beste war, was er tun konnte, und entschuldigt sich weinend für seinen Mangel an Mut.
Dieses traumatische Erlebnis markiert den Wendepunkt in seinem Leben.
Von nun an will Hannes ein Soldat sein, der der Verantwortung und den Erwartungen gerecht wird.
Aufstieg zum Kommandanten der Garnison im Bezirk Trost
Fünf Jahre nach dem Fall der Mauer Maria dient Hannes im Bezirk Trost.
Seine frühere Nachlässigkeit hat sich in Pflichtbewusstsein verwandelt, und er arbeitet als engagierter Garnisonssoldat.
Sein Einsatz und seine Erfahrung führen dazu, dass er zum Kommandanten der Garnison im Bezirk Trost aufsteigt.
Er kommandiert unter anderem Soldaten wie Phil und wird von seinen Untergebenen respektiert.
Zu diesem Zeitpunkt sind Eren Yeager, Mikasa Ackerman und Armin Arlert als neue Rekruten in den Streitkräften.
Auch wenn er nun ihr Vorgesetzter ist, bleibt das Verhältnis locker und vertraut; man merkt, dass sie sich schon seit ihrer Kindheit kennen.
Hannes spricht mit ihnen nicht nur als Offizier, sondern auch als jemand, der ihre Verluste, ihre Ängste und Hoffnungen kennt.
Er versucht, sie zu unterstützen und ihnen Mut zu machen, wann immer es nötig ist.
Teilnahme an der Verfolgung von Reiner Braun und der Entführung Erens
Als Eren Yeager von Reiner Braun, der sich als „Gepanzerter Titan“ entpuppt, und dessen Verbündeten entführt wird, ist Hannes direkt von den emotionalen Folgen betroffen.
Mikasa Ackerman und Armin Arlert sind am Boden zerstört, verzweifelt und kurz davor, den Glauben an ihre Erfolgschancen zu verlieren.
Hannes tröstet und motiviert die beiden, erinnert sie daran, wie wichtig Eren für sie ist und dass sie ihn nicht aufgeben dürfen.
Er verleiht ihnen neue Entschlossenheit und schließt sich der Mission zur Rückeroberung Erens an.
Während der Verfolgung von Reiner Braun und den anderen fliehenden Titanenkräften schwört Hannes sich selbst, Eren diesmal um jeden Preis zu retten.
Er möchte seine Vergangenheit wiedergutmachen und sein Versagen von Shiganshina auslöschen.
Konfrontation mit dem Titan, der Carla Yeager fraß
Bei der Rückeroberungsaktion trifft Hannes erneut auf jenen Titan, der Carla Yeager vor fünf Jahren gefressen hat.
Eren und Mikasa sind nach einem Angriff des Gepanzerten Titanen schwer angeschlagen und nicht kampffähig.
Der Titan nähert sich den beiden, und die Situation wirkt wie eine Wiederholung der Tragödie von Shiganshina.
Doch diesmal weicht Hannes nicht zurück.
Er stellt sich entschlossen zwischen den Titan und die beiden Jugendlichen.
Sein Auftreten zeigt keinerlei Spur der Angst, die ihn damals gelähmt hatte.
Hannes greift den Titan an, in dem Bewusstsein, dass er sein Leben riskieren könnte.
Er kämpft erbittert und mit allem, was er hat – getrieben von dem Wunsch, Carla zu rächen und sein damaliges Versagen zu sühnen.
Allerdings verhindert der Gepanzerte Titan, dass andere Soldaten ihm rechtzeitig zu Hilfe kommen.
Hannes ist isoliert, seine Manöver bleiben letztlich ohne entscheidenden Erfolg, und er wird vor Erens Augen vom Titanen gefressen.
Sein Tod ist tragisch, aber nicht sinnlos.
Seine Entschlossenheit und sein Opfer werden zu einem Auslöser dafür, dass Eren Yeager die „Koordinate“ – die besondere Macht über die Titanen – aktiviert.
Der Kampfgeist und das Opfer von Hannes sowie der übrigen gefallenen Soldaten in dieser Rückeroberungsmission werden für Eren zu einem neuen, zentralen Grund, weiterzukämpfen.
Eren will sicherstellen, dass ihr Tod nicht vergeblich war und dass die Menschheit durch ihren Einsatz eine Zukunft erhält.
Hannes liebte das einfache, unspektakuläre Leben im Bezirk Shiganshina.
Für ihn bestand Glück darin, Wachdienst zu schieben, zwischendurch zu trinken und sonst möglichst wenig Gefahr zu sehen.
Eren Yeager bezeichnete diesen Zustand als „falschen Frieden“ und verachtete sowohl die Bequemlichkeit als auch die Passivität der Garnison.
Hannes hingegen empfand diese Ruhe als schützenswert und glaubte, dass ein Leben ohne ständigen Kampf ein Wert an sich ist.
Später, nach all den Kämpfen und Verlusten, blickt Hannes mit Wehmut auf diese Zeit zurück.
Er sagt, dass er lieber der „unbrauchbare, saufende Soldat von früher“ geblieben wäre, als die bittere Realität des Krieges zu erleben.
Seine Haltung verdeutlicht die zentrale Spannung in Attack on Titan: den Konflikt zwischen dem Wunsch nach Freiheit und dem Wunsch nach Sicherheit.
Hannes verkörpert den tragischen Preis, den Menschen zahlen, wenn der vermeintliche Frieden zusammenbricht.
Eren Yeager
Zu Eren Yeager besteht eine enge, komplizierte Beziehung.
Eren bewunderte Hannes als Kind nicht, sondern verachtete dessen Faulheit und Feigheit.
Nach dem Fall von Mauer Maria sieht Eren in ihm den Mann, der seine Mutter nicht gerettet hat.
Diese Wut trifft Hannes tief und motiviert ihn, ein besserer Soldat und Mensch zu werden.
Später wird Hannes zu einem der wenigen Erwachsenen, denen Eren vertraut und die er aus seiner Kindheit kennt.
Sein Tod direkt vor Erens Augen ist ein traumatisches Erlebnis, das gleichzeitig Erens entscheidende Machtentfaltung triggert.
Mikasa Ackerman und Armin Arlert
Zu Mikasa Ackerman und Armin Arlert hat Hannes eine freundschaftlich-familiäre Beziehung.
Er kennt sie seit ihrer Kindheit und nimmt ihre Gefühle sehr ernst.
Als Eren entführt wird, sind Mikasa und Armin wie gelähmt vor Verzweiflung.
Hannes findet Worte, die sie wieder aufrichten, und zeigt damit, dass er nicht nur als Kämpfer, sondern auch emotional eine wichtige Stütze ist.
Er behandelt sie nicht wie bloße Untergebene, sondern wie Kinder, für die er Verantwortung trägt.
Das verstärkt den Eindruck, dass er sich als eine Art Ersatzvater für alle drei sieht.
Grisha Yeager und Carla Yeager
Grisha Yeager ist für Hannes der Mann, dem er sein Glück verdankt, da dieser seine Frau gerettet hat.
Deshalb fühlt er sich gegenüber Grisha und dessen Familie zu Dankbarkeit und Loyalität verpflichtet.
Carla Yeager respektiert Hannes und vertraut ihm ihre Kinder an, selbst im Angesicht des sicheren Todes.
Diese letzte Bitte Carlas – die Kinder zu retten und sie zurückzulassen – wird zu dem Punkt, der alles in Hannes’ Leben verändert.
Keith Shadis
Im Verlauf der Geschichte wird klar, dass Hannes Keith Shadis kennt.
Keith ist der frühere Kommandant des Aufklärungstrupps und Ausbilder neuer Rekruten.
Die Bekanntschaft der beiden deutet darauf hin, dass Hannes in Militärkreisen gut vernetzt ist.
Sie unterstreicht auch, dass Hannes nicht nur ein „Hintergrundsoldat“ ist, sondern Verbindungen zu Schlüsselfiguren der Militärhierarchie hat.
Der zweite Synchronsprecher von Hannes, Kenjirō Tsuda, spricht im Spin-off „No Regrets“ außerdem die Figur Flagon Turret.
Daraus ergeben sich in Fanwerken häufig „Meta-Witze“ und Anspielungen auf die geteilte Sprecherrolle.
In Fanzeichnungen und -geschichten wird Hannes oft als liebenswert-lässiger, aber zutiefst tragischer Charakter dargestellt.
Seine Mischung aus Humor, Schwäche, Reue und Heldentum macht ihn zu einer der menschlichsten Figuren innerhalb von Attack on Titan.
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