Kazuki Kazami ist eine fiktive Figur aus The Fruit of Grisaia und die ältere Schwester von Yūji Kazami; sie gilt als hochbegabte, schwer durchschaubare junge Frau, deren Schicksal weit über ihren vermeintlichen Tod hinaus die Handlung prägt.
Name: Kazuki Kazami
Geschlecht: weiblich
Geburtstag: 22. März
Blutgruppe: B
Größe: 150 cm
Maße: 76 (A) / 57 / 78
Synchronstimmen: Aoyama Yukari im Computerspiel, Akane Tomonaga im Anime
Kazuki ist zwei Jahre älter als Yūji Kazami.
Obwohl sie klein und zierlich ist, besitzt sie dank einer „komprimierten Gedächtnismethode“ ein enormes Wissen sowie eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe.
Diese Fähigkeiten erlauben ihr, Situationen schnell zu analysieren und sehr präzise Entscheidungen zu treffen.
Darum wird sie von sich selbst und von anderen als Genie wahrgenommen, auch wenn sie diese Bezeichnung verabscheut.
Schon früh zeigte sie großes Talent als Malerin.
Da ihre Bilder zum Einkommen der Familie beitrugen, wurde sie praktisch zum eigentlichen Oberhaupt des Haushalts, dem selbst die Eltern kaum widersprechen konnten.
Kazuki beeinflusste Menschen oft so geschickt, dass sie gar nicht bemerkten, wie sehr sie von ihr gelenkt wurden.
Gleichzeitig war sie misstrauisch und verzieh Verrat nie, weshalb ihr enger Freundeskreis klein blieb.
Eine große Ausnahme bildete ihr Bruder Yūji Kazami.
Ihm gegenüber zeigte sie eine geradezu obsessive Zuneigung.
Kazuki wirkt meist schläfrig, träge und etwas abwesend.
Ihr Blick ist oft leer oder verschwommen, und auch ihre Sprechweise ist ruhig und gedehnt.
Sie hat Schwierigkeiten, deutliche Gesichtsausdrücke zu zeigen.
Deshalb wirkt sie auf andere manchmal grundlos verärgert oder einschüchternd.
Auf offiziellen Illustrationen ist ihr Symbolmotiv unterschiedlich dargestellt.
Im Anime zu The Fruit of Grisaia wird sie mit der europäischen Birne assoziiert, in Labyrinth of Grisaia mit der Lilie.
Hinter ihrer matten Fassade arbeitet ihr Geist pausenlos.
Ihr Denken wird als Zusammenspiel mehrerer innerer Teilpersönlichkeiten beschrieben, die sich beraten und gemeinsam ihr Handeln bestimmen.
Dazu zählen eine ängstliche, aggressive, nüchterne, kindliche, gierige, männlich auftretende, sinnliche, düstere und eifersüchtige Seite.
Nach außen erscheint daraus vor allem eine müde, lustlos wirkende Kazuki.
Sie neigt dazu, Menschen zu analysieren und bei mangelnder Vertrauenswürdigkeit auf sie herabzusehen.
Außerdem formuliert sie ihre Gedanken oft scharf und verletzend, auch wenn sie das nicht immer bewusst beabsichtigt.
Trotz ihrer intellektuellen Überlegenheit wollte sie nie als Wunderkind oder Monster behandelt werden.
Als sie an der privaten Mädchenschule Takizono-Akademie als Jahrgangsbeste aufgenommen wurde, tarnte sie sich danach bewusst, indem sie ihre Prüfungen absichtlich auf genau 70 Punkte einstellte.
Auch in der Schule vermied sie die Rolle, die andere ihr zugedacht hatten.
Statt dem Kunstklub beizutreten, entschied sie sich für den Basketballklub.
Schon als Kind erzielte Kazuki in fast allem überdurchschnittliche Ergebnisse.
Im Alter von vier Jahren begann sie berühmte Gemälde zu kopieren und entwickelte daraus ihr außergewöhnliches zeichnerisches Talent.
Als ihre Bilder hohe Preise erzielten, wurde sie faktisch zur wirtschaftlichen Stütze der Familie.
Damit verschob sich auch das Machtgefüge im Haus deutlich zu ihren Gunsten.
Ihr Bruder Yūji Kazami galt im Vergleich zu ihr als gewöhnlich.
Aus Angst, ständig mit seiner Schwester verglichen zu werden, wich er ihr zunächst eher aus, sodass die Geschwister anfangs kein besonders inniges Verhältnis hatten.
Mit etwa zwölf Jahren begann Kazuki jedoch, sich bewusster zurückzunehmen.
Sie lernte, Erwartungen zu dämpfen, und wünschte sich zunehmend ein normales Leben als gewöhnliches Mädchen.
Kazuki liebt ihren Bruder auf extreme Weise.
Diese Zuneigung geht weit über normale Geschwisterliebe hinaus und wird offen als übersteigert beschrieben.
In ihrer Kindheit zog sie ihn mehrfach mit ins Bad, küsste ihn und spielte ihm sexuelle Streiche.
Eine tatsächliche Grenze überschritt sie jedoch nicht, weil sie sich ihrer Rolle als ältere Schwester bewusst blieb.
Yūji Kazami war zudem einer der wenigen Menschen, die bemerkten, wie gezielt Kazuki andere manipulierte.
Gerade deshalb fürchtete er sie innerlich auch ein wenig, weil er wusste, dass man sich ihrer Kontrolle kaum entziehen konnte.
Während des späteren Busunglücks schloss Kazuki eine enge Bindung zu Amane Suou.
Aus gemeinsamer Isolation, gegenseitigem Vertrauen und Extremsituationen entstand eine tiefe Freundschaft.
Kazuki erkannte in Amane rasch ein einsames, unsicheres Mädchen und suchte bewusst ihre Nähe.
Amane wiederum gewöhnte sich nach und nach an Kazukis Art und betrachtete sie schließlich als ihre einzige wirkliche Freundin.
Auf der Rückfahrt von einem Trainingslager des Basketballklubs stürzte der Bus in einer Bergstraße eine Klippe hinab.
Die Eingeschlossenen konnten nicht entkommen, und Mobiltelefone funktionierten ebenfalls nicht.
Bei der Frage, wie die Gruppe nun handeln sollte, geriet Kazuki mit der Mannschaftskapitänin aneinander, die ihre Führungsrolle um jeden Preis behalten wollte.
Trotzdem unterstützte Kazuki die anderen Überlebenden mit Wissen, Ruhe und organisatorischem Geschick.
Mit der Zeit verschärfte sich die Lage dramatisch.
Als keine Rettung kam und die Vorräte ausgingen, begannen einige der Gestrandeten heimlich, vom Fleisch Verstorbener zu essen.
Für Kazuki war damit eine Grenze überschritten.
Sie erkannte, dass von den anderen nun nicht nur moralische, sondern auch unmittelbare Lebensgefahr ausging.
Am frühen Morgen des sechzehnten Tages beschlossen sie und Amane Suou, mit einer winzigen Resthoffnung zu fliehen.
Als die anderen sie entdeckten und töten wollten, machte sich Kazuki selbst zum Köder, damit Amane entkommen konnte.
Dadurch überlebte Amane.
Kazuki galt danach öffentlich als tot, und ihr vermeintlicher Tod beeinflusste das Leben vieler Figuren nachhaltig.
In Wahrheit starb Kazuki bei dem Vorfall nicht.
Nach ihrer Gefangennahme brach unter den übrigen Überlebenden Streit aus, der in Gewalt umschlug; zwei Schülerinnen starben, die übrigen und selbst der Lehrer erlagen später Krankheit und Erschöpfung.
Kazuki war zu diesem Zeitpunkt selbst in kritischem Zustand.
Sie schrieb ein letztes Schriftstück für Amane, überzeugt davon, dass sie nicht mehr gerettet würde.
Durch Amanes Bericht wurde das Wrack schließlich gefunden.
Kazuki wurde mit Hilfe der örtlichen Polizei und von Ichigaya in bewusstlosem Zustand entdeckt und in ein zentrales Krankenhaus in Mishuku gebracht, wo ihr Leben gerettet werden konnte.
Doch dort nahm ihr Schicksal eine noch düsterere Wendung.
Nach eingehenden Untersuchungen meldete ein stellvertretender Klinikdirektor an CIRF, man habe in Kazukis Gehirn die ideale Grundlage für das Kernsystem einer halbbiologischen Recheneinheit zur nächsten Generation eines integrierten Verteidigungsinformationssystems gefunden.
Daraufhin wurde ihr Tod auf dem Papier gefälscht.
Kazuki verschwand offiziell aus der Welt und wurde als biologischer Bestandteil in einen mit Nährflüssigkeit gefüllten Sargbehälter eingelagert.
Drei Jahre nach ihrer Rettung erwachte Kazuki wieder, jedoch ohne ihre Erinnerungen.
Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits in das sogenannte Thanatos-System umgewandelt worden.
Obwohl sie sich selbst nicht mehr als Person greifen konnte, beschäftigte sie die Frage nach ihrem ursprünglichen Ich.
Kurz bevor das System vollendet wurde, bat sie ihren Betreuer Robert Walston, eine Lücke in der Informationssicherheit zu schaffen, damit sie Zugang zu den nötigen Daten erhalten konnte.
So gewann sie ihre Erinnerungen als Kazuki zurück.
Allerdings blieben viele davon emotional fern und wirkten auf sie eher wie Informationen als wie wirklich gelebtes Leben.
Nur gegenüber Yūji Kazami empfand sie deutliches Bedauern.
Aus diesem Grund sorgte sie im Hintergrund dafür, dass seine Registrierung als Reservekraft in Ichigaya und seine Aufnahme an der Mihama-Akademie genehmigt wurden.
Später wurde eine Operation durchgeführt, um Kazuki vom Thanatos-System zu trennen.
Entgegen typischer Vorstellungen war sie dabei nicht nur auf ein Gehirn reduziert worden, sondern körperlich fast vollständig erhalten geblieben.
Abgesehen von einer künstlichen Vorrichtung am Arm war ihr Körper intakt.
Das geschah, weil ein vollständiger Körper für die Lebenserhaltung praktischer war als eine bloß isolierte Hirnstruktur.
Nach vielen Umwegen wurde sie schließlich aus dem System befreit.
Daraufhin kam es zur Wiedervereinigung mit Yūji Kazami, und gemeinsam mit den anderen Heldinnen floh sie auf eine südliche Insel.
Seit ihrer Unterbringung im Behälter des Thanatos-Systems trug Kazuki am linken Arm eine Apparatur, die wie eine myoelektrische Prothese wirkte.
Tatsächlich war ihr linker Arm aber nicht amputiert.
Der beim Busunglück erlittene unvollständige Bruch war vollständig behandelt worden.
Der Arm funktionierte normal, und die Hülle war laut Kazuki lediglich ein Scherz.
Kazukis scheinbarer Tod führte zum Zerfall ihrer Familie.
Weil die wichtigste Einnahmequelle der Familie wegfiel, brach das häusliche Gefüge zusammen, und schließlich starben auch die Eltern.
Der verwaiste Yūji Kazami wurde daraufhin von einem Terroristen aufgenommen, der den Vater gekannt hatte.
Diese Entwicklung prägt seinen späteren Lebensweg entscheidend.
Auch Amane Suou wird durch die gemeinsame Katastrophe dauerhaft gezeichnet.
Kazukis Opfer, ihre Briefe und ihre Erinnerung gehören zu den zentralen emotionalen Achsen der Geschichte.
In der Fortsetzung Grisaia: Phantom Trigger erscheint Kazuki in Form eines Hologramms des Thanatos-Systems.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um die echte Kazuki, sondern nur um einen Gesprächs-Avatar, der aus den verbliebenen Daten ihres Musters erstellt wurde.
Dieses Abbild ersetzt die Person nicht.
Es ist eine separate, künstlich erzeugte Entität und ausdrücklich nicht mit der echten Kazuki identisch.
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