Shuuichi Aizawa ist eine fiktive Figur aus dem Manga- und Anime-Franchise Death Note, ein erfahrener Kriminalbeamter der japanischen Polizei und Mitglied der japanischen Ermittlungszentrale im Fall Kira.
Name: Shuuichi Aizawa
Geschlecht: Männlich
Geburtsdatum: 11. Mai 1969 (Anime: 11. Mai 1972, Realserie: 11. Mai 1980)
Alter:
Erste Hälfte der Handlung: 34–35 Jahre
Zweite Hälfte: 40–42 Jahre
Spezialkapitel: 44 Jahre
Neues Spezialkapitel: 49–50 Jahre
Blutgruppe: B
Größe: 183 cm
Gewicht: 70 kg
Beruf: Kriminalbeamter der Polizeibehörde, Mitglied der japanischen Death-Note-Ermittlungszentrale
Deckname in der Ermittlungszentrale: „Aihara“ (in der Realserie: „Shuuji Aihara“)
Familienstand: Verheiratet
Ehefrau: Eriko Aizawa
Kinder: Tochter Yumi und zwei weitere Kinder (insgesamt drei Kinder, ein weiteres Kind wird nicht namentlich genannt)
Lieblingssache: Seine Tochter
Abneigung: Unzuverlässigkeit und Unernsthaftigkeit
Markante Merkmale: Ursprünglich voluminöse Afro-Frisur, später kurzgeschnittenes Haar, später markanter Stoppelbart, häufig weißer Anzug
Synchronsprecher (Anime): Keiji Fujiwara
Darsteller (Realfilm): Tatsushi Okuda
Darsteller (Realserie): Tomohisa Yugé
Shuuichi Aizawa ist Kriminalbeamter der japanischen Polizeibehörde und von Anfang an Mitglied der japanischen Ermittlungszentrale im Kira-Fall unter Leitung von L Lawliet.
Er ist für seine nüchterne, direkte Art, seinen hohen Gerechtigkeitssinn und eine starke Abneigung gegen überzogene oder rechtswidrige Ermittlungsmethoden bekannt.
Obwohl er L Lawliet und später Near gegenüber skeptisch ist, gehört Aizawa zu den fähigsten Analytikern im Team.
Er ist verheiratet, liebt seine Familie, vernachlässigt sie jedoch zeitweise wegen seiner starken Fixierung auf den Kira-Fall.
Im Verlauf der Geschichte entwickelt sich Aizawa von einem heißblütigen, impulsiven Ermittler zu einem besonneneren, fast väterlichen Anführer innerhalb der Ermittlungsgruppe.
Nach dem Ende der Kira-Ermittlungen wird er zum neuen Direktor der Kriminalabteilung und arbeitet weiterhin mit Near, dem dritten L, zusammen.
Rolle in der Ermittlungszentrale
Zu Beginn der Handlung ist Aizawa 34–35 Jahre alt und arbeitet als Kriminalbeamter der Polizeibehörde im Kira-Fall.
Auffällig ist vor allem seine große Afro-Frisur, die ihm ein sehr markantes Erscheinungsbild innerhalb des Teams verleiht.
In der geheimen Ermittlungszentrale agiert er unter dem Decknamen „Aihara“, um seine Identität vor Kira zu schützen.
Er bleibt im Team, obwohl viele andere Polizisten aus Angst vor Kira den Dienst quittieren oder die Mitarbeit verweigern.
Aizawa verfügt über ein breites Netzwerk innerhalb der Polizei.
Er hat gute Kontakte zur Spurensicherung und kennt etwa die Mobilnummer des Vizedirektors der Polizeibehörde, Koreyoshi Kitamura, was er aktiv für die Ermittlungen nutzt.
Er ist mit vielen Kollegen gut befreundet, unter anderem mit Hideki Ide, mit dem er同期 und eng befreundet ist, sowie mit Hirokazu Ukita.
Mit Ukita pflegt er sogar eine Art Familienfreundschaft, weshalb ihn dessen Tod stark erschüttert.
Konflikt mit L Lawliet
Von Beginn an steht Aizawa L Lawliet kritisch gegenüber.
Er erkennt zwar dessen Genialität, lehnt aber seine extremen, moralisch und rechtlich fragwürdigen Methoden ab.
Als Ukita stirbt und die politische Unterstützung für die Kira-Ermittlungen schwindet, wird der Druck auf die Polizei immer stärker.
Politiker, die Kira zugeneigt sind, erzwingen, dass die offizielle Ermittlungsarbeit praktisch eingestellt wird, wobei nur eine symbolische „Schein-Ermittlungszentrale“ übrig bleibt.
In dieser Phase muss sich Aizawa zwischen seiner beruflichen Sicherheit und dem kompromisslosen Weiterverfolgen der Kira-Ermittlungen entscheiden.
Er denkt auch an seine Familie und die finanzielle Verantwortung als Vater, was ihn zusätzlich belastet.
L Lawliet verschweigt zunächst, dass er alle, die ihren Job wegen des Falls verlieren, finanziell so unterstützen könnte, dass sie keine Zukunftsängste haben müssten.
Er beobachtet, wer der Ermittler bereit ist, selbst ohne dieses Wissen seinen Beruf aufzugeben, um Kira weiter zu verfolgen.
Als Aizawa herausfindet, dass L Lawliet diese Absicherung absichtlich geheim gehalten hat, ist er zutiefst gekränkt und wütend.
Er wirft L Lawliet offen an den Kopf, dass er ihn und seine Arbeitsweise hasse und mit seinen Methoden nicht einverstanden sei.
L Lawliet reagiert unerwartet ruhig und antwortet, dass diese Haltung völlig verständlich sei und er Menschen wie Aizawa sogar möge.
Überrascht und innerlich hin- und hergerissen, verlässt Aizawa schließlich trotzdem die operative Ermittlungsgruppe – auch aus einem gewissen Trotz heraus.
Zeit als provisorischer Ermittlungsleiter und Rückkehr
Nach seinem Austritt wird Aizawa zum formellen Leiter der unter dem Dach der Polizeibehörde weiterbestehenden „Schein-Ermittlungszentrale“ ernannt.
Das klingt wichtig, ist aber zunächst nur eine formal existierende Dienststelle ohne echte Ermittlungsarbeit.
Entgegen dem Eindruck, er würde sich nur treiben lassen, beteiligt Aizawa sich jedoch an einem inoffiziellen Zusammenschluss von Polizisten, die weiterhin die Festnahme von Kira anstreben.
Hideki Ide holt ihn in diese Gruppe, die Kira im Rahmen der offiziellen Polizeistrukturen weiterverfolgen will.
Als L Lawliet den Yotsuba-Kira, Kyousuke Higuchi, identifiziert und es zu einer riskanten Zugriffssituation kommt, eilt Aizawa gemeinsam mit Hideki Ide zur Unterstützung herbei.
Er hilft aktiv bei der Festnahme von Higuchi.
Nach der Lösung des Yotsuba-Falls kehrt Aizawa in die eigentliche Ermittlungszentrale zurück.
Er organisiert dort unter anderem die Untersuchung des sichergestellten Death Note durch die Spurensicherung.
Dabei erhält er den Bericht, dass sowohl das Material des Notizbuchs als auch die Tinte und die darauf geschriebenen Zeichen aus Stoffen bestehen, die auf der Erde nicht vorkommen.
Diese Information bestätigt die übernatürliche Natur des Death Note und verstärkt die Ernsthaftigkeit des Falls.
Verändertes Auftreten und Persönlichkeit
Fünf Jahre später ist Aizawa 40–42 Jahre alt und weiterhin Mitglied der japanischen Ermittlungszentrale im Kira-Fall.
Sein äußeres Erscheinungsbild hat sich deutlich verändert: Er trägt mittlerweile markanten Stoppelbart und wirkt insgesamt älter und müder.
Ursprünglich behält er seine Afro-Frisur noch eine Zeit lang.
Aus Tarnungsgründen lässt er sich später jedoch die Haare kurz schneiden; im Anime sieht man, wie er dem Abschied von seinem Afro mit etwas Wehmut begegnet.
Unter allen Mitgliedern der Ermittlungszentrale hat sich Aizawas Aussehen zwischen erster und zweiter Hälfte am stärksten verändert.
Auch innerlich ist er gereifter: Er wirkt ruhiger, überlegter und übernimmt nach dem Tod von Souichirou Yagami zunehmend die Rolle des faktischen Anführers der Ermittler.
Haltung zu Kira und der neuen Welt
In der zweiten Hälfte hat sich die öffentliche Meinung stark zugunsten von Kira entwickelt, weil die Kriminalitätsrate drastisch gesunken ist.
Sogar Kollege Touta Matsuda zeigt Verständnis für Kiras Methoden und sieht die Vorteile der gesunkenen Verbrechensrate.
Aizawa bleibt jedoch konsequent bei seiner Position: Er vertritt die Ansicht, dass eine durch die Angst vor dem Death Note erzwungene Ruhe keine echte, gerechte Friedensordnung ist.
Für ihn bleibt Kira ein Mörder, der mit Terror und Todesangst eine Pseudoordnung aufrechterhält.
Damit verkörpert Aizawa innerhalb des Teams den Standpunkt eines rechtsstaatlich orientierten, idealistischen Polizisten.
Er hält an der Überzeugung fest, dass Gerechtigkeit nicht auf Angst, sondern auf Rechtsprinzipien beruhen muss.
Einsatz gegen die Mafia und Zusammenarbeit mit Near
Als eine Mafiaorganisation das Death Note an sich bringt, kommt es zu einem entscheidenden Einsatz gegen deren Versteck.
Mello hat das Gebäude mit Sprengstoff präpariert und zwingt die gesamte Einsatztruppe zur Entwaffnung, um sie als Druckmittel zu benutzen.
Aizawa hält sich heimlich eine versteckte Waffe zurück, einen Revolver des Typs New Nambu M60.
Als die Situation eskaliert, nutzt er diese verborgene Waffe, um Souichirou Yagami zu Hilfe zu eilen und die Lage zu retten.
Nach der Zerschlagung der Mafia wird Aizawa durch den jüngeren Ermittler Near nachhaltig beeinflusst.
Er beginnt, sich mehr mit Nears Analysen zu beschäftigen und nimmt aus eigenem Antrieb Kontakt zu Near und dem SPK (Special Provision for Kira) auf.
Ohne Rücksprache mit der japanischen Ermittlungszentrale übermittelt Aizawa Near wichtige Informationen, die diese bislang gesammelt hat.
Parallel dazu beobachtet er zunehmend kritisch das Verhalten von Light Yagami, der zu diesem Zeitpunkt offiziell unter dem Namen L als Führer der Ermittlungen fungiert.
Die Widersprüche in Lights Verhalten und einige unlogische Entscheidungen in der Ermittlungsführung verstärken Aizawas Misstrauen.
Aus anfänglicher Skepsis wird schrittweise die Überzeugung, dass Light Yagami selbst Kira ist.
In der finalen Konfrontation im YB-Lagerhaus gehört Aizawa zu den Polizisten, die der Wahrheit unmittelbar gegenüberstehen.
Als Light schwer verletzt zu fliehen versucht und Near die anderen aufhalten will mit dem Hinweis, Light werde ohnehin nicht weit kommen, weist Aizawa ihn mit den Worten zurück, er nehme keine Befehle von ihm an.
Diese Reaktion kann als späte Antwort auf frühere Situationen gesehen werden, in denen L Lawliet und später Near die japanischen Ermittler als zweitrangig oder „außen vor“ behandelten.
Aizawa stellt damit klar, dass er zwar mit ihnen kooperiert, sich aber nicht blind unterordnet.
Nach dem Ende des Kira-Falls vergeht ein Jahr.
In der letzten Episode der Reihe wird gezeigt, dass Aizawa zum neuen Direktor der Kriminalabteilung aufgestiegen ist und weiterhin mit Near als drittem L in Kontakt steht, der ihn erneut um Unterstützung bittet.
Aizawa ist verheiratet mit Eriko und Vater von drei Kindern, darunter seine Tochter Yumi, die ihm besonders am Herzen liegt.
Seine Familie ist gleichzeitig seine größte Motivation und seine größte innere Konfliktquelle.
Durch seine tiefe Verpflichtung gegenüber dem Kira-Fall vernachlässigt er zeitweise sein Familienleben, was zu Streit mit seiner Frau führt.
Er sagt einmal, dass seine Frau ihn besser verstehen würde, wenn sie Ukita als „Gefallenen im Dienst“ klar als seinen Freund und Kollegen sehen könnte, was auf eine sehr enge Freundschaft hinweist.
Aizawa ist leidenschaftlich, aber nicht unüberlegt.
Er kann sich aufregen, offen Kritik äußern und auch Vorgesetzten widersprechen, bleibt jedoch grundlegend moralisch und loyal gegenüber seinen Idealen.
Er hat einen trockenen, manchmal bissigen Humor, der besonders im Zusammenspiel mit emotionaleren Kollegen wie Touta Matsuda auffällt.
Gleichzeitig zeigt er Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein, gerade gegenüber jüngeren oder weniger erfahrenen Kollegen.
Anime
Im Anime wird Aizawa von Keiji Fujiwara gesprochen, der seinen oft nüchternen, aber emotionalen Charakter treffend umsetzt.
In der zweiten Hälfte des Anime gibt es Szenen, in denen Aizawa im Familienkreis gezeigt wird, was seine private Seite stärker hervorhebt.
In der zweiten Opening-Sequenz des Anime erscheint Aizawa in einer stilisierten, überzeichneten Szene mit Sonnenbrille und Schrotflinte, in Anlehnung an bekannte Krimiserien.
Diese Darstellung ist rein stilistisch und entspricht nicht seinem Auftreten in der eigentlichen Handlung, sorgt aber für hohen Wiedererkennungswert.
Im Finale des Anime, während der Auseinandersetzung im YB-Lagerhaus, kommt es zu der Szene, in der Aizawa Nears Anweisung ignoriert, Light nicht zu verfolgen.
Diese kurze Dialogsequenz unterstreicht noch einmal Aizawas Unabhängigkeit und seinen Wunsch, als gleichberechtigter Ermittler ernst genommen zu werden.
Realfilm
In den Realfilmen wird Aizawa von Tatsushi Okuda dargestellt.
Im Gegensatz zur Vorlage verlässt er die Ermittlungszentrale hier nicht, sondern bleibt kontinuierlich Teil des Ermittlerteams.
Sein Konflikt mit L Lawliet ist im Realfilm weniger stark zugespitzt als im Manga.
Dennoch bleibt er als pflichtbewusster, ernsthafter Polizist erkennbar, der gewisse Vorbehalte gegenüber extremen Methoden hat.
Realserie
In der Realserie wird Aizawa von Tomohisa Yugé gespielt.
Sein Alter ist hier etwas niedriger angesetzt, was ihn insgesamt dynamischer und impulsiver wirken lässt.
Charakterlich tritt er als hitzköpfiger, aber sehr gerechter Ermittler auf, der bei der Grausamkeit des Yotsuba-Kira die Verantwortlichen als „ausgemachte Unmenschen“ bezeichnet.
Gleichzeitig kann er jedoch auch sehr nüchtern bleiben und weist Kanzou Mogi und Touta Matsuda darauf hin, dass sie Light Yagami nicht zu sehr in Schutz nehmen sollten.
Da Hideki Ide in der Realserie nicht vorkommt, übernimmt Aizawa die Rolle desjenigen, der auf Matsudas impulsive Bemerkungen reagiert und sie kommentiert.
So wird er zu einer Art „Stimme der Vernunft“ zwischen Idealismus, Emotionalität und Pflichtgefühl innerhalb der Realserien-Version der Ermittlungsgruppe.
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