Kibaou ist eine Nebenfigur aus dem Franchise Sword Art Online, ein männlicher Spieler, der im Todesgame von Sword Art Online gefangen ist, durch seinen Kansai-Dialekt, seine exzentrische Frisur und sein impulsives Auftreten auffällt und zeitweise als Anführer der frühen Frontgilde „Aincrad Liberation Squad“ sowie später als Machtfigur der „Aincrad Liberation Army“ agiert.
Kibaou ist einer der rund 10.000 Spieler, die in Sword Art Online eingeschlossen werden.
Er spricht einen Dialekt aus Westjapan, der in der deutschen Fanfankultur meist als „Kansai-Akzent“ nachgebildet wird, und hat einen kleinen Kinnbart sowie eine voluminöse, „Fusselball“-ähnliche Frisur.
Seine bevorzugte Waffe ist dem Aussehen nach ein Einhänder-Schwert.
Er wirkt grob und laut, ist aber nicht dumm und kann in ruhigen Momenten durchaus vernünftig und kompromissfähig sein.
Im Anime wird er bereits früh prominent eingeführt und erhält dank der markanten Sprecherleistung von Tomokazu Seki schnell Kultstatus als „Meme-Charakter“.
In den Romanen ist sein erster formaler Auftritt zwar im zweiten Band vermerkt, dort aber nur indirekt; echte Screentime und Charaktertiefe bekommt er vor allem in der Prequel-Reihe Sword Art Online Progressive.
Sein wichtigster ideologischer Punkt: Starke Spieler müssen schwächere anleiten und schützen, sonst kommt die Gruppe im „Clearing“ des Spiels nicht voran.
Aus dieser Haltung heraus entwickelt er aber starke Vorurteile gegenüber ehemaligen Betatestern, denen er Selbstsucht und Informationszurückhaltung vorwirft.
Bekannt sind aus dem Anime besonders zwei Sätze:
„Warum, warum hast du Diavel einfach sterben lassen!“ und „Heute hast du mir zwar geholfen, aber dich kann ich trotzdem nicht akzeptieren, ich strebe meinen eigenen Weg zum Clear an.“
Kibaou ist impulsiv, temperamentvoll und schnell aufgebracht, besonders wenn er Ungerechtigkeit gegenüber vermeintlich schwächeren Spielern wittert.
Er sieht die Aufgabe „starker“ Spieler darin, als Anführer aufzutreten, Wissen zu teilen und andere aktiv zu führen.
Diese Grundidee ist eigentlich altruistisch, kippt bei ihm aber in Misstrauen und Aggression, vor allem gegenüber ehemaligen Betatestern wie Kazuto Kirigaya (Kirito).
Er ist überzeugt, dass viele Anfangsverluste auf Front-Leveln daher kommen, dass Betatester Informationen für sich behalten.
Er kann laut, beleidigend und konfrontativ auftreten, gerät leicht in politische oder persönliche Konflikte.
Gleichzeitig zeigt sich aber immer wieder, dass er reflektieren kann, Schuld fühlt und zu Einsicht fähig ist, wenn man ihn nicht frontal angreift.
Als Anführer besitzt er ein natürliches Charisma und organisatorische Fähigkeiten, scheitert aber oft an inneren Spannungen, Intrigen und seiner eigenen Sturheit.
Besonders seine Unfähigkeit, radikale Fraktionen in den eigenen Reihen zu kontrollieren, bringt ihn langfristig ins Straucheln.
Frühe Ebenen und Diavels Tod
Kibaou tritt bei der ersten großen Strategieversammlung zum Boss des ersten Stockwerks in Erscheinung, die von Diavel organisiert wird.
Dort beschuldigt er die Betatester, ihren Wissensvorsprung auszunutzen, Informationen zurückzuhalten und so den Tod vieler Gelegenheitsspieler billigend in Kauf genommen zu haben.
Er verlangt von den mutmaßlichen Betatestern sogar eine Entschuldigung und „Wiedergutmachung“, was die Stimmung im Raum stark aufheizt.
Agil geht dazwischen und entschärft die Situation, doch Kibaous Misstrauen bleibt.
Beim anschließenden Bosskampf des 1. Stockwerks weicht das Verhalten des Bosses von den Daten aus der Beta ab.
Diavel versucht, eine riskante Chance zu nutzen und stirbt, bevor Kazuto Kirigaya ihn retten kann.
Im Anime beschuldigt Kibaou daraufhin Kazuto direkt, Diavel bewusst „im Stich gelassen“ zu haben, obwohl Kazuto den Musterwechsel erkannt hatte.
Kibaous Vorwürfe und die allgemeine Feindseligkeit gegenüber Betatestern führen dazu, dass Kazuto aus Selbstschutz die Rolle des „Beater“ (Beta-Tester + Cheater) annimmt und den Hass auf sich zieht.
In der Romanvorlage ist die Situation leicht anders.
Dort sind es vor allem Lind, ein anderer Gildenführer, und ein von Kibaou getrennter Agitator, die Kazuto öffentlich angreifen, während Kibaou eher im Hintergrund agiert.
Entscheidend: In der Originalgeschichte gehört Kibaou zu den wenigen, die verstehen, dass Kazuto bewusst den Sündenbock spielt, um andere Betatester zu schützen.
Über Asuna Yuuki lässt er Kazuto ausrichten, dass er zwar seine Methoden nicht akzeptieren kann, ihm aber dafür dankbar ist, dass er sowohl den Boss gelegt als auch die „Drecksrolle“ übernommen hat.
Aufstieg zum Frontlinienführer
Nach den ersten Ebenen wird Kibaou zum Anführer des Aincrad Liberation Squad (ALS).
Die ALS entwickelt sich zusammen mit der von Lind geführten Dragon Knights Brigade (DKB) zu einem der zwei dominierenden Frontbündnisse.
Beide Gruppierungen unterscheiden sich in Taktik, Ideologie und Umgang mit anderen Spielergruppen.
Ihre Rivalität treibt die Hauptfront voran, führt aber auch immer wieder zu Spannungen, Misstrauen und beinahe gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Im Laufe der Zeit schleust die Mordgilde Laughing Coffin einen Spion in die ALS ein.
Dieser heizt Konflikte an, drängt zu riskanten Entscheidungen und nutzt Kibaous hitziges Temperament aus, um die politische Lage zu destabilisieren.
Kibaou gerät dadurch in eine Zwickmühle:
Er muss interne Hardliner beruhigen, seine Machtposition sichern und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit der DKB aufrechterhalten.
So stimmt er etwa zu, einen Bossfight im Alleingang und vorab zu versuchen, um sich einen extrem wertvollen, konfliktträchtigen Gegenstand zu sichern.
Dieses „Vorpreschen“ gefährdet das fragile Vertrauen zwischen den Frontgilden.
Niedergang auf der 25. Ebene
Auf der 25. Ebene wird die ALS Opfer falscher Informationen bezüglich des dortigen Bosses.
Kibaou vertraut den (manipulierten) Daten und führt seine Gilde in eine Schlacht, die in einem verheerenden Debakel endet.
Ein Großteil der Hauptkämpfer der ALS stirbt in diesem Kampf.
Die Gilde ist praktisch als ernstzunehmende Frontkraft zerstört, und Kibaou wie auch die Überlebenden ziehen sich desillusioniert von der vordersten Front zurück.
Dieser traumatische Verlust beeinflusst Kibaou tiefgreifend.
Er verliert Vertrauen in andere, in seine eigenen Entscheidungen und in die Idee, dass die Front aus eigener Kraft rational geführt werden kann.
Neugründung als „Aincrad Liberation Army“
Nach dem Rückzug vom Frontkampf schließt sich Kibaou mit Thinker zusammen, dem Anführer der Gilde MTD.
Die beiden Organisationen fusionieren, man benennt sich in „Aincrad Liberation Army“ um, und Thinker wird offizieller Gildenführer, während Kibaou als Vizechef mit erheblichem Einfluss fungiert.
Die Army soll eine strukturierte, straff organisierte Gilde sein, die klare Regeln, Disziplin und Schutz für Spieler auf den unteren Ebenen bietet.
Kibaou verfolgt das Ziel, nie wieder so verwundbar zu sein wie beim Desaster auf der 25. Ebene.
Doch mit der Zeit verändert sich sein Verhalten.
Er fokussiert sich immer stärker auf Macht, Kontrolle und Ressourcen – und weniger auf faire Unterstützung der Schwächeren.
Zusammen mit ihm loyal ergebenen Offizieren steigert er die Einnahmen der Gilde massiv.
Dies geschieht unter anderem durch „Steuern“ und Zwangsabgaben von Spielern auf der ersten Ebene, die de facto an Erpressung grenzen.
Machtmissbrauch und 74.-Stock-Debakel
Die zunehmende Korruption und Brutalität in der Army ruft Widerstand in den eigenen Reihen hervor, vor allem bei einfachen Mitgliedern.
Kibaou, für den die Stabilität der Gilde prioritäres Ziel geworden ist, reagiert darauf mit noch mehr Druck.
Um seine Stellung zu sichern und Kritiker zu beruhigen, befiehlt er einem Elite-Trupp um Kobatz, zum Boss der 74. Ebene aufzubrechen.
Viele der Soldaten sind jedoch unzureichend vorbereitet und unterlevelt.
Die Mission endet in einer Katastrophe mit mehreren Todesfällen.
Kibaous ohnehin angeschlagener Ruf bricht ein, und seine Machtposition wankt.
Versuch der Beseitigung von Thinker und Ausschluss
In seiner Verzweiflung versucht Kibaou, den offiziellen Gildenführer Thinker zu beseitigen.
Er lockt ihn mit einem Portal in eine Falle, bei der Thinker mithilfe eines Teleport-Items in den gefährlichen Tiefen eines Dungeons ausgesetzt werden soll – ein indirektes „Portal-PK“.
Der Plan scheitert, weil sich zufällig Kazuto, Asuna und andere starke Spieler auf der ersten Ebene aufhalten.
Sie durchschauen die Situation, retten Thinker und entlarven Kibaous Intrige.
Daraufhin werden Kibaou und seine engsten Verbündeten aus der Aincrad Liberation Army ausgeschlossen.
Die Gilde selbst wird aufgrund der Korruption und inneren Skandale schließlich aufgelöst.
Zwei Jahre nach Beginn von Sword Art Online ist damit ausgerechnet einer der Männer, die zu Beginn die Front maßgeblich mit aufgebaut hatten, auf einen Tiefpunkt gefallen, der kaum tiefer sein könnte.
Sein Verbleib im Spiel nach der Verbannung bleibt in der Romanhandlung unklar.
Im Anime ist jedoch zu sehen, dass Kibaou den Spielschluss überlebt und erfolgreich aus Sword Art Online ausloggt.
Über sein Leben in der realen Welt ist bislang nichts bekannt.
Im ursprünglichen Sword Art Online Anime tritt Kibaou ab Folge 2 auf.
Dort entspricht sein Auftritt im Wesentlichen den Ereignissen der frühen Progressive-Bände, allerdings komprimiert.
Sein emotionaler Ausbruch gegen Kazuto nach Diavels Tod ist eine der am häufigsten zitierten Szenen.
Die Mischung aus Dialekt, Verzweiflung und Übertreibung machte ihn in Fanvideos und Memes extrem populär.
In Sword Art Online the Movie -Progressive- Aria of a Starless Night und Sword Art Online the Movie -Progressive- Scherzo of Deep Night wird seine Rolle weiter ausgebaut.
Die Filme greifen die Idee auf, dass Kibaou nicht nur ein lauter Querulant, sondern auch ein verstehender Gegenspieler von Kazuto ist.
Insbesondere in Scherzo of Deep Night wird gezeigt, wie er als Anführer der ALS mit politischem Druck und inneren Spannungen ringt.
Eine Szene, in der Liten ihn quasi „politisch übersetzt“ und seine schwache Position erklärt, macht ihn menschlicher und weniger eindimensional.
Interessant ist, dass der Anime hier eine Facette nachliefert, die in früheren Adaptionen oft unterging:
Kibaou als jemand, der zwar Kazutos Methode ablehnt, aber dessen Verantwortung und Opferbereitschaft erkennt und respektiert.
Konflikt ALS vs. DKB
In Sword Art Online Progressive, das die Ereignisse der ersten Ebenen detailliert erzählt, ist Kibaou eine zentrale Figur der Frontorganisationen.
Als Anführer des Aincrad Liberation Squad repräsentiert er eine sehr „militärische“ Vorstellung vom Clearing der Ebenen.
Seine Hauptgegnerfigur auf der politischen Bühne ist Lind, der die Dragon Knights Brigade führt.
Beide stehen für unterschiedliche Linien in Strategie, Umgang mit Betatestern und Verhältnis zu unabhängigen Spielern wie Kazuto und Asuna.
Der infiltrierte Spion aus Laughing Coffin nutzt die Rivalität geschickt aus.
Er treibt ALS und DKB immer wieder an den Rand eines offenen Zusammenstoßes, um das Frontsystem zu destabilisieren.
Kibaou steckt mittendrin:
Er will Stärke und Einheit demonstrieren, gleichzeitig aber seine radikaleren Untergebenen nicht verlieren.
So kommt es zur erwähnten, von der ALS allein durchgeführten Bossraids, um ein extrem wertvolles Item zu sichern, das die Gildenbalance bedrohen könnte.
Diese Entscheidung wirkt kurzsichtig, ist aber vor allem Ausdruck des massiven Drucks, unter dem Kibaou steht.
Verständnis für Kazuto
In Progressive wird ausgestaltet, wie Kibaou nach und nach erkennt, dass Kazuto nicht nur ein egoistischer „Beater“ ist.
Über gemeinsame Kämpfe und indirekte Interaktionen bekommt er Einblick in Kazutos Belastung und Verantwortung.
Er bleibt im Grundsatz anderer Meinung, was Führung und Taktik angeht.
Aber er respektiert, dass Kazuto bereit ist, verhasst zu sein, wenn das dem Gesamtüberleben dient.
Diese „wir verstehen uns, aber bleiben getrennte Wege“-Beziehung gehört zu den interessantesten politischen Dynamiken in den frühen Ebenen.
Sie unterscheidet Kibaou deutlich von eindimensionalen Antagonisten.
In dem alternativen Handlungsstrang des Mobile-Spiels Sword Art Online: Integral Factor hat Kibaou ebenfalls einen prominenten Auftritt.
Das Spiel nutzt eine „Was wäre wenn“-Zeitleiste, in der einige tragische Ereignisse anders ausgehen.
Direkt nach dem ersten Bosskampf der Ebene kritisiert Kibaou – wie im Anime – Kazuto scharf und provoziert seine „Beater“-Selbstdefinition.
Dies geschieht, obwohl Diavel in dieser Version durch das Eingreifen des Protagonisten überlebt.
Mit der Zeit, während der gemeinsamen Frontarbeit, beginnt Kibaou aber, Kazuto zu respektieren.
Er spricht ihn irgendwann nur noch beim Namen „Kirito“ an und betrachtet ihn als verlässlichen Verbündeten.
Umgekehrt erkennt Kazuto Kibaous Bemühungen an, die Front zu strukturieren und die ALS zusammenzuhalten.
Er sagt sinngemäß zu ihm, dass es gut sei, dass Kibaou der Anführer der ALS ist, da er Verantwortung übernimmt.
Die ständige Gegenwart von Johnny Black (im Spiel oft kurz „Joe“ genannt) als Spion von Laughing Coffin sorgt wiederholt für Konflikte zwischen ALS, DKB und anderen Fraktionen.
Kibaou und Lind werden immer wieder gegeneinander ausgespielt und müssen versuchen, dennoch einen Weg zur Zusammenarbeit zu finden.
Auch das Desaster auf der 25. Ebene findet statt und kostet viele ALS-Mitglieder das Leben.
Kibaou ist tief getroffen, irrt verzweifelt umher und fragt sich, wie er so viele Kameraden in den Tod führen konnte.
Später trifft er erneut auf Thinker und Yulier, die er schon auf niedrigeren Ebenen kennengelernt hatte.
Im Theaterraum von „Tallbana“, wo einst Diavel die erste Bosssitzung hielt, ruft er die Gründung der Aincrad Liberation Army aus.
Er formuliert die neue Armee als Gilde, die „unter stählerner Disziplin zusammen stark werden“ soll, um nie wieder auseinanderzufallen.
Der Fokus liegt auf Strenge und gemeinsamer Stärke, aber in der Praxis driftet er zunächst in Härte und Übergriffigkeit ab.
Ab etwa der 47. Ebene taucht Kibaou mit einem neuen, militärisch wirkenden Outfit wieder auf.
Er stellt sich dem restlichen Clearing-Korps sogar zeitweise entgegen, stört Events oder verursacht Chaos.
Um angebliche Verzögerungen im Frontfortschritt zu verhindern, greift er zu extremen Methoden:
Er organisiert sogenannte „Train-PKs“, bei denen große Monstergruppen zu ahnungslosen Spielern gezogen werden, und nutzt orange markierte Spieler, um ein Feuerwerk-Event zu sabotieren.
Im Innern plagt ihn jedoch Schuld.
Nach einem gescheiterten Sabotageversuch und der Begegnung mit der Sängerin Yuna und dem Spieler Nautilus, die für Waisenkinder auf der ersten Ebene ein Fest organisiert haben, bricht bei ihm Reue durch.
Er entschuldigt sich leise für sein Verhalten.
Yuna und Nautilus reagieren nicht mit Strafe, sondern laden ihn ein, mit ihnen über den Markt zu gehen, was Kibaou emotional stark berührt.
Später, nach dem Bosskampf auf der 74. Ebene, überlebt Kibaou in dieser Zeitleiste.
Als sein Untergebener Kobatz die Schuld an vielen Toten anderen gibt und weiter die Front beschimpft, tritt Kibaou zusammen mit Thinker und Yulier auf.
Er fährt Kobatz heftig an und brüllt ihn an, was er sich einbilde, Menschenleben so leichtfertig zu behandeln.
Gleichzeitig übernimmt er Verantwortung und senkt vor Kazuto und dem Protagonisten den Kopf, um sich für das Fehlverhalten der Armee zu entschuldigen.
Der Spieler kann entscheiden, ob Kibaou aus der Armee ausgeschlossen wird.
Kibaou zeigt sich bereit zu gehen, wenn dies als Konsequenz notwendig ist, was seine Reue unterstreicht.
Thinker allerdings hält Kibaou für unverzichtbar, da er selbst sich nicht als geborenen Feldkommandanten sieht.
Statt Kibaou zu entlassen, beschließen sie, die Disziplin der Armee zu stärken und die Ausbildung neuer Rekruten zu verbessern, die Kibaou nun persönlich übernimmt.
In der IF-Welt von Integral Factor verhindert diese Entwicklung vermutlich die spätere Intrige gegen Thinker, die im Original zur endgültigen Korruption Kibaous führt.
Das Spiel spielt insgesamt mit „heilenden“ Alternativen zu den tragischen Ereignissen der Haupttimeline (Diavel, Sachi, Yuna, usw.), und Kibaous Läuterung passt zu diesem Muster.
Ein besonders skurriles Highlight in Integral Factor ist ein Aprilscherz-Event aus dem Jahr 2021.
Darin wird eine alternative Realität präsentiert, in der ein „sauberer Kibaou“ der Protagonist ist.
In dieser Version ist Kibaou ein extrem gutherziger, empfindsamer Menschenfreund, fast übertrieben selbstlos.
Er rührt andere durch seine Reden zu Tränen und bringt selbst notorische Problemfiguren zur Läuterung.
So bringt er in dieser Parodie sogar Akihiko Kayaba dazu, das Spiel nicht als grausames Todesgame, sondern als „freundlichen Hardcore-Modus“ zu gestalten.
Zwar bleibt permanenter Tod als Mechanik bestehen, aber der Fokus liegt auf gemeinsamem Spaß und Kooperation, wodurch das ganze Setting viel weniger dystopisch wirkt.
Selbst Johnny Black wird in dieser Satire zu „Johnny White“ und wandelt sich zu einem geläuterten Charakter.
Das Event ist bewusst überdreht und lebt von dem Kontrast zwischen dem bekannten, kantigen Kibaou und dieser fast schon Heiligen-Version von ihm.
Die Fans kommentieren diese absurde Zuspitzung gerne mit variantenreichen „Warum ist es nicht so gekommen?“–Fragen.
Die offizielle Seite spielt dabei genüsslich mit Kibaous Meme-Status und überzeichnet alle seine Eigenschaften ins Positive.
In einem Comedy-Spin-off-Manga mit dem Titel Sword Art Online Nebengeschichte: Kibaou-han! wird Kibaou auf besonders ungewöhnliche Weise verwendet.
Der Manga stammt von Zeichner Shu Akino und erschien im Magazin „SAO Magazine“.
Dort taucht eine weibliche Spielerfigur auf, die eine Art „Kibaou in Frauenform“ darstellt.
Damit erhält Kibaou eine inoffizielle Genderbent-Variante, was seinen Meme-Status weiter befeuert.
Unter bestimmten Bedingungen im Verlauf des Mangas kann zudem der „eigentliche“ Kibaou auftauchen.
Der Spin-off nimmt die Figur nicht ernst, sondern dreht die bekannten Klischees – Dialekt, Aufbrausen, Gerechtigkeitswahn – auf Comedy-Niveau.
Kibaous Ausruf in der Anime-Adaption, in dem er empört fragt, warum Diavel „im Stich gelassen“ wurde, wurde zu einem running gag.
Die Kombination aus Dialekt, Überschwang und Verzweiflung hat sich in zahlreichen Fanvideos und Remixes verewigt.
Heute tauchen Variationen dieses „Warum?“-Schreis in unterschiedlichsten Kontexten auf, wenn Fans auf absurde, frustrierende oder ironische Situationen reagieren.
Der Satz ist eng mit Kibaous Bild als lautstarker, aber irgendwie doch sympathischer Nörgler verbunden.
So wurde aus einem ursprünglich eher klein angelegten Nebencharakter ein unerwartet prägnanter Teil der Sword Art Online-Fankultur.
Sein Weg von ernsthaftem Frontführer über korrumpierten Funktionär bis hin zum selbstreflexiven, manchmal sogar geläuterten Meme-Helden macht ihn zu einer der widersprüchlichsten Figuren der Reihe.
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