Kyo Kara Maoh! – God (?) Save Our King! ist eine japanische Fantasy-Anime-Serie des Studios Deen, die auf der Light-Novel-Reihe Maru-Ma von Tomo Takabayashi basiert.
Die Reihe verbindet Isekai-Fantasy, Abenteuer und Komödie mit einem auffällig lockeren Ton.
Im Zentrum steht ein ganz normaler Oberschüler, der durch einen sehr ungewöhnlichen Zwischenfall in eine andere Welt gerät und dort plötzlich zum Dämonenkönig erklärt wird.
Die ursprünglichen Romane erscheinen seit 2000 bei Kadokawa.
Die Illustrationen stammen von Temari Matsumoto.
Bis Dezember 2009 lagen 22 Bände vor, darunter Hauptbände, Nebengeschichten und ein Spin-off.
Bis März 2013 überschritt die Reihe eine Gesamtauflage von 6,5 Millionen Exemplaren.
Die Anime-Adaption wurde unter dem Titel Kyo Kara Maoh! produziert.
Sie lief in drei Fernsehstaffeln zwischen 2004 und 2009 bei NHK.
Yuri Shibuya ist ein gerechtigkeitsliebender Schüler aus Saitama und ein großer Baseballfan.
Eines Tages will er seinen früheren Mitschüler Ken Murata vor Schlägern retten, wird jedoch selbst überwältigt.
Die Angreifer drücken seinen Kopf in eine öffentliche Toilette.
Als Yuri wieder zu sich kommt, befindet er sich nicht mehr in Japan, sondern in einer fremden Welt.
Dort erfährt er, dass er die Seele eines Königs trägt.
Noch überraschender ist die nächste Nachricht: Er soll der 27. König des Dämonenreiches Shin Makoku sein.
Yuri hat weder Erfahrung als Herrscher noch Interesse an Krieg.
Trotzdem soll er ein Volk führen, dessen Kultur, Politik und Wertvorstellungen ihm zunächst völlig fremd sind.
Seine größte Stärke ist nicht militärische Macht, sondern sein Sturkopf.
Mit Gerechtigkeitssinn, Friedenswillen und einer Menge Verwirrung versucht er, sich als neuer Dämonenkönig zu behaupten.
Shin Makoku
Shin Makoku ist das Reich der Dämonen in der fremden Welt.
Es besteht aus dem direkten Herrschaftsgebiet des Königs und den Territorien mächtiger Adelsfamilien.
Das Land wirkt europäisch-mittelalterlich, ist aber voller magischer Eigenheiten.
Schwarzes Haar und schwarze Augen gelten dort als außergewöhnlich und ehrfurchtgebietend.
Dämonen und Menschen
Dämonen altern deutlich langsamer als Menschen.
Viele von ihnen besitzen magische Kräfte, die mit den vier Elementen verbunden sind.
Menschenreiche und Dämonenreich stehen politisch oft in Spannung zueinander.
Yuris friedliche Haltung bringt ihn daher immer wieder in Konflikt mit alten Feindbildern.
Magie und Zauberei
Dämonische Magie beruht auf Bündnissen mit Elementarkräften.
Sie funktioniert besonders gut in Gebieten, die mit Dämonen verbunden sind.
Menschen und göttliche Völker nutzen dagegen eher eine andere Kraftform, die im Werk als Gesetzes- oder Heilszauber beschrieben wird.
Diese Unterschiede sind häufig wichtig für Intrigen, Kriege und religiöse Konflikte.
Die verbotenen Kästen
Eine zentrale Rolle spielen vier gefährliche Kästen.
Sie heißen „Ende der Erde“, „Ende des Windes“, „Gefrorenes Feuer“ und „Spiegel des Wassers“.
Sie stehen mit alten Katastrophen und dem Gründerkönig in Verbindung.
Ihre Schlüssel sind nicht gewöhnliche Gegenstände, sondern Körperteile bestimmter Blutlinien.
Yuri Shibuya
Yuri Shibuya ist der Protagonist der Reihe.
Im Anime wird er von Takahiro Sakurai gesprochen.
Yuri ist in Boston geboren, aber in Saitama aufgewachsen.
Er liebt Baseball, besonders die Seibu Lions, und denkt oft in sportlichen Bildern.
Als neuer Dämonenkönig trägt er meist eine Uniform, die an eine japanische Schuluniform erinnert.
Sein Spitzname spielt mit seinem Namen und lautet sinngemäß „Yuri ist vorteilhaft, Harajuku ist nachteilig“.
Wenn seine Gefühle überkochen, verfällt er in einen dramatischen Herrscher-Modus.
Dann spricht er wie ein Samurai aus einem Historienfilm und verteilt Gerechtigkeit mit großem Pathos.
Sir Conrad/Conrart Weller
Sir Conrad/Conrart Weller ist einer von Yuris wichtigsten Beschützern.
Im Anime spricht ihn Toshiyuki Morikawa.
Conrad ist ruhig, loyal und erfahren.
Er kennt sowohl die fremde Welt als auch die Erde besser als die meisten anderen Figuren.
Er war es, der Yuri seinen Namen gab.
Seine enge Bindung zu Yuri macht ihn zu einer emotionalen Schlüsselfigur der Serie.
Lord Wolfram von Bielefeld
Lord Wolfram von Bielefeld wird von Mitsuki Saiga gesprochen.
Er ist ein schöner, stolzer und ziemlich hitzköpfiger Adliger.
Durch ein kulturelles Missverständnis wird er zu Yuris Verlobtem.
Diese absurde Ausgangslage liefert viele komische Momente, entwickelt sich aber auch zu einer wichtigen Beziehung innerhalb der Gruppe.
Wolfram ist besonders begabt in Feuermagie.
Gleichzeitig ist er eifersüchtig, leicht beleidigt und deutlich weicher, als er selbst zugeben möchte.
Lord Gwendal von Voltaire
Lord Gwendal von Voltaire wird von Akio Ootsuka gesprochen.
Er wirkt streng, düster und unnahbar.
Hinter seiner finsteren Miene steckt jedoch jemand, der kleine, niedliche Dinge liebt.
Besonders berühmt ist seine Vorliebe für selbstgemachte Stofftiere.
Als erfahrener Politiker und Militär ist er eine wichtige Stütze des Reiches.
Seine ernste Art bildet einen starken Kontrast zu den chaotischen Situationen um Yuri.
Lord Günter von Christ
Lord Günter von Christ wird von Kazuhiko Inoue gesprochen.
Er ist Yuris Erzieher, Berater und leidenschaftlicher Bewunderer.
Günter ist hochgebildet, elegant und eigentlich sehr fähig.
Sobald es um Yuri geht, verliert er jedoch regelmäßig jede Würde.
Seine übertriebene Verehrung des jungen Königs gehört zu den bekanntesten komischen Elementen der Serie.
Trotz aller Albernheit ist er ein treuer und kompetenter Helfer.
Ken Murata
Ken Murata wird von Kouki Miyata gesprochen.
Er war früher Yuris Mitschüler und wirkt zunächst wie ein gewöhnlicher, kluger Oberschüler.
Später zeigt sich, dass er die Wiedergeburt des großen Weisen ist.
Er besitzt Erinnerungen an zahlreiche frühere Leben.
Ken ist höflich, schlagfertig und oft undurchschaubar.
Sein Humor ist auffällig altmodisch, was in der Serie immer wieder für absurde Dialoge sorgt.
Cäcilie von Spitzweg
Cäcilie, meist einfach Celi genannt, ist die frühere Dämonenkönigin und Mutter von Wolfram, Gwendal und Conrad.
Sie ist glamourös, freiheitsliebend und sehr romantisch veranlagt.
Nach ihrer Regentschaft geht sie auf eine Reise der freien Liebe.
Trotz ihres verspielten Auftretens ist sie eine mächtige Persönlichkeit.
Anissina von Karbelnikoff
Anissina ist eine geniale, aber gefährlich exzentrische Erfinderin.
Sie entwickelt magische Maschinen und benutzt Gwendal sowie Günter gern als Versuchspersonen.
Sie vertritt energisch die Stärke von Frauen.
Ihre Erfindungen sind meist spektakulär, aber selten ungefährlich.
Greta
Greta ist eine junge Prinzessin aus einem untergegangenen Menschenreich.
Sie wird später von Yuri adoptiert.
Sie bringt Wärme in den Hof von Shin Makoku.
Gleichzeitig sorgt ihre Anwesenheit dafür, dass Yuri seine Rolle als König auch menschlich ernster nimmt.
Gisela von Christ
Gisela ist Günters Adoptivtochter und eine begabte Heilerin.
Normalerweise ist sie freundlich und sanft.
In Krisensituationen verwandelt sie sich jedoch in eine furchteinflößende Kommandantin.
Ihre Untergebenen nennen sie dann ehrfürchtig „Sergeant“.
Gunter, Gwendal und die Hofdynamik
Ein besonderer Reiz der Serie liegt im Zusammenspiel des Hofstaats.
Ernste Staatsgeschäfte, persönliche Eifersucht, Magieunfälle und absurde Missverständnisse liegen ständig nah beieinander.
Die Figuren wirken oft wie eine dysfunktionale Familie.
Gerade dadurch bekommt das Fantasy-Abenteuer seinen humorvollen Charme.
Die Light-Novel-Reihe begann 2000 mit Kyo Kara Ma no Tsuku Jiyūgyō!.
Die ersten beiden Bände erschienen zunächst im Label Kadokawa Teens Ruby Bunko.
Ab dem dritten Band wurde die Reihe im Label Kadokawa Beans Bunko fortgeführt.
Später wurden auch die ersten Bände dort neu veröffentlicht.
Die Hauptgeschichte gliedert sich in mehrere größere Handlungsbögen.
Dazu gehören der Beginn in Shin Makoku, der Karoria-Bogen, der Seisakoku-Bogen und der Gefängnis-Bogen.
Daneben erschienen mehrere Kurzgeschichtenbände.
Ein eigenständiger Nebenroman spielt während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und verbindet die Hauptmythologie mit der Erde.
Eine Manga-Adaption mit dem Titel Kyo Kara Ma no Tsuku Jiyūgyō! wurde von Temari Matsumoto gezeichnet.
Sie erschien von 2005 bis 2016 im Magazin Monthly Asuka.
Die Reihe wurde in 21 Sammelbänden abgeschlossen.
2021 wurde eine neue Manga-Adaption unter dem Titel Kyo Kara Maoh! S angekündigt.
Die eigentliche Veröffentlichung begann 2022 online.
Die Fortsetzung erschien jedoch unregelmäßig.
Nach einer späteren Neustrukturierung der Plattform war sie zeitweise nicht mehr abrufbar.
Der Anime wurde von Studio Deen produziert.
Regie führte Junji Nishimura.
Die Serienkomposition stammt von Akemi Omode.
Das Charakterdesign übernahm Yuka Kudo.
Die Musik komponierte Yoichiro Yoshikawa.
Produziert wurde die Serie für NHK.
Ausstrahlung
Die erste Staffel lief 2004 bis 2005.
Sie umfasst 39 Folgen.
Die zweite Staffel lief 2005 bis 2006.
Auch sie umfasst 39 Folgen.
Die dritte Staffel lief 2008 bis 2009.
Sie umfasst ebenfalls 39 Folgen.
Damit kommt die Fernsehserie auf insgesamt 117 Episoden.
Stil und Ton
Der Anime mischt höfische Fantasy, politische Konflikte und slapstickartige Komödie.
Die Serie beginnt als absurde Isekai-Komödie, entwickelt aber zunehmend größere Handlungsbögen.
Besonders auffällig ist die Balance zwischen ernsten Themen und sehr verspieltem Humor.
Kriegsgefahr, Vorurteile und Herrschaftsverantwortung stehen direkt neben Wortspielen, Eifersucht und seltsamen Kreaturen.
Musik
Das erste und zweite Opening heißt Hateshinaku Tōi Sora ni und wird von The Stand Up gespielt.
Das dritte Opening heißt Sekai yo Warae.
Zu den Endings gehören Suteki na Shiawase, Arigatō und Going.
Die Musik unterstützt den leichten Abenteuercharakter der Serie.
Gleichzeitig verstärkt sie in dramatischen Szenen den emotionalen Ton.
2007 erschien die fünfteilige OVA Kyo Kara Maoh! R.
Sie wurde ebenfalls von Studio Deen produziert.
Regie führte erneut Junji Nishimura.
Die OVA erzählt zusätzliche Episoden rund um Yuri, Shin Makoku und politische Entwicklungen in Shimarons Umfeld.
Das Opening heißt Romantic Morning.
Das Ending heißt Himitsu no Pocket.
Beide Titel stammen von The Stand Up.
Zur Reihe erschienen mehrere Drama-CDs.
Sie wurden teilweise über Kadokawa-Vertriebskanäle veröffentlicht.
Ein Webradio lief unter dem Titel Shin Makoku Broadcasting Association.
Die Sendung wurde über Animate TV und Marine Entertainment verbreitet.
Zu den Moderatoren gehörten Mitsuki Saiga, Kouki Miyata und Takahiro Sakurai.
Die Sendung enthielt Gespräche, Gastauftritte, kleine Spiele und humorvolle Rubriken.
2006 erschien für Windows das Spiel Kyo Kara Maoh! Oresama Quest.
Es ist als interaktiver Roman angelegt.
Ebenfalls 2006 erschien für PlayStation 2 Kyo Kara Maoh! Hajimari no Tabi.
Das Spiel ist ein Adventure und nutzt viele Stimmen aus dem Anime.
2007 folgte Kyo Kara Maoh! Shin Makoku no Kyūjitsu für PlayStation 2.
Eine reguläre Fassung erschien 2008.
Ab 2005 wurden mobile Inhalte für japanische Mobiltelefone angeboten.
Dazu gehörten Hintergrundbilder, Klingelstimmen und mobile Dramaspiele.
Die mobilen Dramen erzählten bekannte Stoffe aus einer anderen Perspektive.
Der Dienst wurde am 30. November 2011 beendet.
Die Reihe wurde auch als Bühnenstück adaptiert.
Die erste Produktion lief 2013 unter dem Titel Mao-Geki Kyo Kara Maoh! – Maoh Tanjō-hen.
Eine zweite Produktion folgte 2015 unter dem Titel Maoh Saikōrin.
Eine dritte Produktion wurde 2016 als Maoh Bōsō-hen aufgeführt.
Das dritte Stück war eine originale Nebengeschichte.
Die Bühnenfassungen kombinierten Fantasy-Abenteuer, Komik und die stark charakterorientierte Dynamik der Vorlage.
Die Romanreihe wurde für ihre Mischung aus Fantasy, Wortwitz und leichtem Boys-Love-Unterton bekannt.
Kritiker hoben besonders die Figureninteraktionen und die spielerischen Ideen hervor.
In Anime-Popularitätsumfragen erreichte die Serie mehrfach hohe Platzierungen.
Auch einzelne Figuren wie Yuri, Conrad, Wolfram und Anissina wurden von Fans stark beachtet.
Yuri Shibuya und Sir Conrad/Conrart Weller erreichten zudem Platzierungen in Rankings zu beliebten Light-Novel-Figuren.
Die Popularität der Reihe zeigte sich auch in den zahlreichen Adaptionen, Tonträgern, Fanbüchern und Bühnenproduktionen.
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