Middray ist ein männlicher Drachenmensch (Dragonnewt) und der oberste Priester sowie Anführer der Priesterkrieger, die die vergessene Drachenstadt im Herrschaftsgebiet der Dämonenkönigin Milim Nava regieren.
Middray ist der Hohepriester des Tempels in der Hauptstadt „Drachendorf“ der sogenannten „vergessenen Drachenstadt“, dem Zentrum des Reiches von Milim Nava.
Der Tempel dient zugleich als Residenz Milims, doch faktisch ist Middray der geistliche und politische Führer des Volkes, das „die Drachen verehrt“.
Er entstammt dem Drachenmenschen-Geschlecht, das aus der Verbindung von Menschen und menschlich gewordenen Drachenkönigen hervorging.
Seine Linie ist ein Seitenzweig und damit eine Art „Vetternlinie“ zu Gabiru und den Seinen, die jedoch einen anderen Ursprung haben.
Middray und sein Volk tragen besonders stark die Drachenfaktoren in sich, die einst von Milims erstem Freund Gaia, dem Elementardrachen bzw. Chaosdrachen, verliehen wurden.
Dadurch sind sie eine Art „Auserwählte“ unter den Drachenmenschen.
Sein Alter wird als ungefähr gleich alt wie Milim Nava beschrieben, die zu den ältesten Dämonenkönigen zählt.
Trotz dieses hohen Alters wirkt er äußerlich wie ein Mensch im besten Mannesalter.
Seine Synchronstimme in der Anime-Adaption wird von Atsushi Imaruoka gesprochen.
Middray verkörpert ein lautes, großzügiges und temperamentvolles Naturell.
Er ist herzlich, direkt und mutig, aber zugleich ausgesprochen stur und in vielen Dingen festgefahren.
Für ihn steht rohe Kraft über allem, weshalb er alles Strategische gern als „feige“ oder „unnötig kompliziert“ abtut.
In seinem Weltbild gewinnt man Konflikte, indem man sie frontal und mit Übermacht niederwalzt.
Diese Einstellung macht ihn als Feldherr in großen Schlachten problematisch.
Er unterschätzt den Wert von Taktik, Koordination und Rollenverteilung und ist als strategischer Kommandant fast ungeeignet.
Im Alltag zeigt sich seine Sturheit besonders in kulturellen Fragen.
Er hält die tradierten Bräuche seines Volkes für sakrosankt und verwechselt Tradition oft mit Naturgesetz.
Ein Beispiel ist seine Obsession, Gemüse möglichst roh zu essen, weil er das als „reine“ Form der Nahrung betrachtet.
Für ihn war es ein festes Dogma, dass man Zutaten nicht „verfälschen“ dürfe – Kochen galt ihm als beinahe blasphemisch.
Gleichzeitig ist Middray kein schlechter Mensch.
Er hat keine bösen Absichten, kann die Bedürfnisse anderer lesen und sich notfalls anpassen, was größere offene Konflikte verhindert.
Sein Problem ist, dass er innerlich davon überzeugt ist, seine eigene Werteskala sei grundsätzlich richtig.
Weil er als Anführer so einflussreich ist, blockiert seine Starrköpfigkeit die kulturelle und zivilisatorische Entwicklung des gesamten Volkes, das die Drachen verehrt.
Middray ist ein wahrer Elitekämpfer und gilt als einer der stärksten Individuen in Milims Reich.
Seine Existenzstufe (sein „Wert als Wesen“) übersteigt die eines erwachten Gabiru sogar um das Doppelte.
Im Nahkampf nutzt er eine Form der Kampfkunst, die an Jiu-Jitsu erinnert und auf Würfe, Hebel und Haltegriffe setzt.
Er ist so versiert, dass er Milim Nava im wörtlichen Sinne als „Sparringspartner zum Spielen“ dienen kann – eine Auszeichnung, die nur extrem wenigen zuteil wird.
Normalerweise verbirgt Middray seine wahre Stärke, indem er sein Ki und seine Kampfaura durch spezielle Atem- und Körpertechniken verschleiert.
Dadurch wirkt er für Außenstehende schwächer, als er tatsächlich ist.
Im Königreich Uzaranya (in Band 6 der Romanreihe) tritt er im Kampf gleichzeitig gegen Suphia und Gabiru an.
Selbst im Zwei-gegen-eins gelingt es den beiden nicht, ihn zu bedrängen; im Gegenteil, Middray dominiert das Gefecht deutlich.
Neben seiner physischen Stärke ist Middray auch ein hochrangiger Anwender heiliger Magie.
Er brachte sich diese Kunst selbst bei, indem er seine tiefe Verehrung für Milim in spirituelle Disziplin umsetzte.
Mit seiner heiligen Magie ist er in der Lage, selbst schwere Verletzungen wie verlorene Gliedmaßen zu heilen.
Damit ist er einer der stärksten Heiler in Milims Gefolge, und sein Titel als Hohepriester ist keineswegs nur symbolisch.
Das Volk, das die Drachen verehrt, bewahrt zahlreiche alte Traditionen, Rituale und Lebensweisen, die von den Drachenkönigen und Gaia beeinflusst wurden.
Middray ist als Hohepriester die personifizierte Autorität über diese Kultur.
Er legt den Schwerpunkt des gesellschaftlichen Selbstverständnisses auf persönliches Können und „Skill-Level“ statt auf angeborene Talente.
Wer sich durch Training und Disziplin verbessert, verdient in seinen Augen Respekt.
Diese Philosophie hat einerseits einen positiven Kern: Jeder kann durch Anstrengung wachsen.
Andererseits verkennt er, dass Wissen, Wissenschaft und Innovation ebenfalls „Skills“ sind, die gepflegt werden müssen.
Unter seiner Führung stagnierte die Entwicklung des Volkes, weil er Neues grundsätzlich misstrauisch betrachtete.
Seine hartnäckige Weigerung, andere Lebensweisen – etwa eine entwickelte Kochkultur – anzuerkennen, hielt sein Volk unbewusst in einem kulturellen Stillstand.
Sein Stellvertreter Hermes erkannte schon lange, dass die starre Fixierung auf rohe Speisen und alte Bräuche Milim Nava eher entfremdete als zufriedenstellte.
Hermes vermutete sogar, dass Milims Neigung, ihre Stadt zu verlassen und durchs Land zu ziehen, teilweise auf diesem Missverhältnis beruhte.
Doch Middray schmetterte Hermès’ Hinweise meist als „Nörgelei“ ab.
Sein Unwille, diese Kritik ernst zu nehmen, verzögerte jede Reform.
Middrays Glaube an Milim Nava ist aufrichtig und tief.
Er verehrt sie nicht nur als Herrscherin, sondern beinahe als göttliches Wesen.
Gerade diese glühende Verehrung macht eine direkte Konfrontation schwierig.
Milim sieht, dass seine Sturheit ihrem Volk schadet, will jedoch seine ehrliche Loyalität nicht verletzen.
Da Middray nach Milim selbst der zweitstärkste Kämpfer im Gebiet ist, scheidet eine Lösung „mit Gewalt“ für Milim aus.
Sie könnte ihn zwar unterwerfen, aber das würde seine Frömmigkeit brechen und ihr Verhältnis nachhaltig beschädigen.
Sie wünscht sich, dass ihr Volk die Welt außerhalb der vergessenen Drachenstadt versteht und mit ihr wächst.
Doch Middray stellt unbewusst eine Barriere dar, weil er Neues als Bedrohung der Tradition betrachtet.
Interessant ist, dass Milim seine Problemseite sehr klar erkennt.
Sie arrangiert sich lange mit der Situation, bis sie schließlich eine andere Lösung über Rimuru Tempest und das Reich der Monster findet.
Über Gabiru und dessen Berichte erfährt Rimuru Tempest von Middrays Charakter und seiner zentralen Rolle im Reich Milims.
Rimuru erkennt schnell, dass die Situation sensibel ist: Man kann Middray nicht einfach „belehren“, ohne seine Loyalität zu Milim zu verletzen.
Milim wendet sich deshalb in einem Brief direkt an Rimuru und bittet ihn, ihrem Volk – und damit vor allem Middray – das Kochen beizubringen.
Dieser Wunsch ist einer der Auslöser für das große Ereignis, das als „Eröffnungsfest des Monsterreiches Tempest“ bekannt wird.
Rimuru organisiert ein großes, internationales Fest, bei dem Gäste aus vielen Ländern eingeladen sind.
Hier soll sein Reich offiziell vorgestellt werden, aber gleichzeitig will er Milims Problem subtil lösen.
Middray reist zusammen mit Milim als Ehrengast zu diesem Fest in das Monsterreich.
Dort lernt er die hochentwickelte Küche von Shuna kennen, die Rimurus Hofküche anführt.
Beim Bankett zum Eröffnungsfest wird Middray von Shuna persönlich bewirtet.
Die Speisen sind sorgfältig zubereitet, gewürzt und kunstvoll angerichtet.
Zunächst verweigert Middray jede Kostprobe.
Er bezeichnet das Kochen als „Verhöhnung der Natur“ und besteht auf der Idee, Nahrungsmittel müssten so unverarbeitet wie möglich gegessen werden.
Shuna, die diese Haltung als Missachtung sowohl der Zutaten als auch der Köche empfindet, ist darüber sichtbar verärgert.
Sie stellt ihn zur Rede und fordert ihn auf, wenigstens einmal zu probieren, bevor er urteilt.
Widerwillig gibt Middray nach und probiert schließlich eine der Speisen.
Die komplexen Aromen, Texturen und der Geschmack überwältigen ihn völlig.
Zum ersten Mal begreift er, dass das Verarbeiten von Nahrungsmitteln kein „Verderben“, sondern eine Veredelung sein kann.
Shuna erklärt ihm ruhig, dass Kochen eine Form des Respekts gegenüber der Natur und den Zutaten ist, weil es das Potenzial der Lebensmittel erst wirklich zur Geltung bringt.
Dieser Moment wird für Middray zum Schlüsselerlebnis.
Es ist eine andere Art von „Training“ – das Training des Geistes, Neues anzunehmen und zu lernen.
Shuna bleibt nicht bei bloßen Worten.
Sie nutzt geschickt die Gelegenheit, um Schritt für Schritt an Middrays festgefahrene Überzeugungen zu rühren und sie aufzubrechen.
Während Middray emotional durch den Geschmack berührt ist, zeigt Shuna ihm, dass Lernen und Wandel kein Verrat an der Tradition sind.
So gelingt es ihr, eine Öffnung in seinem Wertesystem zu schaffen, ohne ihn direkt zu demütigen.
Der endgültige Durchbruch erfolgt, als Middray Milims Gesicht beobachtet, während diese die gekochten Speisen genießt.
Milim strahlt vor Freude, ganz anders als bei den von ihm so verehrten „rohen Gemüsetellern“, die sie bisher als Opfergabe erhielt.
Middray erkennt mit einem Schlag, dass er Milim lange Zeit ungewollt gequält hat.
Was er für das edelste Mahl hielt, war für sie in Wahrheit eher eine kulinarische Strafe.
Diese Erkenntnis trifft ihn tief.
Er akzeptiert, dass seine Fixierung auf Rohkost und unveränderte Tradition weniger mit Milims Wohl als mit seinem eigenen starren Weltbild zu tun hatte.
Daraufhin gesteht er offen seine Fehler ein und beginnt, seine Haltung gegenüber neuen Dingen zu überdenken.
Shuna und das Monsterreich werden für ihn zu Lehrern in Sachen Kochkunst und Kultur.
Hermes, der die Situation von Anfang an durchschaut hatte, ist innerlich nicht überrascht.
Für ihn ist Middrays Einsicht eine längst überfällige Korrektur.
Die Veränderung in Middray wirkt sich direkt auf das Volk der Drachenverehrer aus.
Mit ihrem starrsten Bewahrer der Tradition, der nun selbst Neues annimmt, öffnen sie sich endlich der Entwicklung und dem Austausch mit anderen Nationen.
Middray versteht sich gut mit Gabiru, der ebenfalls ein Drachenmensch ist, wenn auch aus einer anderen Linie.
Zwischen beiden entsteht durch gemeinsame Kämpfe und Gespräche eine freundschaftliche Rivalität.
Middray unterstützt Gabiru und dessen Blaues Korps aktiv, indem er bei der Beschaffung fliegender Drachen hilft, die als Luftstreitmacht eingesetzt werden sollen.
Diese Flugdrachen stärken die militärische Schlagkraft des Monsterreiches erheblich.
Außerdem beteiligt sich Middray am Training der sogenannten Flugdrachen-Truppe, die das Ziel hat, eine „Drachenkrieger-Form“ zu entwickeln.
Dabei hilft er, die Drachenkräfte der Krieger zu wecken und zu disziplinieren.
Im Sparring mit Gabiru trägt Middray wesentlich zu dessen Entwicklung bei.
Gabiru wiederum wird zu einem wichtigen Mittler zwischen Middray, Milim und Rimuru Tempest.
Über Gabirus Aussagen lernt Rimuru viel über die innere Dynamik im Reich Milims.
Insbesondere versteht er, warum Milim sich schwertut, Middray direkt zu verändern, und wie sensibel diese Beziehung ist.
In Band 18 der Romanreihe wird Middray offiziell als „Erster der Vier Himmelskönige“ von Milim Nava eingesetzt.
Dieser Titel entspricht einer herausragenden Stellung in ihrer persönlichen Garde und ihrem engeren Machtzirkel.
Der Grund für diese Ernennung ist nicht nur seine Stärke, sondern auch sein umfassendes Wissen über Milim selbst.
Unter allen Gefolgsleuten gilt er als derjenige, der Milim am besten versteht – sowohl ihre Geschichte als auch ihre Eigenheiten.
Mit dieser Ernennung wird seine Loyalität auf eine neue Ebene gehoben.
Er ist nicht mehr nur Hohepriester und Führer der Drachenverehrer, sondern auch offiziell Milims wichtigster weltlicher Vollstrecker.
Der Titel symbolisiert zudem, dass Milim sein Potenzial erkennt, über seine alten Begrenzungen hinauszuwachsen.
Er soll fortan nicht nur Tradition bewahren, sondern Milims Willen in einer sich wandelnden Welt vertreten und beschützen.
💬 Community-Diskussion
Sprich über diesen Anime mit Menschen, denen er wirklich am Herzen liegt.