Yanai ist ein fiktiver Forscher von der Zentrale des Konzerns Rath im Universum von Sword Art Online und fungiert als verdeckter Antagonist im Handlungsstrang um das Projekt Alicization.
Yanai ist ein Mann Mitte dreißig mit unscheinbarem, eher ungepflegtem Erscheinungsbild und sehr schlanker Statur.
Seine äußere Wirkung ist farblos und unauffällig, was gut zu seiner opportunistischen und hinterhältigen Persönlichkeit passt.
Er zeigt ausgeprägten Egoismus und ist bereit, Kollegen zu opfern, um sich selbst zu retten.
Moralische Skrupel hat er kaum; für wissenschaftlichen Fortschritt, Macht und persönlichen Vorteil ignoriert er ethische Grenzen vollständig.
Gleichzeitig ist er feige und sicherheitsorientiert: Er agiert lieber aus dem Hintergrund, manipuliert andere und vermeidet offenes Risiko.
Sein Hass ist nachtragend, und er klammert sich an Rachefantasien, besonders gegenüber Kazuto Kirigaya.
Yanai war ursprünglich Forscher bei der Firma RECT Inc., wo er an den von Oberon the Fairy King (Nobuyuki Sugō) betriebenen Menschenversuchen im Full-Dive-System beteiligt war.
Als diese Experimente nach der Verhaftung von Sugō aufflogen, lenkte Yanai die Verantwortung auf einen Kollegen, der als Sündenbock herhalten musste.
Dadurch entging er strafrechtlichen Konsequenzen und behielt seinen Ruf als Forscher nach außen weitgehend intakt.
Er nutzte anschließend die zurückgebliebenen Kontakte von Sugō, um seine Karriere im Bereich experimenteller Fluctlight-Technologie fortzusetzen.
Über diese Verbindungen gelangte er in das streng geheime militärisch-industrielle Projekt „Project Alicization“ von Rath.
Dort schlich er sich als vermeintlich loyaler Mitarbeiter ein, hatte jedoch von Beginn an eigene, verdeckte Ziele.
Im Project Alicization war Yanai offiziell als Forscher im Hauptquartier von Rath tätig.
Tatsächlich plante er jedoch, die in Alicization entwickelten Technologien – insbesondere das STL-System und die Forschung an künstlichen Fluctlights – an amerikanische Interessenten zu verkaufen.
Er hoffte, über die von Sugō vererbten Kontakte in den USA seine Erkenntnisse zu Geld zu machen und im Ausland eine neue Position zu erlangen.
Dabei war ihm bewusst, dass er damit nicht nur Japans technologischen Vorsprung, sondern auch militärische Geheimnisse verraten würde.
Während seiner Arbeit im Projekt versteckte er seine wahren Absichten geschickt hinter professionellem Verhalten.
Nach außen verhielt er sich wie ein unscheinbarer, fleißiger Forscher, während er in Wahrheit langfristige Sabotage und Verrat vorbereitete.
Yanai gehörte zu den ersten Forschern, die die allerersten künstlichen Fluctlights in der virtuellen Welt „Underworld“ (UW) begleiteten.
Er war einer der Verantwortlichen für die „Erziehung“ der frühesten Bewohner, also für ihre frühen Lernerfahrungen, Werte und soziale Prägung.
Dabei prägte er den künstlichen Seelen unbewusst seine eigene egoistische Grundhaltung ein.
Dieses unethische und selbstbezogene Verhalten wurde von den Fluctlights als normales Muster übernommen.
Mit der Zeit vererbten sich diese Charakterzüge über Generationen hinweg an ihre Nachkommen.
Das führte schließlich zur Herausbildung einer starren Herrschaftsstruktur, in der faule, arrogante Hochadlige die Gesellschaft dominieren.
So trug Yanai maßgeblich dazu bei, dass in der Underworld ein ungerechtes, von Hochmut und Dekadenz geprägtes Aristokratensystem entstand.
Seine frühen Einflüsse wurden zu einem strukturellen Defekt der gesamten virtuellen Zivilisation.
Neben seiner Rolle bei der Erziehung der ersten Bewohner sabotierte Yanai das Projekt gezielt von innen.
Er implementierte ein illegales Programm mit der Bezeichnung „Code 871“ in das System der künstlichen Fluctlights.
Dieses Programm war darauf ausgelegt, die natürliche Evolution und Expansion der künstlichen Fluctlights zu begrenzen.
Dadurch sollte verhindert werden, dass Japan problemlos eine voll funktionsfähige hochentwickelte künstliche Intelligenz wie „A.L.I.C.E.“ erhält.
Code 871 wirkte gewissermaßen als unsichtbare Bremse im System und hinderte die Fluctlights daran, bestimmte Entwicklungsschwellen zu überschreiten.
Damit unterwanderte Yanai die offiziellen Projektziele und schwächte die technologische Schlagkraft von Rath bewusst.
Seine Intention war, den technologischen Vorsprung Japans zu schmälern, um den Verkauf der Technologie ins Ausland attraktiver zu machen.
Auch hier zeigte sich seine völlige Loyalitätslosigkeit gegenüber seinem eigenen Land und seinen Kollegen.
Innerhalb der Underworld trat Yanai indirekt mit Quinella, der obersten Administratorin der virtuellen Welt, in Kontakt.
Quinella ist eine Fluctlight-Person, die durch extreme Machthörigkeit und Kontrolle das System der Underworld an sich gerissen hatte.
Yanai wurde von Quinella regelrecht verführt und manipuliert, bis er ihr willenlos ergeben war.
Sie machte ihn emotional abhängig und nutzte seine Schwächen, um ihre eigenen Ziele im System durchzusetzen.
Unter ihrem Einfluss traf Yanai Entscheidungen, die sicherstellen sollten, dass die Underworld sich nach Quinellas Vorstellungen entwickelt.
Er manipulierte Parameter und Abläufe im Projektverlauf so, dass ihre Herrschaft stabil blieb und alternative Entwicklungen unterdrückt wurden.
Yanai versprach Quinella sogar, dass er sie in die reale Welt bringen würde, falls das Experiment beendet und die Underworld gelöscht werden sollte.
Diese geheime Abmachung stellt einen massiven Verrat an Rath und am ursprünglichen Zweck des Projekts dar.
Yanai hegt einen tiefen Hass auf Kazuto Kirigaya, den Protagonisten der Reihe.
Kazuto hatte in der Vergangenheit die Menschenversuche in Alfheim Online vereitelt und Oberon the Fairy King gestürzt, womit er indirekt auch Yanai schadete.
Später war Kazuto als „Kirito“ in der Underworld maßgeblich daran beteiligt, Quinella zu besiegen und ihre Tyrannei zu beenden.
Damit zerstörte er Yanai sowohl die Zukunftspläne mit Quinella als auch seinen Einfluss in der Underworld.
Für Yanai symbolisiert Kazuto die Person, die seine bisherigen Machenschaften zunichtemachte.
Deshalb ist seine Feindschaft nicht nur rational, sondern auch emotional und von Rache geleitet.
Während des Angriffs von Gabriel Miller und seinen Verbündeten auf das Ozean-Turtle-Forschungszentrum entstand eine kritische Situation.
Higa Takeru, einer der zentralen Entwickler des Projekts, plante, Kazuto im STL-System wiederzuerwecken, um die Underworld zu retten.
Yanai schloss sich scheinbar als Helfer dieser Mission an und gab vor, Higa bei der Reaktivierung von Kazuto unterstützen zu wollen.
In Wirklichkeit nutzte er die Gelegenheit, um Higas Plan zu sabotieren und seine eigene Agenda voranzutreiben.
Auf dem Weg zu den relevanten Systembereichen offenbarte Yanai schließlich seine wahre Gesinnung.
Er zog eine versteckte Schusswaffe und verletzte Higa durch einen gezielten Schuss schwer.
Sein Ziel war, Kazutos Wiedererwachen zu verhindern und damit dessen Einfluss auf die Underworld zu unterbinden.
Yanai hoffte, so seine eigenen Interessen und die von Quinella besseren Chancen zu verschaffen.
Rinko Koujiro, die als Wissenschaftlerin ebenfalls an Bord der Ozean Turtle war, erkannte jedoch den Verrat.
Im richtigen Moment überraschte sie Yanai mit einem Angriff und verursachte, dass er in die Tiefe stürzte.
Yanai kam durch den Sturz ums Leben.
Sein Leichnam wurde später von Critter, einem der amerikanischen Eindringlinge und Hackerspezialisten, gefunden.
Mit seinem Tod endete seine unmittelbare Einflussnahme auf das Project Alicization, doch die Folgen seiner Sabotage und Manipulation wirkten weiter.
Code 871 und die durch ihn geprägten Strukturen in der Underworld mussten nachträglich analysiert und korrigiert werden.
Laut Kikuoka Seijirou, einem leitenden Kopf hinter dem Projekt, hätte Yanai auch bei einer erfolgreichen Flucht in die USA keine Zukunft gehabt.
Er wäre dort mit hoher Wahrscheinlichkeit von seinen Kontakten gezwungen worden, sämtliche Details zu STL, künstlichen Fluctlights und dem gesamten Project Alicization preiszugeben.
Danach wäre er sehr wahrscheinlich „entsorgt“ worden, um Zeugen zu beseitigen und Spuren zu verwischen.
Sein Plan, sich durch Verrat und Geheimnisverrat abzusichern, war also von Anfang an selbstzerstörerisch angelegt.
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