Hirotoshi Buratsuta ist eine fiktive Figur aus dem Manga- und Anime-Werk „Blue Lock“ und fungiert dort als Präsident des japanischen Fußballverbands JFU (in der Anime-Adaption als „Sonderberater“ bezeichnet).
Er verkörpert einen knallharten Fußballfunktionär, der Fußball vor allem als lukratives Geschäft und weniger als Sport oder Kultur begreift.
Hirotoshi Buratsuta betrachtet Fußball primär als Geldmaschine und sieht den Sport durch die Brille von Sponsoren, Medienrechten und Marktwerten.
Er steht dem „Blue Lock“-Projekt, das von Jinpachi Ego geleitet wird, deshalb äußerst skeptisch gegenüber, da er zu Beginn keinen sicheren finanziellen Gewinn erkennt.
Sein Verhältnis zu Jinpachi Ego ist von ständigen Konflikten geprägt.
Er fällt Ego immer wieder ins Wort, versucht dessen Pläne zu blockieren und lehnt alles ab, was nicht direkt Profit verspricht.
Buratsuta zeigt dabei eine deutlich kindische Seite: Projekte, die seinen Vorstellungen von „Geldwert“ widersprechen, versucht er ohne differenzierte Prüfung abzuwürgen.
Sein opportunistischer Charakter tritt vor allem dann hervor, wenn sich der öffentliche Wind dreht – er wechselt schnell die Seite, sobald sich ein Vorteil abzeichnet.
Im Anime wird seine Funktion leicht abgewandelt: Dort ist er offiziell nicht Präsident, sondern „Sonderberater“ des JFU.
An seiner Machtposition und seinem Einfluss im Verband ändert das in der Handlung jedoch wenig.
Buratsutas Lebensmotto im Sport lässt sich in einem einzigen Credo zusammenfassen: Ergebnisse sind alles.
Er vertritt kompromisslos die Einstellung: „Siegen ist gerecht, Verlieren ist schlecht“ – oder zugespitzt „Wer gewinnt, hat recht; wer verliert, liegt falsch“.
Für ihn ist Fußball ein knallhartes Business, in dem Moral, Idealismus oder sportliche Romantik zweitrangig sind.
Er will mit dem Nationalteam und den Stars, die daraus hervorgehen, „die große Gerechtigkeit“ des japanischen Fußballs verkörpern – sprich: die unangefochtene, kommerziell erfolgreiche Nummer eins.
Diese Haltung führt zu Aussagen, die seine Skrupellosigkeit zeigen.
Er fordert, man dürfe „jedes Mittel“ einsetzen, um Blue Lock zu sabotieren und letztlich zu zerstören, solange dies seinen Zielen dient.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass sein „Ego“ nicht schwächer ist als das der Spieler.
Später wird deutlich, dass er nicht nur Japan im Blick hat, sondern den Fußball und insbesondere Blue Lock als Sprungbrett nutzen will, um das „weltweit größte Business-Entertainment im Fußball“ zu schaffen.
Erste Auftritte im JFU
Buratsuta tritt erstmals in einer Sitzung des JFU auf, in der über die Zukunft des japanischen Fußballs diskutiert wird.
Während andere die sportliche Lage besprechen, unterhält er sich gelangweilt mit Funktionären darüber, wie man im Fußball am besten Geld verdienen kann.
Bei der offiziellen Pressekonferenz zur Vorstellung des Blue-Lock-Projekts sitzt er zwar artig auf dem Podium.
Er wirkt aber unsicher und antwortet stotternd auf Fragen der Presse, was zeigt, dass er hinter dem Projekt nicht wirklich steht, sondern es eher „mitmacht“.
Widerstand gegen Blue Lock
Als die enormen Kosten von Blue Lock sichtbar werden und sich Eltern der teilnehmenden Spieler beim Verband beschweren, schlägt Buratsuta die sofortige Einstellung des Projekts vor.
Er sieht vor allem das finanzielle Risiko und die Unzufriedenheit der Öffentlichkeit und will den „Geldfresser“ möglichst rasch abwürgen.
In dieser Situation fordert Jinpachi Ego ein entscheidendes Spiel: Blue Lock gegen die japanische U‑20-Nationalmannschaft, wobei der Verlierer die volle Kontrolle über das U‑20-Team abgeben muss.
Buratsuta akzeptiert dieses Angebot in der Überzeugung, dass die etablierte U‑20-Mannschaft gegen die „Experimente“ aus Blue Lock deutlich überlegen sein würde.
Einbindung von Sae Itoshi und Ryūsei Shidō
Gemeinsam mit Yasumori Hoichi begrüßt Buratsuta den aus Europa zurückgekehrten Sae Itoshi, der für die U‑20 Japans spielen soll.
Als Sae offen Kritik an der Qualität und Zusammensetzung der Nationalmannschaft äußert und sogar mit einem Rückzug droht, kocht die Stimmung hoch.
Hoichi reagiert wütend auf Saes abwertende Worte über das Team, doch Buratsuta versucht, die Situation zu beruhigen und das Spiel nicht platzen zu lassen.
Um das sportliche Niveau und die Attraktivität der U‑20-Mannschaft zu sichern, handelt er mit Jinpachi Ego aus, dass Ryūsei Shidō – eigentlich Teil von Blue Lock – als Verstärkung in die U‑20-Auswahl integriert wird.
Das Match: Blue-Lock-Auswahl vs. U‑20 Japan
Beim entscheidenden Spiel zwischen der Blue-Lock-Auswahl und der U‑20-Nationalmannschaft verfolgt Buratsuta die Ereignisse aus der Loge.
Er reagiert nervös und emotional auf jede Wendung, da sowohl sein Ruf als auch die Zukunft des Projekts auf dem Spiel stehen.
Als die erste Halbzeit mit einer Führung von Blue Lock endet, gerät Buratsuta stark unter Druck.
Er stellt Hoichi zur Rede und verlangt von ihm eine Lösung, um das Spiel zu drehen und die „Ehre“ des Verbandes und seines Plans zu retten.
Da Hoichi keine überzeugende Strategie mehr vorweisen kann, entscheidet Buratsuta eigenmächtig, Ryūsei Shidō einzuwechseln.
Mit diesem Schritt will er die Partie mit allen verfügbaren Mitteln auf die Seite der U‑20 ziehen und seine ursprüngliche Wette doch noch gewinnen.
Trotz dieser Maßnahme verliert die U‑20-Mannschaft am Ende gegen die Auswahl von Blue Lock.
Buratsuta zeigt sich geschockt und niedergeschlagen, da seine Erwartungen und seine Strategie spektakulär gescheitert sind.
Öffentliche Kehrtwende nach der Niederlage
Kurz nach dem Spiel findet eine neue Pressekonferenz statt, auf der Buratsuta einen radikalen Kurswechsel vollzieht.
Er stellt sich öffentlich demonstrativ hinter das Blue-Lock-Projekt und lobt dessen Potenzial für den japanischen Fußball.
Dass er bei der ursprünglichen Projektvorstellung selbst als Erklärender auftrat, macht seine Kehrtwende nach außen halbwegs glaubhaft.
Die breite Öffentlichkeit nimmt diesen Schwenk daher ohne große Kritik hin, da sie die internen Machtkämpfe im Verband nicht kennt.
Die Teilnehmer des Blue-Lock-Projekts durchschauen sein Verhalten allerdings sofort.
Meguru Bachira bezeichnet ihn spöttisch als „geldgierigen Tanuki“, also einen habgierigen, scheinheiligen alten Mann, der nur dem Geld nachläuft.
Blue-Lock-TV und „Neuer-Helden-Wettkampf“
Während der finalen Auswahlphase von Blue Lock, dem „Neuen-Helden-Wettkampf“ (Neo-Egoist League), spielt Buratsuta eine entscheidende Rolle beim Start von BLTV (Blue Lock TV).
Er erkennt, dass sich die Spiele der jungen Stars perfekt als mediales Event vermarkten lassen und setzt sich dafür ein, den Sender und das Format aufzubauen.
Sein Einsatz für BLTV kommt jedoch nicht ohne Gegenleistung.
Im Gegenzug ringt er Jinpachi Ego eine bestimmte Zusage oder Bedingung ab, deren genauer Inhalt zunächst im Dunkeln bleibt.
Direkt vor dem Spiel des deutschen Teams gegen die italienische Auswahl sucht Buratsuta Ego persönlich auf, um sich zu vergewissern, dass diese Vereinbarung eingehalten wird.
Damit wird deutlich, dass Buratsuta langfristig plant und im Hintergrund die geschäftliche Ausrichtung des gesamten Projekts mitsteuert.
Ab diesem Zeitpunkt rückt eine neue Facette seiner Persönlichkeit in den Vordergrund.
Er ist nicht bloß ein ängstlicher Funktionär, der mit dem Trend schwimmt, sondern ein Mann mit einem enormen, eigenen Ehrgeiz, der den japanischen Fußball als Sprungbrett für ein globales Super-Entertainment nutzen will.
Seine wachsende Bedeutung spiegelt sich auch darin wider, dass er – obwohl kein Spieler – das Cover des wichtigen Bandes 34 ziert, in dem die U‑20-Weltmeisterschaft beginnt.
Damit wird angedeutet, dass seine Entscheidungen und seine „Business-Agenda“ mindestens so wichtig für die Zukunft von Blue Lock sind wie die Leistungen der Akteure auf dem Platz.
In der Anime-Adaption wird Hirotoshi Buratsuta von dem Sprecher Bito Shimada vertont.
Seine markante Stimme unterstreicht Buratsutas Mischung aus schleimigem Funktionär, machtbewusstem Manager und launischem Geschäftsmann.
Mögliche reale Vorlage
Sein Aussehen, seine Körpersprache und vor allem sein ungewöhnlicher Nachname legen nahe, dass er an den ehemaligen Präsidenten des Weltfußballverbands FIFA, Joseph „Sepp“ Blatter, angelehnt ist.
Blatter trat 2015 nach Korruptionsvorwürfen zurück, und Buratsutas Rolle als machtfixierter, geldorientierter Funktionär weist deutliche Parallelen zu diesem realen Hintergrund auf.
Cover-Rückseiten-Gag
Die Manga-Bände von „Blue Lock“ enthalten auf den rückseitigen Umschlaginnenseiten einen wiederkehrenden Gag.
Dort posieren jeweils ältere männliche Nebenfiguren (mit wenigen Ausnahmen), einschließlich solcher mit nur kleineren Rollen, in der ikonischen Pose der Figur, die auf dem Frontcover des Bandes zu sehen ist.
Im ersten Band nimmt Hirotoshi Buratsuta die typische Pose von Yoichi Isagi ein.
Diese humorvolle Gegenüberstellung von Protagonistenpose und „Opa-Funktionär“ verstärkt den Kontrast zwischen dem hungrigen Jungstar und dem abgebrühten Verbandsboss und macht Buratsuta bereits früh zu einer einprägsamen Figur.
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