Joka ist eine Nebenfigur aus dem Fantasy‑Lichtroman „Kusuriya no Hitorigoto“, in dem sie als hochbezahlte Kurtisane im Edelbordell „Grünpatina-Haus“ und spätere Nachfolgerin der Madam auftritt.
Sie gilt als brillantes Allround-Talent der Dichtkunst und als eine der berühmten „drei Prinzessinnen“ des Hauses, mit denen sogar angehende Beamte ihren Scharfsinn messen.
Joka ist eine gefeierte Kurtisane in der Hochpreisetage des „Grünpatina-Hauses“ im Vergnügungsviertel.
Über sie heißt es scherzhaft, wer ihren Gesprächen folgen könne, bestehe mit Leichtigkeit die Staatsprüfung.
Obwohl sie die jüngste der drei Spitzenkurtisanen ist, hat sie sich den Ruf einer außergewöhnlichen Gelehrten erarbeitet.
Ihre Spezialität ist das Dichten, in dem sie Wortspiele und subtile Anspielungen meisterhaft einsetzt.
Joka ist eine der Frauen, die Maomao in deren Kindheit großgezogen haben, weshalb Maomao sie als große Schwester respektiert.
Im Gegensatz zu Pairin, einer anderen der drei Prinzessinnen, ist Joka jedoch ausgeprägte Männerhasserin.
Nach einem Zwischenfall um ein Jadeamulett zieht sie sich offiziell aus dem Geschäft als Kurtisane zurück.
Daraufhin wird sie zur designierten Nachfolgerin der Madam und übernimmt zunehmend organisatorische Aufgaben im Haus.
Die Beschreibungen ihres Aussehens unterscheiden sich je nach Romanfassung und Comic-Adaption etwas.
Gemeinsam ist ihnen jedoch ein Bild von Joka als schlanke, kühle Schönheit.
Sie hat schräg nach oben gezogene Augen, die ihr ein distanziert-scharfes, fast raubtierhaftes Aussehen verleihen.
Ihr Gesichtsausdruck wirkt häufig mürrisch oder launisch, was ihren „schwer zugänglichen“ Eindruck noch verstärkt.
Dieser kühle Blick kombiniert mit ihrer eleganten Statur unterstreicht ihren Ruf als unnahbare Intellektuelle des Hauses.
Ihre Attraktivität ist weniger „süß“ als vielmehr streng, stilvoll und ein wenig einschüchternd.
Joka hat eine für ihren Beruf äußerst untypische Charaktereigenschaft: Sie hasst Männer.
Dieser Männerhass ist teils persönlicher Natur, teils von ihrer Familiengeschichte geprägt.
Ihr Misstrauen gegenüber Männern geht auf das Schicksal ihrer Mutter zurück, die von einem Mann betrogen wurde.
Aus dieser Erfahrung heraus ist Joka eine erklärte Gegnerin romantischer Liebe und steht Liebesidealen äußerst skeptisch gegenüber.
Sie zeigt auch eine deutliche Abneigung gegen Obrigkeiten wie Beamte und hohe Würdenträger.
In ihren Bemerkungen lässt sie immer wieder durchblicken, dass sie Behörden, Titel und formale Autorität verachtet.
Trotz ihrer Schroffheit ist sie nicht herzlos, sondern eher eine zynische Realistin mit starkem Rückgrat.
Sie besitzt ausgeprägten Stolz, einen bissigen Humor und eine rebellische Ader, die sie zu einer Art „Literaten‑Revoluzzerin“ macht.
Gegenüber Maomao fühlt sie sich als Seelenverwandte.
Sie beobachtet, dass Maomaos Einstellung zur Liebe und zu Jinshi ihrer eigenen ähnelt, und gibt ihr dazu durchaus direkte, nicht immer romantische Ratschläge.
Im Verlauf der Geschichte entwickelt sich Joka immer mehr zu einer markanten, schwer einzuordnenden Figur.
Man könnte sie sowohl als starke Frauenfigur mit viel Kampfgeist als auch als aufmüpfige, intellektuelle „Problemtochter“ betrachten.
Joka gehört zu den drei legendären „Prinzessinnen“ des Grünpatina-Hauses, deren Gesellschaft extrem teuer ist.
Es heißt, eine einzige Nacht mit ihr koste den Gegenwert eines ganzen Jahres an Silbermünzen.
Unter den drei Prinzessinnen ist sie die jüngste, vermutlich Anfang zwanzig.
Trotz ihres Alters überflügelt sie viele ältere Kolleginnen durch Bildung, Wortwitz und ihren scharfen Verstand.
Ihr Ruf als Intellektuelle ist so groß, dass prüfungsnervöse Kandidaten der Staatsprüfung sie als eine Art „Gehirntraining“ buchen.
Im Volksmund heißt es: „Wer mit Joka mithalten kann, besteht die Staatsprüfung.“
Maomao betrachtet Joka, ebenso wie Pairin, als eine Art Ersatzschwester und Erzieherin aus ihrer Kindheit im Viertel.
Gerade weil Joka so eigenwillig ist, wirkt ihre Fürsorge oft streng und direkt, aber nicht lieblos.
Nach und nach schiebt Joka den eigentlichen Kurtisanenbetrieb beiseite.
Sie übernimmt Verwaltungs- und Organisationsaufgaben und wird zur natürlichen Nachfolgerin der Madam.
Den Namen „Joka“ hat sie sich selbst gegeben.
Er verweist auf eine Göttin der alten Mythen und enthält absichtlich das Schriftzeichen „Blume“, das im Reich eigentlich der kaiserlichen Familie vorbehalten ist.
Im Reich gilt es als schwerer Tabubruch, als Nicht‑Kaiserin das Zeichen „Blume“ im Namen zu tragen.
Joka tut dies ganz bewusst und kalkuliert den Skandal, was ihren rebellischen Charakter unterstreicht.
Ihr Vater soll ein Nachkomme eines verbannten Mitglieds der kaiserlichen Familie gewesen sein.
Diesem Gerücht gibt Joka bewusst Nahrung, um eine attraktive „gefallene Prinzessin“-Legende für ihre Kundschaft zu erschaffen.
Sie vermarktet sich daher als angebliche illegitime Abkömmling der kaiserlichen Linie.
Dieser Hintergrund, kombiniert mit ihrem eleganten Auftreten, zieht neugierige und ehrgeizige Kunden an.
Trotzdem glaubt Joka persönlich nicht wirklich daran, selbst kaiserliches Blut zu haben.
Sie ist überzeugt, dass ihre Mutter einfach von einem Mann ausgenutzt wurde und die Geschichte nur als romantische Überhöhung existiert.
Als einziges reales Erbstück hält sie ein halbes Jadeamulett in Ehren.
Dieses Amulett stammt von dem Mann, mit dem ihre Mutter einst zusammen war, und ist für Joka vor allem Erinnerungsstück und Symbol für ihre Herkunft, wie unklar diese auch sein mag.
Joka ist für Maomao eine Art ältere Schwester und Erziehungsfigur aus der Zeit in der Vergnügungsstadt.
Sie kennt Maomaos Eigenheiten und wissenschaftliche Neugier sehr gut.
Da sie Maomaos Charakter als ihrem eigenen ähnlich empfindet, spricht sie mit ihr oft offen und direkt.
Vor allem Maomaos Gefühle und Verhalten gegenüber Jinshi kommentiert sie mit einer Mischung aus Spott, Sorge und nüchterner Analyse.
Bezüglich der Liebe sagt Joka zu Maomao, diese sei „eher auf meiner Seite“.
Damit meint sie, dass beide zu rationalen, skeptischen, emotionsdistanzierten Haltungen neigen und romantischen Idealen wenig abgewinnen können.
Als Joka in Gefahr gerät, vertraut sie Maomao das halbe Jadeamulett an.
Dieses Vertrauen zeigt, wie tief die Bindung zwischen den beiden tatsächlich ist, auch wenn sie selten offen sentimental wirkt.
Joka ist eine Vollblut-Literatin, besonders im Bereich der Lyrik.
Sie beherrscht das Dichten von Gedichten und Liedtexten auf einem Niveau, das sie weit über den Durchschnitt hebt.
Ihre Texte sind so wirkungsvoll, dass man scherzhaft sagt, sie könne „mit bloßen Worten einen Terroranschlag verüben“.
Gemeint ist, dass sie in schönste Formulierungen bissige Ironie, versteckte Beleidigungen und politische Anspielungen einwebt.
Joka liebt Wortspiele, Doppeldeutigkeiten und versteckte Botschaften.
Wenn sie wütend oder verärgert ist, neigt sie dazu, eine ganze Serie von gehässigen, aber kunstvoll formulierten Gedichten herunterzuschreiben.
Diese Angewohnheit hat in der Vergangenheit bereits ernste Probleme ausgelöst.
Ihre spitzen Feder-Eingebungen führten zu Missverständnissen, verletzten Eitelkeiten und sogar zu gefährlichen Verwicklungen.
Aus diesem Grund unterliegen Briefe, die Joka an Kunden schickt, der strengen Kontrolle der Madam.
Die Leitung des Hauses will verhindern, dass ihre „schöne, aber explosives Material enthaltende“ Lyrik neue Skandale entfacht.
In einer anderen Zeit, fern von Bordellen und höfischen Intrigen, wäre Joka mit großer Wahrscheinlichkeit eine erfolgreiche Schriftstellerin oder Dichterin geworden.
Ihr Talent sprengt deutlich den Rahmen dessen, was man von einer gewöhnlichen Kurtisane erwartet.
Jokas Mutter war eine Frau aus einfachen Verhältnissen, die von einem Mann verführt und dann im Stich gelassen wurde.
Diese Erfahrung prägt sowohl das Leben der Mutter als auch Jokas Sicht auf Männer und Romantik.
Der Mann, der Jokas Mutter verließ, war in Wahrheit ein Nachfahre des Arztes Huatuo, der selbst Teil der kaiserlichen Sippe gewesen war.
Huatuo war ein außergewöhnlich begabter Mediziner, der allerdings in Ungnade fiel und hingerichtet wurde, nachdem er die Leiche eines jung verstorbenen Prinzen eröffnet hatte, um medizinische Erkenntnisse zu gewinnen.
Huatuo hatte zuvor heimlich ein Kind mit der Tochter eines Jägers gezeugt.
Nach seiner Hinrichtung wurden seine medizinischen Aufzeichnungen im Verborgenen in dieser Linie weitergegeben.
Die von ihm hinterlassenen Schriften sind als „Das Buch des Huatuo“ bekannt.
Sie enthalten zahlreiche grenzwertige bis grausame Experimente und gelten als „schlimmstes verbotenen Buch“, sind gleichzeitig aber ein unschätzbarer Schatz für Mediziner und Apotheker.
Für viele Ärzte und Heilkundige, darunter auch Maomao, ist dieses Werk ein beinahe mythisches Ziel.
Sie wären bereit, enorme Opfer zu bringen, nur um einen Teil dieses Wissens zu erhaschen.
Jokas Mutter erhielt von dem Mann, der ihr das Kind machte, die Hälfte eines Jadeamuletts, das für Huatuo gefertigt worden war.
Dieses Halbstück trägt Joka als Andenken an ihre Mutter und als letztes greifbares Symbol der Verbindung zu dieser geheimen Blutlinie.
Die andere Hälfte des Jadeamuletts befindet sich im Besitz des Bruders von Jokas Vater, ebenfalls ein Jäger.
Dessen Sohn ist der junge Arzt Tianyu, ein Kollege von Maomao, sodass Joka und Tianyu Cousin und Cousine sind.
Der Wendepunkt in Jokas Leben ist ein Besuch eines Offiziers, der als Kunde ins Grünpatina-Haus kommt.
Während des Treffens zeigt Joka ihm das halbe Jadeamulett ihrer Mutter.
Der Offizier erkennt das Amulett offenbar sofort und reagiert mit drastischer Bestürzung.
Er versucht, es Joka für einen sehr hohen Preis abzukaufen, doch sie lehnt ab, da es das letzte Andenken an ihre Mutter ist.
Kurz darauf kommt der Offizier bei einem mysteriösen Zwischenfall ums Leben.
Diese Ereigniskette legt nahe, dass das Amulett in gefährliche Machenschaften verwickelt ist.
In der Folge wird in Jokas Zimmer eingebrochen, und es wird eindeutig versucht, das Jadeamulett zu stehlen.
Spätestens da versteht Joka, dass ihre angebliche kaiserliche Abstammung und das Amulett kein bloßer Verkaufs-Gag mehr sind, sondern lebensgefährlich sein können.
Um sich zu schützen, beschließt sie, das Jadeamulett aus ihrem direkten Besitz zu geben.
Sie vertraut es Maomao an, von der sie annimmt, dass diese im Umfeld des Hofes besser in der Lage ist, mit solchen Gefahren umzugehen.
Joka nutzt diesen Anlass, um ihre Karriere als Kurtisane endgültig zu beenden.
Offiziell zieht sie sich aus dem Geschäft zurück und wechselt endgültig in die Rolle der Organisatorin und späteren Nachfolgerin der Madam.
Damit schlägt sie ein neues Kapitel in ihrem Leben auf.
Aus der teuren, aber gefährdeten „Prinzessin“ des Bordells wird eine strategische, im Hintergrund agierende Macht, die das Haus und seine Geheimnisse verwaltet.
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