Neon Genesis Evangelion ist eine japanische Anime-Fernsehserie von Hideaki Anno, die von 1995 bis 1996 ausgestrahlt wurde und aus 26 Episoden sowie mehreren Kinofilmen besteht.
Die Serie wurde ursprünglich von GAINAX und Tatsunoko Production produziert und gilt als eines der einflussreichsten Werke der japanischen Animationsgeschichte.
Originaltitel: 新世紀エヴァンゲリオン
Internationaler Titel: Neon Genesis Evangelion
Regie: Hideaki Anno
Charakterdesign: Yoshiyuki Sadamoto
Mecha-Design: Ikuto Yamashita und Hideaki Anno
Musik: Shiro Sagisu
Erstausstrahlung: 4. Oktober 1995 bis 27. März 1996
Sender: TV Tokyo und weitere Sender
Episoden: 26
Genre: Science-Fiction, Mecha-Anime, Psychodrama, Ensemble-Erzählung
Neon Genesis Evangelion spielt im Jahr 2015, fünfzehn Jahre nach einer globalen Katastrophe namens Second Impact.
Im Zentrum steht der vierzehnjährige Ikari Shinji, der von seinem Vater Gendo Ikari nach Tokyo-3 gerufen wird.
Dort soll Shinji eine riesige humanoide Kampfmaschine steuern: die Evangelion-Einheit 01.
Diese Maschinen, kurz EVA genannt, sind die einzige wirksame Waffe gegen die rätselhaften Feinde der Menschheit, die Engel.
Die Serie verbindet klassische Roboter-Action mit religiöser Symbolik, psychologischer Introspektion und existenziellen Fragen.
Gerade diese Mischung machte sie berühmt, aber auch kontrovers.
Nach dem Second Impact hat die Menschheit einen großen Teil ihrer Bevölkerung verloren.
Die Erde ist verändert, politische Strukturen sind instabil, und Japan lebt in einer dauerhaft sommerlichen Umwelt.
Als die Engel Tokyo-3 angreifen, wird Ikari Shinji von seinem entfremdeten Vater Gendo Ikari gezwungen, in die Evangelion-Einheit 01 zu steigen.
Shinji ist unsicher, verletzlich und voller Angst, doch er wird schnell zu einer Schlüsselfigur im Kampf ums Überleben der Menschheit.
Bei NERV trifft er auf Misato Katsuragi, die als Einsatzleiterin fungiert und ihn zugleich bei sich aufnimmt.
Er begegnet außerdem Rei Ayanami, einer stillen Pilotin mit geheimnisvoller Herkunft, und später Asuka Langley Soryu, einer brillanten, stolzen und emotional explosiven Pilotin aus Deutschland.
Während die Kämpfe gegen die Engel zunächst wie militärische Einsätze wirken, verschiebt sich der Schwerpunkt der Serie zunehmend.
Die inneren Konflikte der Figuren werden immer wichtiger als die äußeren Schlachten.
Shinji ringt mit Selbstwert, Schuld und dem Wunsch, von anderen anerkannt zu werden.
Rei stellt Fragen nach Identität und Menschlichkeit, während Asuka hinter ihrer Überheblichkeit tiefe Einsamkeit verbirgt.
Im Hintergrund verfolgen NERV und die Organisation SEELE das geheimnisvolle Human Instrumentality Project.
Dieses Projekt zielt darauf, die Grenzen zwischen den Menschen aufzulösen und eine neue Form menschlicher Existenz herbeizuführen.
Der wichtigste Handlungsort ist Tokyo-3, eine befestigte Stadt in der Region Hakone.
Sie liegt in der Nähe des Ashi-Sees und dient als Verteidigungsanlage gegen die Engel.
Unter der Stadt befindet sich der Geofront, ein riesiger unterirdischer Raum, in dem das Hauptquartier von NERV liegt.
Tokyo-3 wirkt wie eine futuristische Festung, die sich bei Gefahr in einen Kampfmodus verwandeln kann.
NERV
NERV ist eine geheime Sonderorganisation, die offiziell dem Schutz der Menschheit dient.
Sie besitzt die Evangelion-Einheiten und koordiniert die Einsätze gegen die Engel.
Gendo Ikari ist der Oberkommandierende von NERV.
Unter ihm arbeiten unter anderem Misato Katsuragi, Ritsuko Akagi, Kozo Fuyutsuki, Maya Ibuki, Makoto Hyuga und Shigeru Aoba.
SEELE
SEELE ist eine einflussreiche Geheimorganisation, die über NERV steht.
Ihr Ziel ist die Durchführung des Human Instrumentality Project.
Der Vorsitzende von SEELE ist Keel Lorenz.
Second Impact
Der Second Impact ereignete sich am 13. September 2000.
Offiziell wurde er als Folge eines Meteoriteneinschlags erklärt, doch die Serie deutet eine wesentlich komplexere Wahrheit an.
Human Instrumentality Project
Das Human Instrumentality Project ist eines der zentralen Mysterien der Serie.
Es soll die Isolation der Menschen überwinden, indem die Grenzen zwischen einzelnen Individuen aufgehoben werden.
Die Idee klingt zunächst wie Erlösung, wirkt aber zugleich bedrohlich.
Denn sie stellt die Frage, ob ein Leben ohne Schmerz auch ein Leben ohne Freiheit wäre.
Die Evangelion-Einheiten sehen aus wie riesige Roboter, sind aber keine gewöhnlichen Maschinen.
Sie sind biologische künstliche Menschen mit Panzerung und werden durch eine direkte Verbindung mit dem Nervensystem des Piloten gesteuert.
Die Cockpits befinden sich in sogenannten Entry Plugs.
Diese sind mit der Flüssigkeit L.C.L. gefüllt, die Atmung und neuronale Verbindung ermöglicht.
Die Leistung eines Piloten hängt von der Synchronisationsrate mit der EVA ab.
Je höher diese Rate ist, desto stärker reagiert die Einheit, doch auch Verletzungen können auf den Piloten zurückwirken.
Wichtige Einheiten
EVA-00 wird von Rei Ayanami gesteuert.
Sie ist der Prototyp und wird später modifiziert.
EVA-01 wird von Ikari Shinji gesteuert.
Sie ist die zentrale Einheit der Serie und zeigt mehrfach rätselhafte, fast lebendige Reaktionen.
EVA-02 wird von Asuka Langley Soryu gesteuert.
Sie ist eine Produktionseinheit und gilt als besonders kampfstark.
EVA-03 wird später von Toji Suzuhara gesteuert.
Ihr Einsatz führt zu einem der traumatischsten Momente der Serie.
Die Engel sind fremdartige Wesen, die Tokyo-3 und NERV angreifen.
Jeder Engel besitzt eine eigene Form, eigene Fähigkeiten und ein A.T.-Feld.
Das A.T.-Feld ist eine Art Barriere, die Engel und Evangelion-Einheiten voneinander trennt.
Später erhält dieser Begriff auch eine psychologische Bedeutung: Er steht für die Grenze zwischen einem Selbst und den anderen.
Zu den bekanntesten Engeln gehören Sachiel, Shamshel, Ramiel, Zeruel und Kaworu Nagisa als Tabris.
Ikari Shinji
Ikari Shinji ist der Protagonist der Serie.
Er ist vierzehn Jahre alt, introvertiert und von seinem Vater emotional verlassen worden.
Shinji möchte nicht kämpfen, aber er möchte auch nicht vollkommen nutzlos sein.
Sein berühmtes inneres Mantra „Ich darf nicht weglaufen“ beschreibt seinen ständigen Konflikt zwischen Angst und Pflicht.
Rei Ayanami
Rei Ayanami ist die Pilotin von EVA-00.
Sie wirkt ruhig, distanziert und beinahe entrückt.
Ihre Herkunft gehört zu den größten Geheimnissen der Serie.
Rei ist eine Figur, die weniger durch Worte als durch Schweigen fasziniert.
Asuka Langley Soryu
Asuka Langley Soryu ist die Pilotin von EVA-02.
Sie ist hochbegabt, laut, ehrgeizig und stolz auf ihre Fähigkeiten.
Hinter ihrer aggressiven Selbstsicherheit verbirgt sich jedoch eine tiefe Angst vor Ablehnung.
Asuka ist eine der emotional intensivsten Figuren des Werks.
Misato Katsuragi
Misato Katsuragi ist Einsatzleiterin bei NERV und Shinjis Vormund.
Sie wirkt im Alltag chaotisch, lebenslustig und locker, ist im Kampf aber äußerst entschlossen.
Auch sie trägt ein Trauma aus der Zeit des Second Impact in sich.
Gendo Ikari
Gendo Ikari ist Shinjis Vater und Kommandant von NERV.
Er erscheint kalt, manipulativ und undurchschaubar.
Seine Beziehung zu Shinji ist von Distanz, Macht und unausgesprochenem Schmerz geprägt.
Ritsuko Akagi
Ritsuko Akagi ist Wissenschaftlerin bei NERV.
Sie betreut die technische Seite der Evangelion-Einheiten und des MAGI-Systems.
Ihre Geschichte ist eng mit ihrer Mutter Naoko Akagi und Gendo Ikari verbunden.
Kaworu Nagisa
Kaworu Nagisa erscheint spät in der Serie als neuer Pilot.
Er begegnet Shinji mit Offenheit, Zärtlichkeit und bedingungsloser Akzeptanz.
Gerade deshalb wird seine Rolle für Shinji besonders erschütternd.
Ikari Shinji wurde im japanischen Original von Megumi Ogata gesprochen.
Rei Ayanami wurde von Megumi Hayashibara gesprochen.
Asuka Langley Soryu wurde von Yuuko Miyamura gesprochen.
Misato Katsuragi wurde von Kotono Mitsuishi gesprochen.
Gendo Ikari wurde von Fumihiko Tachiki gesprochen.
Ritsuko Akagi wurde von Yuriko Yamaguchi gesprochen.
Kaworu Nagisa wurde von Akira Ishida gesprochen.
Weitere wichtige Stimmen sind Miki Nagasawa, Junko Iwao, Takehito Koyasu, Kouichi Yamadera, Motomu Kiyokawa, Mugihito, Tomokazu Seki, Hiro Yuuki und Tetsuya Iwanaga.
Neon Genesis Evangelion behandelt Einsamkeit, Angst, Identität, Eltern-Kind-Konflikte und die Schwierigkeit menschlicher Nähe.
Die Serie fragt immer wieder, ob Menschen einander wirklich verstehen können.
Ein zentrales Motiv ist die Spannung zwischen dem Wunsch nach Verschmelzung und der Angst vor Verletzung.
Die Figuren sehnen sich nach Nähe, bauen aber zugleich Mauern um sich selbst.
Das Werk nutzt Begriffe aus Psychologie, Psychoanalyse, Religion und Philosophie.
Viele davon dienen weniger einer theologischen Erklärung als einer symbolischen und atmosphärischen Verdichtung.
Die Serie verwendet zahlreiche Motive aus Christentum, Judentum und westlicher Esoterik.
Dazu gehören Engel, Adam, Lilith, die Lanze des Longinus, der Baum des Lebens und die Schriftrollen vom Toten Meer.
Diese Elemente werden nicht streng religiös eingesetzt.
Sie dienen vor allem dazu, eine fremdartige, mythische und bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen.
Die Serie entstand nach dem Scheitern des Filmprojekts Aoki Uru, das GAINAX Anfang der 1990er Jahre geplant hatte.
Hideaki Anno entwickelte daraufhin ein neues Fernsehprojekt, das zunehmend persönlicher und radikaler wurde.
Ursprünglich waren Teile des Konzepts stärker als klassische Roboter- und Schulgeschichte gedacht.
Im Lauf der Produktion verschob sich der Fokus jedoch immer weiter in Richtung Psychodrama.
GAINAX arbeitete mit Tatsunoko Production zusammen.
Auch Production I.G. war in bestimmten Bereichen beteiligt.
Die Produktion war von Zeitdruck, finanziellen Schwierigkeiten und kreativer Experimentierfreude geprägt.
Gerade dieser Druck trug zur ungewöhnlichen Form der späteren Episoden bei.
Neon Genesis Evangelion ist bekannt für schnelle Schnitte, lange Standbilder, ungewöhnliche Kameraperspektiven und abrupte Wechsel zwischen Action und Stille.
Die Serie nutzt Texttafeln, Wiederholungen, innere Monologe und experimentelle Bildkompositionen.
Einflüsse stammen aus älteren Anime-Serien, Tokusatsu-Filmen, Science-Fiction-Literatur und Werken wie Ultraman, Mobile Suit Gundam, Devilman und Space Battleship Yamato.
Auch Regisseure wie Akio Jissoji und Kihachi Okamoto prägten Annos visuelle Sprache.
Die Musik stammt von Shiro Sagisu.
Sie kombiniert orchestrale Dramatik, Jazz-Einflüsse, elektronische Klänge und klassische Musik.
Vorspann
Der Vorspann verwendet das Lied „Zankoku na Tenshi no These“, auf Deutsch meist als „Die These eines grausamen Engels“ wiedergegeben.
Gesungen wurde es von Yoko Takahashi.
Das Lied wurde zu einem der bekanntesten Anime-Songs überhaupt.
Sein schneller, symbolisch überladener Vorspann prägte die Wahrnehmung der Serie stark.
Abspann
Der Abspann verwendet verschiedene Versionen von „Fly Me to the Moon“.
Je nach Episode unterscheiden sich Gesang, Arrangement und Stimmung.
Spätere internationale Veröffentlichungen ersetzten das Lied teilweise aus Lizenzgründen.
Die Fernsehserie umfasst 26 Episoden.
Die ersten Folgen wirken noch relativ nah am klassischen Muster eines Monster-der-Woche-Formats.
Ab der Mitte der Serie werden die Ereignisse dunkler, psychologischer und zunehmend fragmentarisch.
Die letzten beiden Episoden konzentrieren sich fast vollständig auf Shinjis Innenwelt.
Das Ende zeigt weniger eine äußere Auflösung der Handlung als eine innere Konfrontation mit Selbsthass, Angst und Selbstakzeptanz.
Diese Entscheidung löste heftige Reaktionen aus.
Viele Zuschauer waren fasziniert, andere fühlten sich um eine erzählerische Auflösung betrogen.
Death & Rebirth
1997 erschien Neon Genesis Evangelion: Death & Rebirth.
Der Film bestand aus einer Zusammenfassung der Serie und einem neu produzierten Teil, der auf ein alternatives Ende hinführte.
The End of Evangelion
Ebenfalls 1997 erschien The End of Evangelion, im Japanischen als Air / Magokoro o, Kimi ni bekannt.
Der Film zeigt eine alternative beziehungsweise ergänzende Version der letzten beiden Episoden.
Er stellt die äußeren Ereignisse rund um NERV, SEELE und das Human Instrumentality Project deutlich konkreter dar.
Der Film ist berüchtigt für seine Intensität, Gewalt, Symbolik und emotionale Radikalität.
Revival of Evangelion
1998 wurde eine überarbeitete Fassung unter dem Titel Revival of Evangelion veröffentlicht.
Sie kombinierte eine neue Schnittfassung des Rückblickteils mit The End of Evangelion.
Ab 2007 begann Hideaki Anno mit der Filmreihe Rebuild of Evangelion.
Diese Reihe erzählt die Geschichte zunächst ähnlich, entwickelt sich dann aber in eine deutlich andere Richtung.
Die vier Filme sind:
Evangelion: 1.0 You Are (Not) Alone von 2007.
Evangelion: 2.0 You Can (Not) Advance von 2009.
Evangelion: 3.0 You Can (Not) Redo von 2012.
Evangelion: 3.0+1.0 Thrice Upon a Time von 2021.
Mit dem letzten Film wurde Annos Evangelion-Zyklus abgeschlossen.
Der Manga von Yoshiyuki Sadamoto begann bereits vor der Fernsehausstrahlung.
Er lief von 1994 bis 2013 und wurde 2014 mit dem vierzehnten Band abgeschlossen.
Der Manga folgt in Grundzügen der Serie, unterscheidet sich aber in Charakterzeichnung, Ton und Ende.
Daneben entstanden zahlreiche Spin-offs, Romane, Spiele, Parodien und alternative Geschichten.
Zu den bekanntesten gehören Schul- und Alltagsvarianten, das Projekt Petit Eva und der Roman Evangelion ANIMA.
Neon Genesis Evangelion wurde in vielen Videospielen verarbeitet.
Dazu gehören Adventure-Spiele, Simulationen, Rollenspiel-Elemente und Crossover-Auftritte in der Reihe Super Robot Wars.
Seit 2004 erschienen außerdem zahlreiche Pachinko- und Pachislot-Automaten.
Diese trugen erheblich dazu bei, die Marke bei neuen Zielgruppen bekannt zu machen.
Auch Figuren, Modellbausätze, Kleidung, Musik-CDs und Kunstbücher wurden in großer Zahl veröffentlicht.
Besonders die Evangelion-Einheiten und die Figuren Rei, Asuka und Misato wurden zu Ikonen der Anime-Popkultur.
Neon Genesis Evangelion wurde zu einem kulturellen Phänomen der 1990er Jahre.
Die Serie trug maßgeblich zum sogenannten dritten Anime-Boom in Japan bei.
Sie beeinflusste die Produktion, Vermarktung und Erzählweise späterer Anime stark.
Besonders wichtig war ihr Erfolg mit Videokassetten, Laserdiscs, DVDs und späteren Heimmedien.
Die Serie zeigte, dass ein Anime nicht nur durch Spielzeugverkäufe, sondern auch durch Sammler, Fans und mediale Auswertung erfolgreich sein konnte.
Dadurch wurde sie zu einem Modell für spätere Medienmix-Strategien.
Evangelion veränderte das Bild des Mecha-Anime.
Die Roboter waren nicht mehr nur Maschinen, sondern Spiegel der Psyche ihrer Piloten.
Viele spätere Werke übernahmen Elemente wie traumatisierte Jugendliche, apokalyptische Bedrohungen, religiöse Symbolik und stark subjektive Erzählweisen.
Der Begriff Sekai-kei wird häufig mit Evangelion in Verbindung gebracht.
Er beschreibt Geschichten, in denen persönliche Gefühle und Weltuntergangsszenarien eng miteinander verknüpft sind.
Die Serie wurde von Kritikern, Fans und Wissenschaftlern intensiv diskutiert.
Sie erschien nicht nur in Anime-Zeitschriften, sondern auch in Zeitungen, Kulturmagazinen und akademischen Debatten.
Besonders das Ende der Fernsehserie und The End of Evangelion führten zu leidenschaftlichen Reaktionen.
Für manche war Evangelion ein Meisterwerk, für andere ein irritierendes, absichtlich unvollständiges Werk.
Gerade diese Ambivalenz trug zu seiner Langlebigkeit bei.
Evangelion wurde zu einem Werk, über das man nicht nur sprach, sondern das man interpretieren wollte.
Neon Genesis Evangelion erhielt den Nihon SF Taisho, einen der wichtigsten japanischen Science-Fiction-Preise.
Die Serie wurde außerdem beim Japan Media Arts Festival ausgezeichnet.
2006 wurde sie in einer Umfrage der japanischen Medienkunst als bedeutendstes Anime-Werk gewählt.
The End of Evangelion erhielt den Publikumspreis in der Kategorie Film bei den Japan Academy Awards.
Auch die Rebuild-Filme wurden mehrfach ausgezeichnet, darunter bei den Japan Academy Awards und den Tokyo Anime Awards.
Die Serie erschien zunächst auf VHS und Laserdisc.
Später folgten DVD-Veröffentlichungen, remasterte Fassungen und Blu-ray-Editionen.
Einige Episoden, besonders die Folgen 21 bis 24, existieren in unterschiedlichen Fassungen.
Es gibt Fernsehfassungen, Video-Fassungen und spätere überarbeitete Versionen.
Diese Unterschiede betreffen zusätzliche Szenen, Bildkorrekturen, Tonmischung und Schnitt.
Neon Genesis Evangelion wurde weltweit veröffentlicht und fand besonders in Nordamerika, Europa und Asien ein großes Publikum.
Internationale Streaming-Veröffentlichungen machten die Serie neuen Generationen zugänglich.
Dabei kam es auch zu Änderungen bei Synchronisation, Untertiteln und Musikrechten.
Besonders der Austausch des Abspannliedes „Fly Me to the Moon“ in einigen Fassungen wurde von Fans stark diskutiert.
Hakone gilt wegen Tokyo-3 als besonders eng mit Evangelion verbunden.
Dort entstanden Werbekampagnen, Tourismusprojekte und thematische Kooperationen.
Auch Ube, die Heimatstadt von Hideaki Anno, nutzt Evangelion für lokale Kultur- und Tourismusprojekte.
Weitere Kooperationen gab es mit Eisenbahnen, Freizeitparks und Ausstellungen.
Seit den 1990er Jahren wurden zahlreiche Evangelion-Ausstellungen organisiert.
Sie zeigten Originalzeichnungen, Produktionsmaterial, Modelle, Schwerter, Kostüme, Kunstobjekte und Merchandising.
Besonders bekannt sind die Evangelion Exhibition, Evangelion and Japanese Swords und Projekte von RADIO EVA.
Zum 30-jährigen Jubiläum wurden weitere Kinoaufführungen, Bühnenprogramme und Sonderveranstaltungen angekündigt.
2023 wurde mit Evangelion Beyond eine Bühnenproduktion angekündigt und aufgeführt.
Sie entstand als Teil des Programms rund um das Theater im Tokyu Kabukicho Tower in Tokio.
Die Bühnenfassung interpretierte Evangelion nicht einfach als Nacherzählung, sondern als eigenständige theatrale Bearbeitung.
Neon Genesis Evangelion gilt als Wendepunkt der modernen Anime-Geschichte.
Das Werk steht zwischen Unterhaltungsserie, Autorenfilm, psychologischem Experiment und Popkultur-Mythos.
Seine Bilder, Figuren, Lieder und Begriffe sind weit über die Anime-Szene hinaus bekannt.
Ikari Shinji, Rei Ayanami, Asuka Langley Soryu und Misato Katsuragi gehören zu den prägendsten Figuren des japanischen Animationsfilms.
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