Kamiomi Tsukuyomi ist ein Lehrer an der Sakuranohana Sakuya Akademie und der ältere Bruder von Sasami Tsukuyomi. Er verbirgt ständig sein Gesicht und spricht zu jedem höflich, auch zu seiner Schwester Sasami. Trotz seiner grenzenlosen Liebe zu ihr verwöhnt er sie nicht. Im Hintergrund ist er ein mysteriöser Charakter mit einer ungewöhnlichen Erziehung, die stark von familiären Traditionen und mythologischen Ursprüngen geprägt ist. Seine familiären Beziehungen und die Übertragung göttlicher Kräfte stehen im Mittelpunkt vieler Geheimnisse um seine Person.
Kamiomi Tsukuyomi verbirgt stets sein Gesicht, meist mit irgendeinem Gegenstand oder Accessoire.
Sein blondes Haar ist identisch mit dem seiner Schwester Sasami.
Er trägt überwiegend Anzüge, was seinem zurückhaltenden und etwas distanzierten Auftreten entspricht.
Kamiomi ist von Natur aus ernsthaft und spricht mit allen Menschen in Höflichkeitsform.
Sogar seine Schwester Sasami nennt er respektvoll bei ihrem Namen mit der Endung „-san“.
Er ist ein extremer Bruderkomplex und liebt seine Schwester aufrichtig, verzichtet jedoch darauf, sie zu verwöhnen.
Gelegentlich zeigt er eine erstaunliche Unwissenheit über gängige gesellschaftliche Normen, die für einen Lehrer untypisch ist.
Manchmal wirkt es so, als hätte er seiner Schwester gegenüber nicht immer ganz angemessene Wünsche, was seine Komplexität unterstreicht.
Die Familie Tsukuyomi wiederholt seit Generationen inzestuöse Beziehungen, um die Macht der höchsten Göttin Amaterasu weiterzugeben und eine Welt zu erschaffen, die den Menschen dienlich ist.
In dieser Familie werden männliche Nachkommen zur hingebungsvollen Unterstützung der Priesterinnen von Tsukuyomi erzogen.
Auch Kamiomi wurde so geprägt und ist deshalb dazu erzogen worden, Sasami zu dienen.
Das ständige Verbergen seines Gesichtes ist Teil seiner Erziehung: Er wurde dazu angehalten, sich selbst als unsichtbaren Helfer zu betrachten.
Er ist mythologisch gesehen die Entsprechung des „Hiruko“ – eines missgebildeten Gottes, der als erster von Izanagi und Izanami geboren wurde.
Dies ist auch der Grund, warum Juju Tsukuyomi, Sasamis Mutter, ihm erlaubte, sich um Sasami seit ihrer Kindheit zu kümmern – aus Mitleid für seine Rolle als „bemitleidenswerter Existenz“.
Kamiomi besitzt in bestimmten Situationen besondere Fähigkeiten, die ursprünglich mit der Macht der Göttin Amaterasu zusammenhängen.
Im weiteren Verlauf der Geschichte erfährt man, dass er nicht die göttliche Kraft selbst besitzt, sondern alles Erlebte immer von anderen beeinflusst ist, besonders durch Sasamis Schuldgefühle.
Sasami Tsukuyomi: Seine jüngere Schwester, die er innig liebt und für die er bestens sorgt – ohne sie allerdings übermäßig zu verhätscheln.
Juju Tsukuyomi: Seine Mutter, die ihn als „Monster“ und „Bruder“ bezeichnet.
Tsurugi Yagami: Sie nennt ihn „großer Bruder“, was auf die mythologischen Verbindungen zurückgeht.
Ruza Tsukuyomi: Sein Vater, der ihn im Verlauf der Geschichte offiziell verstoßen hat.
Die Vorbereitung und Erziehung
Kamiomi wird entsprechend der Traditionen der Familie Tsukuyomi erzogen, um als Bruder und Helfer zu dienen und sich selbst stets im Hintergrund zu halten.
Sein Leben ist geprägt von dem Verstecken seines Gesichts und der Erfüllung familiärer Erwartungen.
Sasamis Flucht und ihr Schuldgefühl
Als Sasami es nicht mehr erträgt, ständig „ihr Bestes geben“ zu müssen, flüchtet sie aus dem Tsukuyomi-Schrein.
Sie nimmt Kamiomi aus rein pragmatischen Gründen mit, doch entwickeln sich dadurch komplizierte Schuldgefühle bei ihr, da sie insgeheim sein Schicksal bedauert.
Der Mythos um die Machtübertragung
Zunächst glaubt Sasami, Kamiomi hätte die „Kraft der höchsten Gottheit“ übernommen, was sie daran hindert, das Haus zu verlassen.
Später stellt sich aber heraus, dass diese Annahme lediglich ein Trugschluss und Produkt ihres schlechten Gewissens war.
Dass Kamiomi überhaupt als Lehrer arbeiten kann, obwohl ihm die schulische Grundausbildung fehlt, ist offenbar Ergebnis von Sasamis unterbewusster, weltverändernder Macht – ein Zeichen ihrer Schuldgefühle ihrem Bruder gegenüber.
Die Konfrontation mit dem Vater und die Zukunft
Eines Tages erfährt Kamiomi, dass ihm die „Macht der höchsten Göttin“, die bis dahin in Sasami als „Fleischgeschwür“ (Fleischkind) existierte, scheinbar von Amaterasu übergeben wurde.
Beim Versuch, den Tsukuyomi-Schrein aufzusuchen, wird er von seinem Vater Ruza Tsukuyomi endgültig verstoßen.
Dennoch bringt er fortan häufig Sasami mit dem Fahrrad zur Schule und bleibt eine wichtige Stütze in ihrem Alltag.
Die Rolle als „Hiruko“ und weitere Verbindungen
Kamiomi ist in Wirklichkeit die mythologische Version von Hiruko, dem missgebildeten Gott, und somit faktisch Amaterasus Bruder.
Das erklärt auch, warum er von Tsurugi und der Familie Tsukuyomi als „großer Bruder“ angesprochen wird.
Er bleibt eine Person voller Andeutungen und ungelöster Rätsel innerhalb der Serie.
In der Anime-Version gibt es eine Szene, in der man Kamiomi im Stil eines „Kinodiebs“ (aus berühmten Kinowerbespots in Japan) sieht – mit Anzug, bedecktem Gesicht und auffälligen Bewegungen.
Er hält dabei keine Kamera in der Hand und filmt stattdessen mit einer auf seinem Gesicht montierten Kamera die schlafende Sasami.
Diese absurde Szene führt dazu, dass er als „Schlafgesicht-Dieb“ bezeichnet wird, was jedoch in der Serie kaum kommentiert wird.
Kamiomis Auftreten, darunter das Verstecken seines Gesichts und seine Rolle als zurückhaltender Assistent, sorgen immer wieder für humorvolle oder mysteriöse Momente in der Serie.
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