GHOST CAT ANZU ist ein einzigartiges Manga- und Anime-Werk des Künstlers Takashi Imashiro.
Im Mittelpunkt steht Anzu-chan, eine alt gewordene Katze, die sich in eine Bakeneko, also einen Katzengeist, verwandelt hat.
Die Geschichten spielen im idyllischen Südizu, wo Anzu-chan als Teil der menschlichen Gesellschaft auf herrlich schrullige Weise ihren Alltag bestreitet.
Im Juli 2024 startete sowohl eine Fortsetzungsreihe im Magazin Comic DAYS als auch eine aufsehenerregende Anime-Kinoversion, die mit ihrer innovativen Rotoskopie-Technik begeistert.
Frech, tiefgründig und voller skurriler Figuren berührt GHOST CAT ANZU mit viel Humor die Frage nach Familie, Identität und Zusammenleben.
Das Original-Manga wurde von Takashi Imashiro geschrieben und erschien 2006–2007 im Magazin Comic BomBom von Kodansha.
Imashiro ist bekannt für seinen ungewöhnlichen Stil und das Vermengen von Alltagsleben mit fantastischen Elementen.
2024 wurde eine Fortsetzung mit dem Titel „GHOST CAT ANZU: Sturm-Kapitel“ im Magazin Comic DAYS gestartet – nach stolzen 17 Jahren Pause!
Die Adaption als französisch-japanischer Kinofilm entstand durch die Begeisterung des Regisseurs Nobuhiro Yamashita, der als Fan des Originals das Projekt mit anstieß.
Die Welt von GHOST CAT ANZU spielt im kleinen Städtchen Iketeru im südlichen Izu.
Im Zentrum steht das bescheidene Klostergelände des Tempels Sōjōji, dort lebt Anzu-chan gemeinsam mit dem alten Tempelvorsteher und dessen Familie.
Die Kleinstadt ist voller charmanter Exzentriker, skurriler Nachbarn und Kinderbanden.
Im nächtlichen Schatten begegnen Anzu-chan auch andere mystische Kreaturen wie Tanukis, Froschgeister und sogar ein verkörperter Armutsgott.
Der Kosmos mischt den sanften Realismus des Landlebens mit magischem Alltagswahnsinn.
Anzu-chan wurde vor Jahrzehnten als Katzenjunges von dem freundlichen Tempelvorsteher des Sōjōji-Tempels aufgenommen.
Nach 30 Jahren hat sich der heimliche Star der Gemeinschaft zu einer Bakeneko, einem übernatürlichen Katzengeist, entwickelt – was sie aber nicht daran hindert, ein ziemlich lockeres Leben zu führen.
Mit einer Mischung aus tierischer Neugier, nonchalantem Charme und jeder Menge Altersweisheit jobbt Anzu-chan als Gelegenheitsarbeiter, Tempeldiener oder Masseur.
Ihre Abenteuer reichen von irrwitzigen Jobs beim Sommerfest über einen skurrilen Kampf mit dem Gott des Unglücks bis hin zum unerwarteten Familienzuwachs durch die Enkelin Karin.
Das Herz der Geschichte sind die besonderen Beziehungen zwischen Anzu-chan, den Tempelbewohnern und den schrägen Stadtbewohnern – voller komischer und bewegender Momente.
Bakeneko: Eine mythische Katzenwesenheit aus dem japanischen Volksglauben, gekennzeichnet durch ihre Verwandlung nach langem Leben (meist nach über 13 Jahren).
Tempelvorsteher: Leiter des buddhistischen Klosters Sōjōji, Ziehvater von Anzu-chan.
Armutsgott: Eine unglückbringende Gestalt aus dem japanischen Aberglauben, die in der Geschichte einen der Nachbarn heimsucht.
Rotoskopie: Eine spezielle Animationstechnik, bei der echte Schauspieler aufgenommen und deren Bewegungen auf Zeichnungen übertragen werden – für einen eigenwilligen, natürlichen Look.
Manga
Das Ursprungsmanga erschien 2007 in einem Band; seit 2024 läuft die Fortsetzung „Sturm-Kapitel“ als Webcomic.
Anime-Kinofilm
Der gleichnamige Kinofilm feierte am 19. Juli 2024 in Japan und im August in Frankreich Premiere.
Regie führten Haruko Kuno und Nobuhiro Yamashita; animiert wurde das Werk in gemeinsamer Produktion von Shin-Ei Animation und Miyu Productions.
Für die Stimmen agierten bekannte Schauspieler wie Mirai Moriyama (Anzu-chan), Aoki Munetaka, Suzuki Keiichi, Kiyoe Goto und weitere.
Die Animationsproduktion setzte stark auf Rotoskopie, wodurch die Bewegungen und Mimik besonders ausdrucksstark und lebensnah wirken.
Die initiale Idee kam durch einen glücklichen Zufall: Der Produzent Keiichi Kondo entdeckte das Originalmanga in Yamashitas Büro.
Das jahrzehntelange Warten auf eine Verfilmung ergab sich durch die Liebe zum Detail und die innovative Herangehensweise an Animation.
Der Anime wurde zudem durch ein internationales Filmteam produziert und enthält Original-Tonaufnahmen der Schauspieler, um den natürlichen Ausdruck zu erhalten.
Der Titelsong „Matatabi“ wird von Chiaki Sato gesungen; Komposition und Text stammen ebenfalls von Sato.
Für das Arrangement war Kai Takahashi von LUCKY TAPES zuständig.
Der Song erscheint beim Label A.S.A.B und untermalt die poetische Atmosphäre des Films.
- Offizielle Auswahl der Directors’ Fortnight bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2024.
- Nominiert im Langfilmwettbewerb beim Festival von Annecy 2024.
- Gewinner des Publikumspreises Gold und des Preises für den besten Animationslangfilm beim Fantasia International Film Festival 2024.
Kritiker und Publikum loben GHOST CAT ANZU für seine poetische und leichtfüßig-philosophische Auseinandersetzung mit Leben und Tod.
Besonders hervorgehoben werden die feinsinnigen Charaktere und die formidablen Darstellerleistungen in der Anime-Adaption.
Die innovative Mischung aus Alltagsrealismus, surreale Mythen und ungezwungenem Humor macht das Werk zu einem außergewöhnlichen Beitrag im Genre.
Viele Figuren basieren auf realen skurrilen Typen der ländlichen japanischen Gesellschaft.
Die enge Verwebung von fantastischen Elementen und dem simplen Dorfleben erzeugt einen einzigartigen Charme.
Anzu-chan ist in ihrer Art und Allwissenheit trotz aller Kauzigkeit ein echtes Herzstück und identifikationsstiftender Charakter.
💬 Community-Diskussion
Sprich über diesen Anime mit Menschen, denen er wirklich am Herzen liegt.