Hitch Dreyse ist eine fiktive Figur aus dem Manga- und Animewerk Attack on Titan, eine junge Soldatin der Militärpolizei, die später eine wichtige Nebenrolle in der politischen und emotionalen Entwicklung der Geschichte einnimmt.
Name: Hitch Dreyse
Geschlecht: Weiblich
Zugehörigkeit: Militärpolizei (später Zusammenarbeit mit dem Aufklärungstrupp)
Rang: Gemeine (Soldatin der unteren Dienstgrade)
Körpergröße: 168 cm
Gewicht: 63 kg
Synchronsprecherin (Original): Akina Watanabe
Hitch ist eine junge Soldatin mit welligem Haar und einer meist lässigen Haltung, die so gar nicht zum Bild eines pflichtbewussten Soldaten passt.
Ihr Gesichtsausdruck wirkt oft gelangweilt oder spöttisch, was ihren sarkastischen Humor unterstreicht.
Sie ist bekannt für ihr loses Mundwerk, ihre Menschen gern etwas von oben herab kommentiert und Situationen mit flapsigen Bemerkungen auflockert.
Gleichzeitig zeigt sie wenig militärische Disziplin nach außen und wirkt häufig unmotiviert oder bequem.
Ihre Kameraden vermuten sogar, dass sie nur durch Betrug in die Spitzengruppe der Rekrutenausbildung gekommen sei, weil ihre Haltung so nachlässig wirkt.
In Wirklichkeit ist sie jedoch schlagfertig, kann Situationen gut einschätzen und zeigt in kritischen Momenten Mut, Verantwortungsbewusstsein und eine unerwartete Ernsthaftigkeit.
Hitch ist sehr unordentlich und hat Probleme mit Aufräumen.
Selbst wenn ihre Zimmergenossin Annie Leonhart das Zimmer gründlich aufräumt, schafft Hitch es, die Unordnung innerhalb von eineinhalb Tagen wiederherzustellen.
Wie viele andere neue Rekruten schließt sich Hitch der Militärpolizei an, um ein vergleichsweise bequemes Leben hinter den inneren Mauern zu führen.
Sie hofft auf Sicherheit, bessere Lebensbedingungen und weniger direkte Konfrontationen mit Titanen.
Allerdings ist sie von dem Ausmaß der Korruption innerhalb der Militärpolizei überrascht.
Sie zeigt Unmut darüber, dass sie für niedere Aufgaben ausgenutzt und mit lästigen Arbeiten abgespeist wird, statt das „bequeme Luxusleben“ zu führen, das sie sich vorgestellt hat.
Trotz ihres zynisch-leichtherzigen Auftretens besitzt Hitch einen moralischen Kern.
Sie reagiert irritiert und teilweise empört, wenn sie mit der extremen Selbstgerechtigkeit oder Brutalität ihrer Vorgesetzten konfrontiert wird.
Beziehung zu Annie Leonhart
Hitch und Annie Leonhart sind Kameradinnen in der Militärpolizei und teilen sich ein Zimmer.
Hitch neckt Annie häufig und versucht, sie zum Reden oder Reagieren zu bringen, obwohl Annie eher schweigsam und distanziert ist.
Sie beschreibt Annie als jemanden, der Angst davor hat, sich anderen Menschen zu öffnen.
Trotzdem möchte Hitch sie besser verstehen und empfindet sie insgeheim als Freundin, auch wenn sie das selten ehrlich zeigt.
Als ihr von Levi eröffnet wird, dass Annie die weibliche Titanin ist, trifft diese Enthüllung Hitch schwer.
Sie ist geschockt, dass die zurückhaltende Kameradin, um die sie sich gesorgt hatte, eine zentrale Feindfigur war.
Während der Zeit, in der Annie in Kristallform eingeschlossen ist, übernimmt Hitch später die Aufgabe, sie zu bewachen.
Diese lange Nähe lässt Hitch weiter über Annies Vergangenheit, Motive und menschliche Seite nachdenken und vertieft ihre emotionale Bindung, obwohl Annie nicht ansprechbar ist.
Nach dem Auslösen des „Rumpelns“ durch Eren Yeager und Annies anschließender Befreiung aus dem Kristall unterstützt Hitch sie bei ihrer Flucht.
Sie hört sich Annies Geständnisse und Zweifel an und reagiert nicht mit Verurteilung, sondern mit pragmatischer, beinahe freundschaftlicher Ehrlichkeit.
Beziehung zu Marlo Freudenberg
Marlo Freudenberg ist ein äußerst pflichtbewusster, idealistischer Rekrut der Militärpolizei, dessen strenger Gerechtigkeitssinn häufig mit Hitchs lässiger Einstellung kollidiert.
Hitch macht sich gern über seine Ernsthaftigkeit lustig, doch mit der Zeit beginnt sie, seine Konsequenz und seinen Idealismus zu respektieren.
Trotz ihrer spöttischen Art ist deutlich zu erkennen, dass sie von Marlos unbeirrbarer Haltung beeindruckt ist.
Als Marlo beschließt, sich der hochgefährlichen Aufklärungstruppe anzuschließen, versucht Hitch ernsthaft, ihn davon abzubringen und seine Entscheidung rückgängig zu machen.
Sie investiert viel emotionalen Einsatz, um ihn zu behalten, was ihre Kameraden als Zeichen besonderer Gefühle interpretieren.
Für sie wirkt es so, als hätte Hitch romantische Gefühle für Marlo entwickelt.
Marlo selbst erkennt diese Gefühle nicht wirklich, und auch Eren Yeager bemerkt Hitchs Emotionen nicht.
Dieser Kontrast zwischen Hitchs innerer Gefühlslage und der Unaufmerksamkeit der Männer sorgt für eine gewisse Tragik.
Später, bei einem Transportauftrag unter Marlos Kommando, gerät Hitch zusammen mit ihm in die Hände von Levi und dessen Aufklärungseinheit.
Als Jean Kirstein vorgibt, Marlo verdächtigen zu wollen und ihn provoziert, nimmt Hitch Jeans Schauspiel ernst und greift ihn körperlich an, um Marlo zu schützen.
Nach Marlos Tod im letzten Gefecht der Aufklärungstruppe gegen die Bestiausführung des Titanen wird Hitch bei einer Zeremonie von Floch Forster aufgesucht.
Floch berichtet ihr von Marlos letzten Momenten und davon, dass Marlo am Ende seine Teilnahme am verzweifelten Angriff bereut hat.
Diese Worte erschüttern Hitch deutlich.
Trotz ihres Schocks bedankt sie sich bei Floch für die Wahrheit und wendet sich dann ab, sichtbar getroffen, aber beherrscht.
Weitere Kontakte
Hitch begegnet vielen Mitgliedern des Aufklärungstrupps erstmals als Gefangene.
Ihr pragmatischer Umgang mit dieser Situation, gepaart mit ihrer Schlagfertigkeit, macht sie zu einer auffälligen Figur im ansonsten düsteren Umfeld.
Sie interagiert mit Figuren wie Levi, Jean Kirstein und später auch Eren Yeager.
Besonders im Kontext des Umsturzes der Regierung arbeitet sie schließlich an der Seite der Aufklärungseinheit, anstatt nur passiv Teil der Militärpolizei zu bleiben.
Hitch ist gemeinsam mit Annie Leonhart und Marlo Freudenberg der Militärpolizei des Bezirks Stohess zugeteilt.
Ihre dienstliche Aufgabe besteht unter anderem darin, die Ordnung in der Stadt zu wahren und Strafgefangene zu eskortieren.
Zu Beginn ist sie unter Marlos Kommando an einem Transport- beziehungsweise Eskortauftrag beteiligt.
In diesem Rahmen kommt es zu ihrem ersten intensiveren Kontakt mit Mitgliedern des Aufklärungstrupps und zur Gefangennahme durch Levi.
Sie reagiert häufig mit Beschwerde, wenn ihr langweilige, unangenehme oder schmutzige Aufgaben zugewiesen werden.
Ihre Enttäuschung darüber, dass das Leben in der Militärpolizei weit weniger glamourös und bequem ist als gedacht, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre frühen Auftritte.
Gleichzeitig bricht sie in extremen Situationen ihre lässige Fassade auf.
Sie zeigt dann, dass sie bereit ist, sich körperlich einzusetzen, Risiken einzugehen und Kameraden zu verteidigen.
Während des Konflikts zwischen der korrupten Regierung innerhalb der Mauern und den Aufklärern wechselt Hitch faktisch die Seite.
Sie kooperiert mit dem Aufklärungstrupp, als dieser gegen die bisherige Führung vorgeht und die Wahrheit über die Welt außerhalb der Mauern ans Licht bringen will.
Nach dem erfolgreichen Umsturz der Regierung und dem Einsatz der Aufklärungstruppe gegen die alten Machtstrukturen verändert sich auch Hitchs Haltung zu ihrer Rolle als Soldatin.
Sie bleibt zwar äußerlich sarkastisch und bequem, zeigt aber ein tieferes Verständnis für Verantwortung und Konsequenzen von Entscheidungen.
Marlo beantragt in dieser Phase den Wechsel zur Aufklärungstruppe, was Hitch stark belastet.
Sie kämpft verzweifelt gegen seine Entscheidung an, ohne ihn letztlich aufhalten zu können.
Später, als sie von seinem Tod erfährt, wird ihr innerer Wandel sichtbar.
Sie kann ihre Emotionen nicht völlig verbergen, bleibt aber trotzdem erstaunlich gefasst und dankbar für die Offenheit von Floch Forster.
In der Zeit, in der die Menschen hinter den Mauern beginnen, mit der Außenwelt – insbesondere dem Imperium Marley – in Kontakt und Konflikt zu treten, nimmt Hitch eine neue Position ein.
Sie wird damit betraut, die in Kristallform gefangene Annie Leonhart zu bewachen.
Diese Aufgabe stellt eine Art stillen Wachposten über ihre Vergangenheit als Kameradin dar.
Hitch verbringt lange Zeit in der Nähe von Annie, reflektiert über ihre gemeinsamen Erinnerungen und das, was sie über Annies Vergangenheit erfährt.
Sie hört sich Annies Geschichte an, einschließlich deren schwieriger Kindheit und Beziehung zu ihrem Adoptivvater Leonhart.
Annie gesteht Hitch, dass sie – um ihren Vater wiederzusehen – möglicherweise dieselben grausamen Entscheidungen treffen würde wie Eren Yeager: das Opfer von Häusern, Städten und unschuldigen Menschen für ein erhofftes „größeres Ziel“.
Hitch reagiert mit einer nüchternen, aber ehrlichen Einschätzung und weist darauf hin, dass Annies Heimat Marley sehr wahrscheinlich inzwischen denselben Schrecken erlebt wie die Bewohner der Insel.
Damit konfrontiert sie Annie mit der bitteren Symmetrie der Gewalt beider Seiten und regt sie zum Nachdenken an.
Nach dem Auslösen des Rumpelns durch Eren, das die Mauerriesen freisetzt und einen globalen Vernichtungszug beginnt, wird Annie aus ihrer Kristallform befreit.
Hitch hilft ihr bei der Flucht, obwohl sie weiß, wie gefährlich und moralisch ambivalent Annies Vergangenheit ist.
Diese Unterstützung zeigt, dass Hitch trotz aller Widersprüche Loyalität zu den Menschen empfindet, die ihr nahe stehen.
Sie beurteilt Annie nicht nur nach ihren Taten, sondern sieht auch das verletzliche und verzweifelte Mädchen dahinter.
Während des finalen Konflikts, oft als „Kampf von Himmel und Erde“ beschrieben, stehen die Streitkräfte der Insel und ihre ehemaligen Feinde vor einer gemeinsamen existenziellen Bedrohung durch Eren Yeagers Plan.
Hitch selbst steht nicht im Zentrum der Schlacht, ist aber Teil der militärischen Strukturen, die auf die dramatischen Ereignisse reagieren.
Nach dem Ende des Rumpelns und dem Abschluss des globalen Konflikts wird eine Szene gezeigt, in der die verbliebenen Soldaten mit großer Begeisterung einer Rede lauschen und in patriotische Begeisterung verfallen.
Hitch hebt sich in dieser Menge deutlich ab: Sie wirkt gelangweilt und gähnt demonstrativ.
Diese kleine, humorvolle, aber zugleich scharfe Beobachtung zeigt, dass Hitch sich von pathetischen Reden und übersteigertem Nationalstolz wenig beeindrucken lässt.
Ihre Skepsis gegenüber offizieller Rhetorik bleibt bestehen, selbst nachdem die Welt sich grundlegend verändert hat.
Hitch ist keine klassische Heldin, die im Mittelpunkt von Schlachten steht oder entscheidende Titanenkräfte besitzt.
Sie ist vielmehr eine „normale“ Soldatin, durch die die Geschichte zeigt, wie gewöhnliche Menschen im Schatten großer Ereignisse leben und fühlen.
Ihre wichtigsten Eigenschaften sind:
– Ein scharfer, spöttischer Humor
– Ein scheinbar faules, aber in Wirklichkeit beobachtendes und waches Wesen
– Eine verborgene, aber starke Loyalität zu ihren Freunden
– Die Fähigkeit, in kritischen Momenten mutig und selbstlos zu handeln
Sie bringt Leichtigkeit und Alltagsmenschlichkeit in eine sonst sehr düstere und tragische Handlung.
Gleichzeitig öffnet sie emotionalen und moralischen Raum, etwa im Umgang mit Marlos Idealismus oder Annies Zerrissenheit zwischen Schuld und Liebe zu ihrem Vater.
Durch Hitch wird deutlich, dass selbst Nebenfiguren in Attack on Titan komplexe innere Welten besitzen.
Ihr Humor, ihre Schwächen und ihre leisen, ehrlichen Reaktionen machen sie zu einer der menschlichsten Figuren des Werkes.
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