Hitoshi Demegawa ist eine fiktive Figur aus dem Manga- und Anime-Franchise Death Note, ein sensationsgieriger Fernsehregisseur des privaten Senders Sakura TV, der durch seine Rolle als „Sprachrohr Kiras“ Bekanntheit erlangt und letztlich an seiner eigenen Gier zugrunde geht.
Name: Hitoshi Demegawa
Geschlecht: Männlich
Geburtsdatum: 4. April 1966 (Anime-Adaption: 4. April 1969)
Todesdatum: 28. November 2009
Alter in Teil 1: 38 Jahre
Alter in Teil 2: 43 Jahre
Größe: 164 cm
Gewicht: 74 kg
Sternzeichen: Widder
Blutgruppe: A
Beruf: Regisseur / Direktor beim Privatsender Sakura TV
Lieblingssache: Geld
Abneigung: Gedruckte Schrift, Text allgemein („Lesestoff“)
Charakterisierung: Egoistischer Karrierist, sensationsgieriger Medienmann, später „Kira-Sprecher“
Synchronsprecher (Anime): Chafurin
Demegawa ist ein kleiner, untersetzter Mann mittleren Alters mit Brille und buschigem Schnurrbart.
Er ist bekannt dafür, dass er für Einschaltquoten und Geld bereit ist, ethische Grenzen zu überschreiten und manipulativ zu agieren.
Als Regisseur von Sakura TV nutzt er das Phänomen „Kira“ gnadenlos aus, um sein eigenes Ansehen und die Marktposition des Senders zu stärken.
Seine Begeisterung für Kira ist dabei weniger ideologischer Natur, sondern vor allem von Geldgier, Machtstreben und persönlicher Eitelkeit geprägt.
Im Verlauf der Handlung steigt Demegawa zeitweise zur wichtigsten öffentlichen Stimme Kiras auf.
Er radikalisiert sich immer weiter, bis er sich selbst als Anführer eines quasi-religiösen „Kira-Königreichs“ inszeniert – mit fatalen Folgen.
Ausgangssituation und Charakter
Zu Beginn von Teil 1 ist Demegawa 38 Jahre alt, 164 cm groß und wiegt 74 kg.
Er arbeitet als Regisseur bei Sakura TV, einem privaten Fernsehsender, dessen Programm stark auf Sensation und Quoten ausgerichtet ist.
Demegawa ist überzeugt, dass Berichte über die Kira-Fälle beste Einschaltquoten garantieren.
Er ignoriert Warnungen der Polizei und produziert übertriebene, reißerisch geschnittene „Kira-Specials“, in denen er Kira fast wie einen Superstar behandelt.
Sakura TV ist zu dieser Zeit berüchtigt für inszenierte Beiträge, Manipulation und fragwürdige „Enthüllungen“.
Die Glaubwürdigkeit des Senders ist dadurch so stark beschädigt, dass die Quoten auf etwa zwei Prozent abgestürzt sind.
Zweiter Kira und die berüchtigten Kassetten
Der zweite Kira (Misa Amane) wird auf Demegawa aufmerksam, weil seine Kira-Sendungen so offensiv und aufmerksamkeitshungrig sind.
Sie schickt dem Sender Videobänder mit Botschaften im Namen Kiras.
Demegawa entscheidet, diese „Erklärungskassetten“ aus purem Quotenkalkül auszustrahlen.
Dabei blendet er völlig aus, dass er damit einem Mörder eine Plattform bietet und eine reale Gefahr für Unbeteiligte schafft.
Die Ausstrahlung führt dazu, dass mehrere Menschen sterben, darunter auch der Polizist Hirokazu Ukita.
Die Situation eskaliert so stark, dass Souichirou Yagami mit einem gepanzerten Fahrzeug in das Gebäude von Sakura TV fährt, um die Bänder zu sichern.
Demegawa wird von Yagami scharf zurechtgewiesen und gibt die Kassetten schlussendlich heraus.
An dieser Stelle zeigt sich zwar sein Opportunismus, aber auch, dass er vor direkter Konfrontation und Macht doch zurückschreckt.
Kooperation mit der Ermittlungsgruppe
Später spielt Demegawa eine Rolle im Plan der japanischen Ermittlungsgruppe gegen den sogenannten Yotsuba-Kira Kyousuke Higuchi.
Er hilft dabei, eine Spezialsendung aufzusetzen, in der der vermeintliche „wahre Kira“ enttarnt werden soll.
Dabei verfolgt Demegawa natürlich primär das Ziel, eine Quoten-Sensation zu erzeugen.
Trotzdem arbeitet er diesmal vergleichsweise kooperativ mit der Ermittlungsgruppe zusammen.
Er befolgt die Anweisungen von Souichirou Yagami, obwohl sie in der Vergangenheit aneinandergeraten sind.
Zudem veranlasst er, dass Touta Matsuda und andere Mitarbeiter frühzeitig in Sicherheit gebracht werden, als die Lage gefährlich wird.
Dass Demegawa die Existenz des Yotsuba-Kira anfangs als „vermutlichen Schwindel“ abtat, passt gut zu seinem Zynismus.
Ironischerweise führt gerade die schlechte Glaubwürdigkeit von Sakura TV dazu, dass man den Sender nicht einfach stoppen kann, ohne Verdacht auf sich zu ziehen.
Aufstieg zum Kira-Sprecher
In Teil 2 ist Demegawa 43 Jahre alt und hat sich in der Zwischenzeit eine starke Position im Kira-dominierten Medienumfeld aufgebaut.
Über Jahre hinweg lässt er bei Sakura TV Sendungen laufen, die Kira offen unterstützen und seine Taten legitimieren.
Diese konsequent pro-kira ausgerichtete Berichterstattung verschafft ihm unter eingefleischten Kira-Anhängern enormen Einfluss.
Schließlich wird er offiziell zum Sprecher Kiras ernannt und moderiert eine eigene Sendung mit dem programmatischen Titel „Kira-Königreich“.
Im Gegensatz zu fanatischen Idealisten wie Kiyomi Takada oder Teru Mikami glaubt Demegawa allerdings nicht aus moralischer Überzeugung an Kira.
Seine Motivation bleibt stets egoistisch: Ruhm, Macht, Geld und die Lust, im Rampenlicht zu stehen.
Angriff der Kira-Mob-Anhänger und Vertrauensverlust
Demegawa tritt später als eine Art Anführer eines aufgeheizten Kira-Mobs auf, der das Hauptquartier der SPK unter der Leitung von Near angreift.
Er nutzt seinen Einfluss im Fernsehen, um die Menge anzuheizen und Gewalt zu rechtfertigen.
Trotz dieser Radikalität bleibt er im Kern berechnend und gierig.
Als ihm Geld winkt, lässt er sich ablenken und ermöglicht es Near so, dem Zugriff zu entkommen.
Dieses Versagen lässt ihn in den Augen von Light Yagami unglaubwürdig und gefährlich erscheinen.
Light erkennt, dass Demegawa zwar nützlich, aber letztlich unkontrollierbar und korrupt ist.
„Kira-Königreich“ und Selbst-Überhöhung
Nach und nach beginnt Demegawa, die Rolle des Kira-Sprechers immer stärker für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen.
Da Light aufgrund von Ermittlungen zeitweise wenig agieren kann, füllt Demegawa das Machtvakuum in den Medien mit eigener Ideologie.
Er treibt den Aufbau eines sogenannten „Kira-Königreichs“ voran, das mehr einem Kult um seine eigene Person ähnelt als Kiras ursprünglicher Idee.
Er sammelt enorme Geldsummen unter dem Vorwand des „Königreich-Baus“ – Mindestbeteiligung eine Million Yen pro Person – und baut im Studio prunkvolle Kulissen mit Thron und Statuen auf.
Es ist höchst zweifelhaft, ob er die eingesammelten Gelder tatsächlich für den Bau irgendeines realen Königreichs verwendet.
Sein Verhalten wirkt wie das eines Scharlatans, der eine religiös-politische Bewegung für privaten Luxus ausnutzt.
Die japanische Ermittlungsgruppe nimmt Demegawa entsprechend nicht ernst und bezeichnet ihn als „unecht“, „nicht im Geist Kiras“ und „wie eine dubiose Sekte“.
Shuuichi Aizawa geht so weit zu sagen, man hätte ihn besser wirklich ausgeschaltet.
Säuberung durch Teru Mikami
Light selbst sieht in Demegawas Auftritten ein Risiko für Kiras Autorität.
Seine groteske Selbstinszenierung könnte Kiras „heilige“ Rolle in der Öffentlichkeit beschädigen.
Da Light unter strenger Beobachtung steht, kann er zunächst nicht direkt durchgreifen.
An diesem Punkt greift Teru Mikami als „X-Kira“ eigenständig ein.
Mikami entscheidet aus eigener Überzeugung und im vermeintlichen Sinne Kiras, das komplette Führungspersonal des „Kira-Königreichs“ per Death Note zu eliminieren.
Hitoshi Demegawa steht ganz oben auf dieser Liste.
In der Manga-Version wird Demegawa als einer der ersten getötet und stirbt abrupt.
In der Anime-Adaption werden zunächst die übrigen Anführer ausgelöscht, während Demegawa zitternd um sein Leben fleht – nur um dann ebenfalls ignoriert und getötet zu werden, was seine Erniedrigung noch verstärkt.
Auswirkungen nach seinem Tod
Auch nach Demegawas Tod versucht Sakura TV, aus der Kira-Welle Kapital zu schlagen.
Der Sender bezeichnet sich als „ursprünglicher Kira-Sprecher“ und beteuert, Kira um jeden Preis „zurückholen“ zu wollen.
Diese ungebremste Opportunität hat allerdings Konsequenzen:
Als Teru Mikami in Kontakt mit Kiyomi Takada tritt, wird ein zweiter Moderator, der sich als neuer Kira-Sprecher ausgibt, vom Death Note getroffen, um Kiras Autorität zu untermauern.
Später sendet Sakura TV ein Format namens „Heute mit Frau Takada“, in dem Kiyomi Takada als legitime Stimme Kiras präsentiert wird.
Nach Takadas Tod kehrt der Sender wieder zu den alten Mustern zurück und meldet sich abermals als „wahres Sprachrohr Kiras“, sogar in späteren Zusatzgeschichten.
In einer der Zusatzgeschichten wird Demegawas Sender erneut zur Plattform eines neuen Besitzers eines Death Note.
Damit setzt sich das Muster fort, dass Sakura TV und Demegawas einst hergestellte Verbindung zu Kira auch nach seinem Tod nachwirkt.
Motivische Einordnung
Demegawa ähnelt in seiner Entwicklung Kyousuke Higuchi, dem Yotsuba-Kira.
Beide sind durchschnittliche Menschen, die mit plötzlicher Macht überfordert sind und sich in ihrer Hybris selbst zerstören.
Demegawa ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein eigentlich „normaler“ Medienmensch durch Einfluss, Publikum und Nähe zu Macht in eine Art pseudo-religiösen Führer abgleitet.
Aus dem kleinen, gierigen TV-Mann wird ein größenwahnsinniger Prediger, dessen Reich am Ende vollständig von Kira ausgelöscht wird.
Allgemeine Änderungen
In der Realverfilmung von Death Note taucht Demegawa im zweiten Filmteil auf und trägt den Namen Hitoshi Demegawa weiterhin, aber mit geändertem Vornamen im kanonischen japanischen Skript.
Er wird von dem Schauspieler Maggy verkörpert und ist im Film deutlich schlanker als im Manga, trägt jedoch weiterhin Brille und Schnurrbart und ähnelt in der Kleidung dem Original.
Seine Persönlichkeit bleibt stark sensationsorientiert:
Er ist bereit, ohne Genehmigung der Senderleitung Botschaften des zweiten Kira auszustrahlen, nur um Quoten zu steigern.
Verhalten im Sender und gegenüber Kollegen
In der Filmversion ist Demegawa nicht der einzige, der moralisch fragwürdig handelt.
Die gesamte Senderleitung und viele Mitarbeiter werden als genauso quotenfixiert und skrupellos gezeichnet.
Als etwa der Moment gezeigt wird, in dem ein Polizist live im Fernsehen stirbt, ruft Demegawa begeistert Dinge wie „Er ist gerade gestorben!“, anstatt betroffen zu sein.
Diese Szene unterstreicht, wie sehr der Sender Tod als Spektakel benutzt.
Demegawa hat zudem eine intime Beziehung mit der ehrgeizigen Kollegin Saeko Nishiyama, die ihre Karriere vorantreiben möchte.
Gleichzeitig zeigt er eine vulgäre Seite, indem er die Moderatorin Kiyomi Takada sexuell belästigt und ihr gegenüber aggressiv und herablassend auftritt.
Trotzdem wird im Film angedeutet, dass Demegawa nicht völlig gewissenlos ist.
Er lobt Takadas wachsende Professionalität als Moderatorin und weist Nishiyama zurecht, als diese Takadas Erfolg sabotieren will.
Als Nishiyama, von Wut über Takada getrieben, aus dem Auto rennt (tatsächlich durch das Death Note beeinflusst), versucht Demegawa, sie aufzuhalten.
Diese Reaktion deutet auf eine gewisse emotionale Bindung hin, die über eine rein körperliche Affäre hinausgeht.
Haltung zu Kira und Zusammenarbeit mit den Ermittlern
Im Gegensatz zur Vorlage verhält sich Demegawa im Film gegenüber Kira eher neutral.
Er sagt sinngemäß, dass sie als Fernsehleute nur Angestellte seien und der Senderpolitik zu folgen hätten – egal, ob diese Kira unterstützt oder nicht.
Er bringt keine klare persönliche Zustimmung oder Ablehnung zu Kiras Ideologie zum Ausdruck.
Seine Teilnahme an Kira-bezogenen Sendungen erscheint mehr als berufliche Pflichterfüllung im Rahmen eines zynischen Systems.
Später wird Demegawa von der Ermittlungsgruppe kontaktiert, als klar wird, dass Kiyomi Takada als dritter Kira agiert.
Er hilft, eine fingierte Sendung zu inszenieren, um Takada in die Falle zu locken.
Dabei wirkt er sichtbar bedrückt:
Die Erkenntnis, dass Takada Kira ist und seine Geliebte Nishiyama getötet hat, scheint ihn zu belasten.
Er akzeptiert schließlich die Anweisung der Ermittler, Kiras wahre Identität nicht öffentlich zu machen, was zugleich auch im Interesse des Senders liegt.
In der Filmversion überlebt Demegawa und verschwindet danach einfach aus der Handlung, anstatt wie im Manga vom Death Note getroffen zu werden.
Insgesamt ist die Filmversion von Demegawa weniger ein selbstverliebter Machtfanatiker, sondern eher ein Mann, der sich dem Druck und den Strukturen eines skrupellosen Medienkonzerns beugt.
Wenn die Manga-Version „der überhebliche Durchschnittsmensch, der an zu viel Macht scheitert“ ist, dann verkörpert die Filmversion eher den „Durchschnittsmenschen, der in einem mächtigen System mitfließt“.
Death Note: Killer Within – Rolle als Vorbild
Im Spiel Death Note: Killer Within taucht Demegawas Gesicht zunächst nur in einigen Einblendungen auf, wenn es um Sakura TV geht.
Seine Präsenz ist dort eher im Hintergrund, bis eine spezielle Rolle eingeführt wird.
Mit Version 1.4.4 wird eine neue Rolle eingeführt, die direkt auf ihn basiert: der „Kira-Sprecher“.
Diese Spielfigur ersetzt die üblichen Kira-Anhänger in der Spielmechanik, agiert aber mit leicht verändertem Fokus.
Der Kira-Sprecher kann Identitäten stehlen, um Kira zu unterstützen – ähnlich wie die klassischen Gläubigenrollen.
Zusätzlich verfügt er über „Kira-Königreich-Karten“, die er heimlich anderen Ermittlern unterschieben kann.
Wird ein Ermittler festgenommen, der eine solche Karte bei sich trägt, wird er inhaftiert und scheidet aus dem Spiel aus.
Der Kira-Sprecher selbst kann die Karte nicht ablegen und ist dadurch ein hohes Risiko für sich selbst.
Kira schützt den Sprecher nicht automatisch, wenn dieser in Gefahr gerät.
Im Gegenteil: Wird er erwischt, kann Kira seine Rolle offenlegen und ihn als Bauernopfer verwenden.
Für das Lager um L ist der Fund der Karte zwar ein Hinweis, aber kein eindeutiger Beweis, welche Person genau der Kira-Sprecher ist.
So wird das Misstrauen in der Gruppe geschürt und die Ermittlungen kompliziert.
Das Rollen-Icon im Spiel zeigt klar Demegawa als Vorbildfigur.
Interessanterweise wird der Spieler aber im Hilfesystem meist von Misa Amane unterstützt, die als Gesicht der „Kira-Anhänger“-Mechanik fungiert.
In offiziellen Vorstellungsvideos des Spiels steht Misa im Mittelpunkt.
Demegawa selbst taucht dort überhaupt nicht auf, was ironisch zu seiner Rolle passt: ein Mann, der zwar der „offizielle Sprecher“ ist, aber am Ende von charismatischeren Figuren überschattet wird.
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