Vincent Nightray ist eine fiktive Figur aus dem Manga- und Animewerk Pandora Hearts und der jüngere Bruder von Gilbert Nightray, der als undurchsichtiger Strippenzieher zwischen Adel, Baskervilles und Abyss agiert.
Name: Vincent Nightray
Geschlecht: männlich
Spitzname: Vince
Alter: unbekannt (gibt selbst 23 Jahre an)
Größe: 177 cm
Geburtstag: 23. September
Blutgruppe: B
Herkunft: Mensch aus der Stadt Sablier vor 100 Jahren
Familie: älterer Bruder Gilbert Nightray, Adoptivfamilie Haus Nightray
Vincent hat ein auffälliges Odd-Eye: Das rechte Auge ist weinrot, das linke goldfarben.
In seiner Kindheit wurde er wegen des roten Auges als „Kind der Unheils-Sünde“ gebrandmarkt und verfolgt.
Sein äußerlich ruhiges Lächeln und die höfliche Haltung stehen im scharfen Kontrast zu seinem inneren Sadismus.
Sein Auftreten wirkt meist sanft und freundlich, doch die Kälte in seinem Blick verrät seine Berechnung.
Vincent ist nach außen hin höflich, ruhig und zuvorkommend.
Hinter dieser Fassade verbirgt sich jedoch ein sehr kalter, berechnender und boshaft spielender Charakter.
Er öffnet sein Herz kaum jemandem außer Gilbert und ist ein ausgeprägter Bruderkomplex-Charakter.
Menschen, die er nicht als wichtig einstuft, behandelt er meist als Werkzeuge oder Spielzeuge.
Er besitzt eine verzerrte Neigung zu Zerstörung und Kontrolle, was sich unter anderem darin zeigt, dass er Stofftiere mit einer Schere zerschneidet.
Gleichzeitig ist er jemand, der, sobald er jemanden in sein Herz geschlossen hat, dieser Person kompromisslos und bis zur Selbstaufgabe treu ist.
100 Jahre zuvor hat ihn der legendäre Jack Vessalius gerettet, woraufhin Vincent eine übersteigerte, beinahe fanatische Zuneigung zu Jack entwickelte.
Später öffnet er sich auch Leo, nachdem dieser als Oswald Baskerville erwacht, und vertraut ihm in ähnlicher Tiefe.
Vergangenheit in Sablier
Vincent lebte vor 100 Jahren in der Stadt Sablier gemeinsam mit seinem Bruder Gilbert.
Als es zur Katastrophe von Sablier, der sogenannten „Tragödie von Sablier“, kam, stürzte er in den Abyss.
Im Abyss wurde er in den Zerfall von Alices Zimmer hineingezogen.
Durch diesen Zusammenbruch gelang ihm letztlich die Flucht in die Gegenwart, rund 100 Jahre nach den ursprünglichen Ereignissen.
Adoption durch das Haus Nightray
Etwa 15 Jahre vor der Haupthandlung wurde Vincent, schwer verletzt und halb tot, von einem der vier großen Herzogshäuser, dem Haus Nightray, gefunden.
Die Familie nahm ihn auf, pflegte ihn gesund und adoptierte ihn schließlich offiziell.
Innerhalb des Hauses Nightray erhielten sowohl Vincent als auch Gilbert eine sehr kalte, häufig grausame Behandlung.
Trotzdem gab es eine Person, die die Brüder fair und gleichberechtigt behandelte: Elliot Nightray, ihr Adoptivbruder.
Vincent öffnete sich Elliot als einzigem Familienmitglied und sagte später über ihn, dass Gilbert nur deshalb trotzt allem in diesem Haus habe lachen können, weil Elliot da war.
Innerlich empfand Vincent tiefen Respekt für Elliot, der in seinen Augen sein völliges Gegenteil war: ehrlich, geradlinig und kompromisslos aufrichtig.
Gilbert Nightray
Gilbert ist Vincents älterer Bruder und der wichtigste Mensch in seinem Leben.
Vincent ist extrem auf ihn fixiert und würde nahezu alles tun, um Gilberts Glück zu sichern – selbst wenn das bedeutet, sich selbst zu opfern oder zu löschen.
Sein eigentliches Lebensziel ist, seine eigene Existenz ungeschehen zu machen, damit Gilbert und die Menschen von Sablier gerettet und glücklich sein können.
Diese selbstzerstörerische Haltung entspringt sowohl Schuldgefühlen als auch seiner traumatisierten Kindheit.
In der Endphase der Geschichte gesteht Vincent Gilbert unter Tränen seine wahren Absichten und seinen Wunsch, sich selbst aus der Geschichte zu tilgen.
Durch Gilberts beharrliche Worte und die fehlende Verurteilung durch Ada Vessalius beginnt Vincent, seine Sicht auf sich selbst und sein Recht auf Existenz zu überdenken.
Elliot Nightray
Elliot ist Vincents und Gilberts Adoptivbruder im Haus Nightray.
Er ist der einzige aus der Familie, mit dem Vincent wirklich offen ist.
Vincent erkennt Elliot als jemanden, der ihn moralisch überragt, und empfindet dafür aufrichtige Achtung.
Gerade weil Elliot so ehrlich, direkt und unbeirrbar korrekt ist, stellt er für Vincent eine Art Ideal dar, das er selbst niemals erreichen kann.
Echo
Vincent hält Echo als persönliche Dienerin an seiner Seite.
Er behandelt sie zum Teil wie eine Puppe, die er „niedlich“ findet und besitzen möchte.
Obwohl er sie sichtlich gern bei sich hat, überschreitet er oft die Grenzen eines normalen Herren-Diener-Verhältnisses.
Seine Befehle und Handlungen gegenüber Echo missachten häufig ihre Würde und ihre eigenen Rechte als Person.
Jack Vessalius und Leo
Jack Vessalius hat Vincent und Gilbert vor 100 Jahren das Leben gerettet.
Seitdem hängt Vincent in ungesunder Weise an Jack und bewundert ihn nahezu bedingungslos.
Später, als Leo als Oswald Baskerville erwacht, vertraut Vincent sich auch ihm weitgehend an.
Im Verlauf der Geschichte wird Vincent Leos treuer Gefolgsmann und begleitet ihn sogar in die tiefsten Schichten des Abyss.
Ada Vessalius und Oscar Vessalius
Vincent nähert sich Ada Vessalius zunächst aus rein taktischen Gründen.
Sie sollte in seinem Plan als Druckmittel gegen Oscar Vessalius, den Träger des Schlüssels des Hauses Vessalius, dienen.
Mit der Zeit beginnt Ada ihn jedoch aufrichtig zu mögen, und ihre unverstellte Zuneigung bringt Vincent ins Wanken.
Seine kalte Berechnung stößt auf ihre ehrliche Gefühle, wodurch in ihm Zweifel an seiner Rolle als bloßer Manipulator entstehen.
Nach der finalen Auseinandersetzung entscheidet Vincent, sich aus Adas Leben zurückzuziehen.
Da die Zeit für normale Menschen und für Baskerville unterschiedlich schnell vergeht, wünscht er ihr Glück und tritt aus einiger Distanz aus ihrem Leben heraus.
Vincent steht heimlich in engem Kontakt mit den Baskerville-Leuten.
Er verfolgt dabei das Ziel, die Schlüssel der Türen zu erlangen, die von den vier großen Herzogshäusern kontrolliert werden.
Seine Beziehung zum Haus Nightray ist kompliziert: Einerseits ist er dort adoptiert und Teil des Machtgefüges.
Andererseits arbeitet er hinter den Kulissen gegen die Strukturen der vier Häuser und treibt seine eigenen Pläne zur Korrektur der Tragödie von Sablier voran.
Die Annäherung an Ada und damit an Haus Vessalius ist Teil dieser Strategie.
Vincent bewegt sich damit konstant auf der Grenze zwischen Familienmitglied, Verräter und Puppenspieler im Hintergrund.
Vincent ist ein Zweifachvertragspartner und somit ein besonders gefährlicher und untypischer Chain-Nutzer.
Zudem ist er ein Mitglied der Baskerville, weshalb seine Vertragsmarke keine Nadel besitzt.
Chain: „Schlafmaus“
Sein erster Chain ist die sogenannte Schlafmaus (Yamane).
Ihre Kraft bewirkt, dass Vincent sehr leicht dem Einfluss des Schlafs verfällt und oft unvermittelt an den unterschiedlichsten Orten einschläft.
Diese Neigung führt dazu, dass er manchmal mitten in Gesprächen oder wichtigen Situationen einnickt.
Die scheinbare Harmlosigkeit kontrastiert stark mit seiner sonstigen Gefährlichkeit und verstärkt seinen unberechenbaren Eindruck.
Chain: „Henker“
Vincent ist außerdem Vertragspartner des Chains „Henker“ (Dimiuos).
Diese Zweitverbindung unterstreicht seine Rolle als jemand, der im Verborgenen über Leben und Tod und über den Lauf der Ereignisse mitentscheidet.
Als Baskerville muss er sich nicht an die gleichen Regeln halten wie gewöhnliche Vertragsnehmer.
Die ungewöhnliche Kombination aus seiner Herkunft, den zwei Chains und seiner Intelligenz macht ihn zu einer Schlüsselfigur im Ringen um Abyss, Sablier und die Schlüsselmacht der Herzogshäuser.
Vincents eigentliches, inneres Ziel ist bemerkenswert selbstverneinend:
Er möchte seine eigene Existenz auslöschen, um Gilbert glücklich zu sehen und die Menschen von Sablier zu retten.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist er bereit, zu manipulieren, zu opfern und selbst zum Monster zu werden.
Er sieht sich selbst als „Fehler“, der korrigiert werden muss, und definiert seinen Wert fast ausschließlich über Gilberts Glück.
Im Verlauf der Handlung wird er jedoch mit der Tatsache konfrontiert, dass andere Menschen – Gilbert, Ada, Leo – ihn als eigenständige, liebenswerte Person sehen.
Diese Erkenntnis führt dazu, dass er seine Selbstablehnung hinterfragt und schließlich beginnt, sich selbst zumindest ein Mindestmaß an Existenzrecht zuzugestehen.
Am Ende schließt er sich Gilbert und Leo an und begleitet sie bis in die unterste Ebene des Abyss, um Gilbert zu schützen und Leo als dessen Diener zu unterstützen.
In den finalen Kämpfen stellt er seine Loyalität nicht nur zu seinem Bruder, sondern auch zu Leos und Adas Zukunft unter Beweis.
Durch den unterschiedlichen Zeitfluss zwischen normalen Menschen und Baskerville vergeht für Vincent eine andere Zeitspanne.
Nach den Ereignissen der Hauptgeschichte lebt er weiter, während sich die Welt um ihn herum verändert.
Etwa 100 Jahre später erreicht sein Körper schließlich seine Grenze und beginnt zu zerfallen.
In seinen letzten Momenten empfindet Vincent aufrichtige Freude darüber, dass er und Gilbert letztlich wirklich zusammen sein konnten.
Er stirbt, während sein Körper zerfällt, und verabschiedet sich mit dem Bewusstsein, Gilbert so nahe gewesen zu sein, wie er es sich immer gewünscht hatte.
Damit endet sein Leben als tragische, aber zutiefst loyale Figur, die zwischen Selbsthass, Schuld und echter Zuneigung hin- und hergerissen war.
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