Kanryuu Takeda ist ein skrupelloser Geschäftsmann und Waffenhändler, der sich im Untergrund durch den Handel mit einer neuen Art von Opium namens „Spinnennetz“ bereichert hat. Trotz seiner schwächlichen Statur und fehlender körperlicher Stärke stieg er mit List und Gier an die Spitze eines illegalen Imperiums auf. Kanryuu ist äußerst raffiniert, arbeitet mit Medizinern zusammen, schreckt vor Gewalt nicht zurück und schaltet ohne Gewissensbisse nutzlose Untergebene aus. Sein auffälliges Auftreten wird nur von seiner Unehrlichkeit übertroffen, doch nach außen hin gibt er sich höflich und respektvoll. Während verschiedene Adaptionen sein komödiantisches oder besonders bösartiges Wesen hervorheben, bleibt er stets seiner Goldgier und seinem Geschäftssinn verpflichtet. In allen Formaten ist Kanryuu Takeda ein Charakter, dessen Gier, Feigheit und törichte Arroganz ihn immer wieder zu Fall bringen.
Kanryuu Takeda ist etwa 169 cm groß und wiegt 60 kg. Er wurde im September 1848 in Tokio geboren, ist vom Sternzeichen Jungfrau und besitzt die Blutgruppe A. Sein äußeres Erscheinungsbild spiegelt sein schwächliches Wesen wider; trotz seiner kriminellen Aktivitäten fehlt es ihm an körperlicher Stärke.
Im Kinema-Remake wurde er äußerlich an den Darsteller Teruyuki Kagawa angepasst, der ihn im Realfilm verkörperte.
Kanryuu zeichnet sich durch seine außerordentliche List und Habgier aus. Er ist äußerst geschäftstüchtig und stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht, wobei er jede Gelegenheit zur Geldvermehrung nutzt.
Er gibt sich nach außen stets höflich und spricht andere mit Höflichkeit an, doch sein wahres Wesen ist durchtrieben und feige. Wenn er die Beherrschung verliert, benutzt er Schimpfwörter und greift auf Gewalt zurück. Trotz allem fehlen ihm sowohl die körperliche als auch die mentale Stärke dazu, seine Drohungen wahrzumachen. Seine größte Leidenschaft ist das Geld, und er ist stolz darauf, selbst aus schwierigsten Verhältnissen „im Dreck“ zum Erfolg gekommen zu sein.
Eine skurrile Eigenart ist seine Vorliebe fürs Putzen, die er als Hobby pflegt.
Im Anime wird er gelegentlich als komischer Charakter dargestellt, der versucht, mit Ausländern auf Englisch zu sprechen, jedoch einen Übersetzer benötigt und nur selten ein paar Brocken Englisch einstreuen kann.
Kanryuu stammt aus extrem armen Verhältnissen. Sein tiefer sozialer Minderwertigkeitskomplex wurde zur Triebfeder seines rücksichtslosen Strebens nach Wohlstand. Durch finanzielle wie auch moralische Skrupellosigkeit arbeitete er sich vom Dreck zum reichen Unterweltboss hoch und schuf ein privates Imperium mit 60 bewaffneten Gefolgsleuten.
Seine Stärken liegen eindeutig im Geschäft und in kriminellen Machenschaften, nicht aber in körperlicher Gewalt.
Er verfügt über ein Händchen für Geschäfte, Bestechung und den Aufbau illegaler Netzwerke. In Kämpfen verlässt er sich auf Waffen wie Revolver und insbesondere das Gatling-Gewehr (Drehmaschinengewehr), das er als ultimatives Druckmittel einsetzt. Körperlich ist Kanryuu jedoch schwach und nicht in der Lage, sich im Nahkampf zu behaupten.
Kanryuu arbeitete eng mit Medizinern zusammen, um das neue Opium zu vertreiben. Nach Streitigkeiten tötete er einen dieser Ärzte und entführte Megumi Takani, die Assistentin, mit der Absicht, sie zur weiteren Opiumherstellung zu zwingen. Später zeigte sich, dass er seinen Untergebenen gegenüber keinerlei Loyalität empfindet.
Er begegnet Kenshin Himura und dessen Begleitern als Feinde, verachtet aber auch seine eigenen Handlanger, wenn sie seinen Erwartungen nicht entsprechen.
In der „Hokkaido-Arc“ freundet er sich mit Aran an, schätzt dessen Geschäftssinn und nennt ihn sogar „wichtigster Schüler“.
In der zweiten Anime-Adaptation gibt es humorvolle Szenen, in denen er mit Ausländern kommuniziert und dabei auf einen Übersetzer zurückgreift. Häufig mischt er englische Wörter in sein Japanisch.
Ein weiteres witziges Element ist die Szene, in der Kanryuu behauptet, Reue zu zeigen, und versucht, Megumi Takani dazu zu überreden, gemeinsam mit ihm aus der Gefangenschaft zu fliehen.
Sein berühmter Ausruf „Gato-Gato-Gato-Gato!“ beim Feuern des Gatling-Gewehrs, ursprünglich aus der Takarazuka-Bühnenfassung, wurde in andere Versionen übernommen.
Illegale Opiumgeschäfte und Aufstieg zum Waffenhändler
Kanryuu Takeda macht mit einem innovativen Opium, dem „Spinnennetz“, große Gewinne auf dem Schwarzmarkt. In Zusammenarbeit mit einem Arzt verkauft er das Rauschgift, beseitigt aber nach einem Streit den Mediziner und entführt dessen Assistentin Megumi Takani, um die Produktion fortzusetzen.
Sein Ziel ist es, sich mit den Erlösen als Waffenhändler zu etablieren und ein privates Vermögen anzuhäufen. In seinem Anwesen beschäftigt er 60 Privatsoldaten und geht gnadenlos gegen unbrauchbare Untergebene vor. Trotz seines höflichen Auftretens zeigt er bei Wutausbrüchen sein rücksichtsloses und beleidigendes Gesicht. Körperlich ist er schwach und verlässt sich deshalb auf Feuerwaffen.
Angriff auf das Anwesen
Als Kenshin Himura und seine Gefährten das Anwesen stürmen, nimmt Kanryuu sein Gatling-Gewehr zur Hand und droht damit, alle Eindringlinge zu töten. Die Oniwabanshu stellen sich als Schutzschild in den Weg, bis er keine Munition mehr hat. Kenshin nutzt diese Gelegenheit und besiegt ihn. Kanryuu wird von der Polizei verhaftet. Dabei beschuldigt er lautstark Megumi Takani, verlangt deren Bestrafung, verstummt aber, als Kenshin ihn anfunkelt. Die Polizei sorgt schließlich dafür, dass Megumi als praktisch unschuldig gilt, was Kanryuu als Begünstigung anprangert – ohne Erfolg.
Hokkaido-Arc: Gefängnis und weiterer Aufstieg
Im „Hokkaido-Arc“ wird erklärt, dass Kanryuu durch den Verkauf seines Vermögens der Todesstrafe entging und im Kabato-Gefängnis inhaftiert wurde. Aufgrund seiner geringen physischen Kraft wurde er vorrangig für Toilettenreinigungen eingesetzt, während er auf eine Gelegenheit zur Rückkehr in die Freiheit wartete.
Bei einem Angriff der Kengaku-Heiki unter der Führung von Kan’go gelingt ihm die Flucht. Währenddessen trifft er Shomondéra, erhält von ihm das „Mantetsutou“-Schwert – kauft es aber kaufmännisch korrekt ab und übernimmt dessen Verteilung unter dem Namen „Gatowling“, wobei er das Schwert als „Gatoutou“ in Otaru verbreitet.
Kenshin Himura deckt dieses Komplott auf. Allerdings hatte Shomondéra vorausgesehen, dass Kanryuu nicht zu trauen ist und ersetzt die Waffen bald durch gebrauchte Schusswaffen. Kanryuu empört sich darüber, dass Shomondéra ohne Erlaubnis sein „Gatokwappen“ benutzt und schließt sich daraufhin Kenshin an.
Er entwickelt eine neue Geschäftsstrategie zusammen mit Aran, den er als seinen wichtigsten Schüler bezeichnet. Infolgedessen gelingt es ihm, gemeinsam mit Aran den Kengaku-Heiki-Stützpunkt in Otaru vor Kenshin zu erreichen. Dort treffen sie auf Udoc Honda, dessen Kampfstil sie zunächst einschüchtert. Doch Kanryuu entdeckt zufällig ein Gatling-Gewehr und beginnt, sich damit zu verteidigen. Nachdem die Munition ausgeht, lädt Aran nach und die beiden können Udoc Honda besiegen. Nach dem Kampf verabschiedet sich Kanryuu von seinem illegalen Gatling-Gewehr und hegt die neue Ambition, durch Gesetzeslücken legaler Waffenhändler zu werden.
Er flieht aus Hokkaido, aus Angst, dass Aoshi Shinomori ihm bald folgen könnte.
Weitere Adaptionen: Kinema-Version und Film
Im Kinema-Remake tritt Kanryuu als Sponsor für Schwertduelle auf. Herausforderer, die durch hohe Preisgelder angelockt werden, werden jedoch vom Gatling-Gewehr niedergeschossen. Sein Hass auf Samurai ist auffällig. Nachdem Kenshin erstmals seine Pläne durchkreuzt und ihn besiegt, gelingt es ihm durch Bestechung, wieder auf freien Fuß zu kommen. Er organisiert eine Bande von Unterweltkämpfern, wird aber letztlich von Yahiko Myoujin bezwungen, als er versucht, mit einem Geldkoffer zu prahlen. Optisch gleicht er Teruyuki Kagawa aus dem Realfilm.
Der Autor betont für die Kinema-Version, dass Kanryuu kein „Schurke“, sondern ein „unlauterer Händler“ sei, dessen Ehrenkodex darin besteht, sowohl in legalen als auch illegalen Geschäften Verträge strikt einzuhalten.
Silver Screen-Version („Ginmaku Soushi-hen“)
Kanryuu löst einen Terrorakt mit importierten Waffen aus, um diese dann an die Armee zu verkaufen. Am Ende der Geschichte will er nach Shanghai fliehen, wird aber vermutlich von Hajime Saito gestellt.
Realfilm
Im Realfilm bleiben Kanryuus Grundzüge erhalten. Mit dem Ziel, einen Handelshafen aufzubauen, kauft er Grundstücke – wobei das Kamiya-Dojo ein Hindernis darstellt. Darum engagiert er Jine Udou, um durch Morde im Namen des in Verruf gebrachten Kenshin Himura das Grundstück zu übernehmen. Er geht brutal und rücksichtslos vor: Unliebsame Zeugen werden getötet, Brunnen vergiftet und Megumi Takani in die Falle gelockt.
Im Showdown zwingt er die scheinbar besiegten Kenshin und Sagara Sanosuke, sich nackt zu erniedrigen. Während der finalen Erstürmung seines Anwesens zeigt Kanryuu Nervenstärke, verteilt Geld zur Motivation seiner Schläger und bereitet persönlich Waffen vor. Anders als im Original richtet das Gatling-Gewehr jedoch zu keinem Zeitpunkt ein Blutbad an, da die Oniwaban nicht auftreten. Nach seiner Verhaftung droht er weiterhin enthusiastisch mit einer Rückkehr an die Macht.
Der Schöpfer erklärte, dass Kanryuu ursprünglich nicht für eine Rückkehr im „Hokkaido-Arc“ vorgesehen war, ließ sich aber sowohl von der Film- als auch der Takarazuka-Version zu einer Wiedereingliederung des Charakters inspirieren.
- Kanryuus optisches und charakterliches Vorbild ist Takeda Kanryuusai, ehemals Anführer der 5. Einheit der Shinsengumi. Im originalen Manga taucht Kanryuusai nur kurz in Kenshins Rückblick auf, wo die Ähnlichkeit deutlich wird.
- Zu Beginn war eine homoerotische Neigung wie beim historischen Vorbild geplant, aus Rücksicht auf die Leserschaft wurde dies jedoch gestrichen.
- In „Kenshin Kaiden“ fehlt Kanryuu unter den neu gezeichneten Figuren im Band 22, da der Autor ihn schlichtweg vergessen hatte.
- In manchen Videospielen kann man Kanryuu als spielbaren Charakter wählen; seine Spezialtechnik ist das Gatling-Gewehr.
„Ich bin kein 'Schurke'. Ich bin ein 'unlauterer Händler'. Ein Vertrag ist ein Vertrag – egal ob im großen Rampenlicht oder im Schatten.“ (Ursprünglich für die Kinema-Version vom Autor entworfen.)
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