Doraemon ist die Hauptfigur des gleichnamigen Mangas von Fujiko F. Fujio und hat in Japan Kultstatus. Er ist ein katzenförmiger Roboter aus dem 22. Jahrhundert, der in das Leben von Nobita Nobi tritt, um dessen tragisches Schicksal ins Positive zu wenden. Ursprünglich kam Doraemon als Babysitter für Nobitas Urenkel in die Familie, doch bald ist er Nobitas engster Freund. Mit seinen „Geheimwerkzeugen“ hilft er Nobita bei Abenteuern und Schwierigkeiten. Sein Erscheinungsbild, seine Fähigkeiten und sein Charakter sind eine charmante Mischung aus Fortschrittlichkeit und menschlicher Wärme, was ihn zu einer der beliebtesten Figuren der japanischen Popkultur macht.
Körperliche Merkmale
Doraemon ist ein etwa 129,3 cm großer, katzenförmiger Roboter ohne sichtbare Ohren, mit rundem Gesicht, runden Händen und Füßen sowie einem weißen Bauch. Sein ursprüngliches Körpergewicht beträgt ebenfalls 129,3 kg. Kopf- und Brustumfang messen je 129,3 cm, seine Beinlänge beträgt 129,3 mm.
Er trägt eine rote Halsglocke und einen runden roten Schwanz, der als Ein/Aus-Schalter dient. Seine Haut ist leuchtend blau, mit weißem Gesicht, Händen und Füßen. Die Nase ist rot und auffällig, sein Mund kann bis zu einer Waschbeckengröße geöffnet werden.
Funktionale Details
Er beinhaltet einen "Verdauungsapparat" und einen "Atomspeicher" zur Energiegewinnung und kann jegliche Nahrung verwerten, um Energie zu erzeugen, ohne jedoch eine echte Toilette zu benötigen.
Seine „Radar-Schnurrhaare“ sind mittlerweile defekt, und die Schnurrhaare dienen inzwischen nur noch zur Schau. Die Nase sollte über einen Geruchssinn verfügen, doch auch dieser ist häufig gestört. Seine „Rotationshände“ ermöglichen das Greifen aller Gegenstände.
Seine Beine sind äußerst kurz, doch im Notfall lassen sie sich ausfahren. Er kann bis zu 129,3 km/h schnell laufen, besonders, wenn er Mäuse sieht. Seine Körperoberfläche enthält eine antimikrobielle Beschichtung. Normalerweise schwebt er etwa 3 mm über dem Boden.
Er hat einen robusten, widerstandsfähigen Körper, der harten Stößen, extremen Temperaturen oder anderen äußeren Einflüssen widerstehen kann. Dennoch fühlt er – wie eine echte Katze – Kälte und Hitze, und sein Lieblingsplatz im Winter ist die Heizdecke.
Geist und Temperament
Doraemon zeigt eine freundliche, einfühlsame und hilfsbereite Seite, aber auch Humor und gelegentliche Schusseligkeit. Nobita gegenüber ist er mal väterlicher Freund, mal kumpelhaft auf Augenhöhe.
Zwar hält er gern moralische Reden über Anstrengung und Selbstbewusstsein, doch manchmal verfällt er selbst in Bequemlichkeit oder nutzt seine Werkzeuge, um sich Arbeit zu sparen. Auch zeigt er gelegentlich eine kindliche Eifersucht und ein leicht reizbares Gemüt, vor allem, wenn ihn jemand mit einem Waschbären (Tanuki) verwechselt.
Doraemon ist sehr gesellig, kann leicht Freundschaften schließen und liebt es zu spielen oder sich mit anderen Katzennachbarn zu treffen, auch wenn er – ganz Roboter – systematisch und ordentlich agiert.
Schwächen und Leidenschaften
Obwohl er als superstarker Roboter gebaut wurde, fürchtet er sich panisch vor Mäusen – das ist sein legendärer Schwachpunkt. Kälte setzt ihm überdies besonders zu. Doraemon ist dem Genuss nicht abgeneigt: Er liebt besonders Dorayaki (süße japanische Pfannkuchen); bei deren Anblick verliert er schon einmal Selbstbeherrschung.
Herkunft und Entwicklung
Doraemon wurde am 3. September 2112 in einer Roboterfabrik in Tokio als Massenprodukt erschaffen. Zunächst war er als Babysitter für Nobitas Urenkel Sewashi vorgesehen, bis er schließlich in die Gegenwart reiste, um Nobitas Leben zu verändern. Sein Individualcode in der Animationsserie lautet „MS-903“.
Er verlor seine Ohren nach einem Unfall mit einem Mausroboter; der Schock hierüber verfärbte seinen ursprünglich gelben Körper blau. Der Charakter wurde von Fujiko F. Fujio bewusst ohne Ohren und in blauer Farbe gestaltet, um Angst vor realistischen Katzen zu vermeiden und um gestalterisch in Magazinen hervorzustechen.
Er ist kein Einzelstück: Im Spin-off „The Doraemons“ gibt es zahlreiche weitere Modelle derselben Baureihe sowie eine jüngere Schwester, Dorami.
Technische Daten und Funktionen
- Größe: 129,3 cm
- Gewicht: 129,3 kg
- Kraft: 129,3 PS
- Sitzhöhe: 100,0 cm
- Laufleistung (normal): ca. 12 km/h
- Laufleistung (bei Angst): 129,3 km/h
Er ist ausgestattet mit einer Vielzahl integrierter Systeme: z.B. einer „Schwerkraftabstoßung“, die ihn schweben lässt; einer „Superpeitsche-Hand“, die alles greifen kann; einer „atomaren Verdauungseinheit“, einer Mess-Sensorik im Kopf und einem roten Schalter am Schwanz.
Er kann mit seinem berühmten „Viertdimensionstasche“ fast jedes Hilfsmittel aus der Zukunft hervorholen. Typische Tools sind u.a. der „Bambus-Kopter“, die „Wunschtelefonzelle“, das „Gadgetmuseum“, u.v.m.
Doraemon ist stark, zäh und äußerst widerstandfähig – er übersteht gefährlichste Situationen, tiefste Kälte, Hitze, hohe Drücke und sogar das Weltall. Körperliche Angriffe wie Bisse, Schläge oder elektrischer Strom machen ihm in den meisten Fällen nichts aus.
Daneben ist er sehr intelligent, kann komplexe Berechnungen durchführen, Maschinen reparieren, Strategie entwickeln und besitzt umfassendes gesellschaftliches und naturwissenschaftliches Wissen.
Schwächen und Marotten
Er ist äußerst unorganisiert in der Werkzeuglagerung – im Stress fischt er meist das Falsche aus seiner Tasche. Gerät das Werkzeug außer Betrieb oder ist die Tasche weg, fühlt er sich hilflos, kämpft aber zur Not auch mit roher Körperkraft.
Freundschaften und soziale Bindungen
Doraemons wichtigste Beziehung ist die zu Nobita Nobi – aus einer Babysitter-Aufgabe wurde eine tiefe und loyale Freundschaft. Gegenüber Suneo Honekawa, Takeshi Goda (Gian), Shizuka Minamoto und anderen agiert er als Teamplayer, Mentor und gelegentlich als Beschützer und Schlichter.
Auch mit anderen Roboter-Katzen seiner Baureihe (The Doraemons) ist er eng verbunden. Seine jüngere Schwester Dorami kümmert sich während seiner Abwesenheit um Sewashi im 22. Jahrhundert.
Liebesleben
Doraemon ist leicht zu begeistern und schwärmt oft für weibliche Katzen, darunter besonders „Mi-chan“, die in verschiedenen Adaptionen erscheint. Auch menschliche Frauen und Roboterinnen wecken sein Interesse. Er kann sehr eifersüchtig und leidenschaftlich werden, gibt aber am Ende meist seiner Ehre den Vorzug.
Nobita gleicht Doraemon in seinen Leidenschaften manchmal überraschend, beide teilen auch gelegentlich skurrile Zielstrebigkeit oder Schwärmereien.
- Im Originalmanuskript besaß Doraemon gelbe Farbe und Ohren. Nach dem Vorfall mit dem Mausroboter verlor er beides.
- Ein Running Gag: Wird Doraemon als Waschbär (Tanuki) bezeichnet, ist er sofort beleidigt und korrigiert, er sei eine „katzenartige Roboterfigur“.
- Seine vierte Dimensionstasche enthält oft sogar Dinge, die er selbst nicht mehr findet.
- Er schläft gern in Nobitas Schrankbett – dies wurde nicht nur Kult, sondern von vielen Fans nachgebaut.
- Dorayaki-Vorräte werden manchmal unter dem Bett versteckt, was wiederum einen Mäusebefall fördert.
- Trotz seiner Hightech-Ausführung zeigt Doraemon ganz katzenhaftes Verhalten: Er rollt sich zusammen, reagiert auf Katzenminze und genießt das Faulenzen auf dem Dach.
- In internationalen Adaptionen wird Doraemon gelegentlich als Robben ähnliches Wesen verkannt, da der Tanuki in anderen Ländern unbekannt ist.
Motive für seine Ankunft
Doraemon reist aus dem 22. Jahrhundert nach Japan in die Gegenwart, um Nobita Nobi vor einem vom Pech geprägten Schicksal zu bewahren. Dies ist eine Mission im Auftrag von Nobitas Urenkel.
Missionen und Alltagsleben
Zu Beginn dient Doraemon Nobita als Begleiter, Mentor und Retter in der Not. Ob verschlafen, chaotisch, ängstlich oder in Liebesdingen ahnungslos – Doraemon hilft durch Tools, Tricks und seine Cleverness. Jedoch bringen seine Erfindungen nicht selten neue Probleme oder führen in noch größere Abenteuer.
In zahlreichen Epochen – von Urzeiten bis in die Zukunft – erleben Doraemon und seine Freunde komplexe Zeitreiseabenteuer, bekämpfen Zeitverbrecher und retten wiederholt die Welt – stets mit einer Mischung aus Humor, Mut und Improvisationstalent.
Begegnungen und Herausforderungen
Ob Verwechslungskomiken (z.B. Waschbär-Vergleiche), Kämpfe mit Schurken oder eifersüchtige Schwärmereien – Doraemon übt sich in Geduld und menschlicher Weisheit ebenso wie in Superkräften und Hightech.
Tragikomische Höhepunkte
Besonders legendär sind Geschichten, in denen Doraemon alle seine Fähigkeiten verliert (z.B. Verlust der Tasche) – dann zeigt sich, dass Herz, Teamgeist und Loyalität wichtiger sind als sämtliche Gadgets.
– „Ich bin Doraemon. Hehehe…“
– „Ich bin kein Waschbär, sondern ein katzenförmiger Roboter!“
– „Glück ist, wenn man eine Schale Dorayaki isst.“
Synchronsprecher
- Tomita Kōsei, Nozawa Masako (Fernsehfassung Nippon TV)
- Nobuyo Ōyama (Fernsehfassung TV Asahi, erste Serie)
- Kazue Takahashi (als „gelber Doraemon“)
- Chisa Yokoyama (im Film „2112: Die Geburt von Doraemon“)
- Wasabi Mizuta (TV Asahi, zweite Serie)
- Jean Reno (TOYOTA Werbekampagnen)
- Bruce Willis, Masahiro Fujioka (Softbank-Werbung)
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