Meru Zetsubouda ist eine fiktive Figur aus der Serie „Kimi no Koto ga Dai Dai Dai Dai Daisuki na 100-nin no Kanojo“ und die 29. „Schicksalsfreundin“ von Rentarou Aijou.
Sie ist eine jugendliche Bilderbuchautorin, die die reale Welt als von Verzweiflung erfüllt betrachtet und in „Märchen“ die einzige echte Form der Rettung sieht.
Name: Meru Zetsubouda
Geschlecht: weiblich
Alter: 15 Jahre
Schule / Klasse: Ohana-no-Mitsu-Universitäts-Oberschule, Klasse 1-6
Geburtstag: 30. November
Sternzeichen: Schütze
Erstes Auftreten in der Serie: Band 21, Kapitel 177
Beitritt zur Rentarou-Familie: Band 21, Kapitel 178
Beruf / Rolle: Schülerin, junge Bilderbuchautorin, „29. Schicksalsfreundin“ von Rentarou Aijou
Selbstbezeichnung (Ich-Form): „watashi“ (im Original, im Deutschen sinngemäß „ich“)
Meru ist die Autorin des innerhalb der Geschichte berühmten Bilderbuchs „Yume-chan und das Haus am Himmel“, das von vielen Figuren als besonders hoffnungsvoll und tröstend beschrieben wird.
Im starken Kontrast dazu sieht sie selbst die reale Welt als bis in die Tiefe von Leid und Verzweiflung durchdrungen und sucht Rettung in der Sphäre des Märchens.
Sie glaubt, dass es in der Welt selbst keine Träume und Hoffnungen mehr gibt, diese aber im Herzen der Menschen weiterleben.
Aus dieser Überzeugung heraus versucht sie, mit ihren Bilderbüchern insbesondere Kindern Hoffnung einzupflanzen, deren Herzen in ihren Augen noch „unbefleckt“ sind.
Obwohl sie die Welt als hoffnungslos betrachtet, ist ihre mentale Widerstandskraft außerordentlich groß.
Sie resigniert nicht in Passivität, sondern arbeitet verbissen daran, mit Märchen der Verzweiflung etwas entgegenzusetzen.
Ihre Beziehung zu Rentarou beginnt, als sie ihren eigenen romantischen Gefühlen gewahr wird und erkennt, dass „Liebe“ selbst eine Form von Märchen sein kann.
Seitdem ist sie Rentarous Freundin und geht in Liebesdingen erstaunlich offensiv vor, etwa indem sie auch in der Öffentlichkeit offen nach Küssen verlangt.
Meru trägt fast immer eine Baskenmütze, die als visuelles Markenzeichen ihrer Rolle als Bilderbuchautorin dient.
Ihr langes, gewelltes dunkles Haar reicht bis zum Rücken, und ihre Augen sind meist ohne sichtbare Lichtreflexe dargestellt, was ihr einen leicht unheimlichen, leeren Blick verleiht.
Ihre Augen sind tiefschwarz, ebenso ihr breit gezogener Mund, was ihr – zusammen mit der dunklen Farbpalette – ein leicht düsteres, „unterbelichtetes“ Erscheinungsbild gibt.
Wird sie mit besonders starker Verzweiflung konfrontiert, werden Augen und Mund im Manga wie mit schwarzer Tinte überkritzelt, was den Horror-Eindruck verstärkt.
In Rückblenden aus ihrer Mittelschulzeit trägt sie noch eine andere Frisur mit geflochtenen Strähnen und klar sichtbare Augenlichter, was ihre damalige Unschuld und Hoffnung symbolisiert.
Wenn sie durch Kusuri Yakuzen in ein Baby verwandelt wird, tauchen die Highlights in ihren Augen wieder auf, als Hinweis auf ihre frühere, unbelastete Sicht auf die Welt.
Ihre Schuluniform entspricht einer klassischen Blazer-Uniform, ähnlich der von Nano Eiai, die sie offen und nicht zugeknöpft trägt.
In Illustrationen wird ihre Farbwelt häufig in Grauviolett- oder Schiefergrau-Tönen gehalten, was gut zu ihrem „Märchen, aber dunkel“-Motiv passt.
Meru ist von Grund auf höflich und spricht grundsätzlich mit allen, egal welchen Alters, in einer respektvollen, formellen Sprache.
Das lässt sie reifer wirken, als sie ihrem Alter nach eigentlich ist.
Ihre Gedankenwelt ist aber stark märchenhaft geprägt.
Sie interpretiert Ereignisse und Menschen fast ausschließlich danach, ob sie „märchenhaft“ sind oder nicht.
Ihr Lieblingswort ist „Märchen“ („meruhen“ im Original), das sie auf eine Vielzahl von Phänomenen anwendet:
von Glücksmomenten über Kreativitätsschübe bis hin zu übernatürlichen Ereignissen oder schlicht absurden Situationen innerhalb der Serie.
Sie sieht sich selbst nicht als „Genie“, sondern eher als Medium:
Die Märchen seien großartig, sie selbst sei nur eine Botin, die sie auf Papier festhält.
Trotz aller Verzweiflung ist sie idealistisch.
Ihre Grundhaltung lässt sich zusammenfassen als: „Wenn Träume und Hoffnung nicht vorhanden sind, müssen wir sie eben selbst erschaffen.“
Meru handelt schnell, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat.
Sie trägt oft ein Skizzenbuch bei sich und fertigt in nahezu besessener Konzentration Zeichnungen an.
Wenn die Inspiration sie überfällt, wirkt sie wie von etwas „besessen“:
Sie zeichnet dann mit Geräuschen à la „kratz kratz“ in atemloser Intensität, was im Manga bewusst etwas gruselig in Szene gesetzt wird.
Schlafmangel lehnt sie grundsätzlich ab, weil er die Qualität ihrer Leistung mindert.
Muss sie aber doch einmal eine Nachtschicht einlegen, nutzt sie Energydrinks, die sie als „Quelle des Märchens“ und „großartigste Schöpfung der Menschheit“ bezeichnet.
Wenn sie etwas besonders lustig findet, lacht sie mit einem charakteristischen „Hihi“-ähnlichen Kichern.
Vor allem unerwartete Situationen – etwa seltsame Reaktionen auf Energydrinks oder bunte Süßigkeiten – bringen sie so zum Lachen.
Märchen als „einzige Rettung“
Meru unterscheidet sehr klar zwischen der realen Welt, die sie als „vollkommen verzweifelt“ erlebt, und der Märchenwelt, in der Wunder, Moral und Rettung selbstverständlich sind.
Märchen sind für sie der Ort, an dem Leid überschrieben, umgedeutet oder zumindest erträglich gemacht wird.
Sie glaubt, dass gerade aus der Konfrontation mit Leid und Verzweiflung heraus Märchen entstehen.
Ohne die Schatten der Welt gäbe es keinen Antrieb, Geschichten voller Licht zu erschaffen.
Dabei sieht sie Märchen nicht nur als Genre, sondern fast als spirituelles Prinzip.
Sie spricht über Märchen oft mit der Inbrunst einer religiösen Predigerin, inklusive Formulierungen wie „Lasst uns alle an Märchen glauben, denn wer glaubt, wird gerettet.“
Ihre Vorstellung von „Rettung“ ähnelt der Funktionsweise klassischer Märchen:
Das Böse wird besiegt, das Gute siegt, oder zumindest wird das Leid durch einen übergeordneten Sinn und eine tröstliche Erzählung aufgefangen.
Märchen vs. Fantasy
Man kann Merus Denken gut verstehen, wenn man ihre Definition von Märchen der von klassischer Fantasy gegenüberstellt.
In der Serie wird diese Unterscheidung stark betont und direkt mit Meru und Uto Nakaji (einer anderen Autorinnenfigur) verknüpft.
Märchen (Merus Sicht):
„Eigentlich unmöglich, ganz klar nicht real, aber schön, wenn es so wäre.“
Tiere, die sprechen, wundersame Regeln, simple Moral, zufällige Wunder – und niemand wundert sich innerhalb der Geschichte darüber.
Fantasy (Uto Nakajis Sicht):
„Eigentlich unmöglich, aber vielleicht, irgendwo, in einer anderen Zeit oder Welt, doch möglich.“
Die Welt folgt eigenen, aber konsistenten Regeln und steht als Erweiterung der Realität da.
Meru selbst verhält sich wie eine Figur aus einem Märchen:
Passiert etwas vollkommen Unlogisches oder Übernatürliches, reagiert sie nicht mit Schock, sondern mit: „Das ist märchenhaft.“
Gleichzeitig sieht sie sich als Übermittlerin der Märchenwelt in die Realität.
Sie schreibt Geschichten, als würde sie „von oben herabblicken“ und Puppen oder Figuren bewegen, wie jemand, der Kindern ein Märchen erzählt oder mit Figuren spielt.
Verzweiflung und „Übermalen mit Märchen“
Meru hat gelernt, die Welt voller Unrecht, Krieg, Gewalt, Mobbing und Leid zu sehen.
Ihre Reaktion ist nicht, diese Fakten zu leugnen, sondern sie mit Geschichten zu „übermalen“.
Sie beschreibt es sinngemäß so, dass Märchen die Verzweiflung nicht auslöschen, aber sie überdecken oder transformieren können.
Wie eine kindgerechte Version einer grausamen Legende, die den gleichen Kern hat, aber mit sanfteren Bildern erzählt wird.
So wie in der Neuinterpretation alter Volksmärchen problematische Elemente abgeschwächt werden, versucht Meru, die harte Realität mit einer Schicht aus Trost, Hoffnung und Symbolik zu überziehen.
Diese Haltung führt aber dazu, dass sie manchmal an religiöse Predigerinnen oder Missionare erinnert und damit Menschen überfordert, die gar nicht „gerettet“ werden wollen.
Angst vor der „wahren“ Verzweiflung
Meru hat eine besondere Angst: dass jemand aus der Rentarou-Familie schweres Unglück erleidet.
Für sie wäre das eine Form von „endgültiger“ Verzweiflung, die sich mit Märchen nicht mehr überdecken ließe.
Sie setzt das in Beziehung zu Märchen-Enden.
In Märchen gibt es im Normalfall kein reines „schlechtes Ende“, sondern Happy Ends oder bittersüße, aber sinnstiftende Schlussakkorde.
Wenn sie sich vorstellt, dass Rentarou sterben könnte, nennt sie das Szenario den „wahren Beginn der Verzweiflung“ und weint im Traum darüber.
Rentarou nimmt diese Angst ernst und verspricht, dass er notfalls sogar „das Original in Stücke schlägt“, also die Erzählung selbst sabotiert, um ein solches Ende zu verhindern.
Dass Meru in einer Welt lebt, in der Gott real existiert, Wunder ständig passieren und ein Protagonist wie Rentarou praktisch gegen jedes Unglück ankämpft, ist für sie fast ein Glücksfall.
Ihre Vision, die Welt durch Märchen zu „retten“, ist in dieser Serie nicht nur Metapher, sondern zumindest teilweise tatsächlich möglich.
Frühe Kindheit: reine Hoffnung
Als kleines Kind war Meru voller Optimismus und Dankbarkeit dafür, überhaupt leben zu dürfen.
Sie wollte der Welt etwas zurückgeben und sie noch besser machen.
Sie half alten Menschen, sammelte Müll, brachte Kinder sicher über die Straße und tröstete andere.
In dieser Zeit sah sie die Welt als von Träumen und Hoffnung erfüllt.
Ihre Mutter las ihr klassische Märchen vor, etwa eine Variante von „Cinderella“.
Diese Geschichten prägten Meru nachhaltig und verstärkten ihren Glauben an eine gute, gerechte Welt.
Mittelschule: Begegnung mit der dunklen Realität
Auch in der Mittelschule engagierte Meru sich in freiwilligen Hilfsaktionen und blieb idealistisch.
Doch mit der Zeit wurde sie mit Mobbing, menschlicher Grausamkeit und allgemein mit Leid konfrontiert.
Anstatt zusammenzubrechen, interpretierte sie das zunächst als notwendige Erkenntnis:
Wer andere retten will, müsse zuerst das ganze Leid kennenlernen, das es zu lindern gelte.
Sie begann, systematisch Verzweiflung zu studieren: über Bücher, das Internet und Nachrichten.
Sie las von Krieg, Sklaverei, struktureller Gewalt und all den Dingen, die in Märchen nicht vorkommen.
Nach etwa einem halben Jahr unter dieser Dauerbelastung verfiel sie in tiefe Verzweiflung.
Sie dachte: „Diese Welt ist kaputt.“
In dieser Phase verloren ihre Augen ihre „Lichter“ – symbolisch für den Verlust kindlicher Hoffnung.
Doch sie gab nicht auf, sondern suchte nach anderen Quellen von Hoffnung.
Entdeckung der Märchen als „Rettungswerkzeug“
Der Wendepunkt kam, als sie ein Kind mit leuchtenden Augen beobachtete.
Sie erkannte, dass trotz der trostlosen Welt im Herzen des Kindes immer noch Hoffnung existierte.
Als sie eine Mutter sah, die ihrem Kind ein Bilderbuch vorlas, erkannte Meru die Rolle von Geschichten.
Märchen schienen direkt im Herzen des Kindes Träume und Hoffnung zu pflanzen.
Daraus entwickelte sie ihre neue Mission:
Sie wollte Bilderbuchautorin werden, um mit Märchen die Verzweiflung bei Kindern (und vielleicht auch bei Erwachsenen) zu lindern.
So entstand unter anderem ihr erfolgreiches Werk „Yume-chan und das Haus am Himmel“, das als aktuell „traum- und hoffnungsvollstes“ Bilderbuch gefeiert wird.
Doch Meru war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass eine weitere, ganz eigene Form der Rettung auf sie wartete: die romantische Liebe.
Begegnung auf dem Schuldach
Eines Tages geht Meru auf das Dach der Ohana-Oberschule, um von oben die Stadt zu betrachten und Referenzen für Zeichnungen zu sammeln.
Sie legt die Hände an das Geländer und denkt darüber nach, dass sich hinter jedem einzelnen Haus eine eigene Geschichte von Verzweiflung verbergen könnte.
Rentarou Aijou, der durch andere Freundinnen von Merus Bilderbuch erfahren hat, sieht sie dort oben mit leerem Blick am Geländer stehen.
Er missversteht die Situation und befürchtet, sie wolle sich das Leben nehmen.
In dem Moment, in dem sich ihre Blicke treffen, spürt er den typischen „Schicksalsblitz“ und erkennt sie als eine seiner „100 Schicksalsfreundinnen“.
Gleichzeitig ist er schockiert zu erfahren, dass diese scheinbar hoffnungslose Person die Autorin des strahlenden Märchenbuches ist, das seine Freundinnen so lieben.
Ein kleiner, für ihn symbolisch extrem bedeutsamer Moment geschieht, als Merus verloren geglaubte Baskenmütze zufällig vom Wind erfasst und ihm vor den Füßen landet, nur um direkt wieder auf Merus Kopf zu fallen.
Rentarou sieht darin ein Zeichen dafür, dass es in der Welt doch noch Wunder und Hoffnung gibt, auch wenn Meru das als „absurde, bequeme Wendung“ abtut.
Dialog über Verzweiflung und Liebe
Rentarou will ihre Verzweiflung verstehen und bietet an, all das Leid zu teilen, das sie gesehen hat.
Meru lehnt ab, weil sie nicht will, dass seine strahlenden, hoffnungsvollen Augen durch dieses Wissen ihren Glanz verlieren.
Gerade diese selbstlose Rücksicht beeindruckt Rentarou tief.
Er erkennt, dass Meru trotz all ihrer Verzweiflung im Kern ein aufrichtig mitfühlender Mensch ist, der das Glück anderer Menschen über sein eigenes stellt.
Als Meru sich verabschieden will, hält Rentarou sie auf.
Er sagt ihr direkt, dass die Welt nicht nur durch Märchen gerettet werde, sondern auch durch „Liebe“.
Meru widerspricht und argumentiert, die romantische Liebe in der Realität sei oft von Kalkül, Kompromiss und Enttäuschung geprägt.
Sie gehört nur denjenigen, die sich genug anstrengen können, während „Märchenliebe“ eine idealisierte, reine Form ist.
Rentarou hingegen glaubt, dass sich am Ende jeder Mühe eine Liebe finden lässt, die das ganze Leben heil machen kann.
Er gesteht ihr seine Gefühle und erklärt, dass er sie glücklich sehen will und sie nicht einfach gehen lassen kann.
Er nimmt ihre Hand, die am Geländer ruht, als Symbol dafür, dass sie sich gemeinsam der Verzweiflung stellen können.
Er betont, dass man, selbst wenn das Glück zerstört wird, es mit der geliebten Person immer wieder neu finden kann.
Merus Erwachen der Liebe
Während dieses Gesprächs spürt Meru, wie ihr Herz schneller schlägt.
Sie erkannt diesen Zustand zunächst nicht, realisiert aber schließlich, dass es sich um romantische Gefühle handeln muss.
Sie erkennt, dass Liebe selbst wie ein Märchen ist, das in der realen Welt existieren kann.
Sie sieht Rentarou und ihre aufkeimende Liebe als „Märchen, das in dieser Welt Wirklichkeit geworden ist“.
Schließlich nimmt sie sein Geständnis an und wird offiziell seine Freundin.
Bemerkenswert ist dabei, dass sie zu keinem Zeitpunkt vorhatte, sich das Leben zu nehmen – Rentarous Annahme war ein Missverständnis.
Beim anschließenden Kennenlernen der anderen Freundinnen ist Meru zunächst irritiert von der Tatsache, dass alle Rentarou kollektiv küssen und offen Zuneigung zeigen.
Als sie jedoch die ehrliche Freude aller Beteiligten sieht, erkennt sie darin eine Form von „Rettungswelt“, in der Liebe wirklich harmonisch und erfüllend sein kann.
In diesem Moment wird ihr klar, dass Rentarou selbst ihr persönliches Märchen ist.
Zudem erkennt sie die ganze Rentarou-Familie als weiteren Rettungsanker: etwas, das über ihre bisherigen Märchen hinausgeht.
Meru betrachtet die Rentarou-Familie als zweiten großen „Rettungsweg“ neben dem Märchen.
Für sie ist diese liebevolle, chaotische Gemeinschaft ein lebendiges Gegenmodell zur verzweifelten Welt, die sie zuvor studiert hatte.
Sie erzählt den jüngeren oder kindlicheren Familienmitgliedern regelmäßig Märchen oder eigene Geschichten.
Dieses Erzählen ist nicht nur für die anderen tröstlich, sondern auch für Meru selbst, die dadurch ihre eigene Verzweiflung erträglicher macht.
Sie reagiert sehr unterschiedlich, je nachdem, ob sie etwas als „märchenhaft“ bewertet oder nicht.
Übernatürliche oder absurde Phänomene, die in der Serie häufig vorkommen, kommentiert sie oft schlicht mit: „Das ist märchenhaft.“
Gleichzeitig kann sie im Angesicht sehr realer, unromantisierter Situationen recht nüchtern oder sogar spitz reagieren.
Viele ihrer kritischeren Gedanken behält sie jedoch für sich, um niemanden zu verletzen.
Sie akzeptiert die zahlreichen „seltsamen“ Verhaltensweisen innerhalb der Familie als Ausdruck von individueller Glückssuche.
Solange jemand dabei ehrlich glücklich ist, sieht Meru darin nichts Anstößiges, sondern „Märchen des Alltags“.
Rentarou Aijou
Rentarou ist Merus Freund und ihre 29. Schicksalsverbindung.
Er ist der erste Mensch, der ihre Verzweiflung wirklich ernst nimmt und gleichzeitig darauf besteht, dass sie auch glücklich sein darf.
Interessanterweise ist er zunächst derjenige, der Meru mit „-san“, also besonders respektvoll, anspricht.
Er findet sie durch ihre reife und abgeklärte Art „erwachsener“ als sich selbst.
Später wünscht sich Meru, dass er sie „Meru-chan“ nennt, eine vertrautere und liebevolle Anrede.
Der Respekt bleibt, aber die emotionale Distanz verringert sich, was ihre Beziehung vertieft.
Meru selbst ist in der Beziehung erstaunlich direkt.
Sie fordert Küsse offen ein und ist bereit, ihre „Märchenliebe“ auch in der Öffentlichkeit auszudrücken.
Shizuka Yoshimoto
Shizuka ist Bücherliebhaberin und Bibliothekarin an der Schule.
Sie war bereits Fan von Merus Bilderbuch, bevor sie Meru persönlich kannte, und stellte sich die Autorin als warmherzige Person voller Träume und Hoffnung vor.
Als sie Meru dann trifft, prallt diese Vorstellung zunächst mit der Realität zusammen: eine äußerlich düstere, von Verzweiflung gezeichnete Autorin.
Trotzdem akzeptiert sie Meru und bewundert ihre Fähigkeit, so tröstliche Märchen zu schreiben.
Meru erkennt in Shizuka eine Person, die Bücher mit enormer Liebe und Leidenschaft liest.
Sie fragt sie deshalb direkt, warum sie, bei so viel Liebe zum Lesen, nicht selbst schreibt.
Diese Frage setzt bei Shizuka einen Kreativprozess in Gang.
Sie beginnt mit Mühe, eine eigene Geschichte zu verfassen, kämpft aber mit dem typischen „Geburts-Schmerz“ jeder künstlerischen Arbeit.
Meru erhält schließlich ein zerknittertes Notizbuch, in dem Shizuka ihre erste Geschichte vollendet hat.
Der Zustand des Heftes und der Text selbst berühren Meru, weil sie darin mühsame, aufrichtige Kreativität erkennt.
Meru wird sich durch Shizukas Werk wieder bewusst, dass jede Person eine einzigartige Geschichte in sich trägt.
Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“ – jede Geschichte ist ein eigenes, unvergleichliches Märchen.
Meru selbst hatte zuvor begonnen, ihre eigenen Werke als klein im Vergleich zum „Märchen der Liebe“ in der Rentarou-Familie zu sehen.
Durch Shizuka lernt sie, den Wert ihrer eigenen Geschichten wieder anzuerkennen.
Die beiden verbringen später viel Zeit zusammen in der Bibliothek, schreiben, lesen und trinken zur Feier ihrer Kreativmomente gelegentlich gemeinsam Energydrinks.
Diese Szenen zeigen Meru als dankbare Kollegin und Freundin, nicht mehr nur als einsame Märchenprädigerin.
Himeka Saiki
Himeka ist eine junge Sängerin und Merus Klassenkameradin in der 1-6.
Sie pflegt das Image eines „Genies“, das durch exzentrische Aktionen auffallen will.
Als sie Meru und ihre Philosophie von Verzweiflung und Märchen kennenlernt, fühlt sich Himeka plötzlich weniger „exzentrisch“ als gedacht.
Sie empfindet Meru als noch „verrückter“ im Sinne von genial-verschroben und entwickelt Konkurrenzgefühle.
Himeka interpretiert „Märchen“ gerne als „Skurrilität“, als etwas, das zu ihrer eigenen Exzentrik passt.
Meru hingegen sieht bei Himeka vor allem eine kindliche Verspieltheit, die sie als „kindliche Märchenhaftigkeit“ deutet.
Zwischen beiden entstehen dadurch lustige Missverständnisse.
Sie sehen beim jeweils anderen etwas anderes, als dieser selbst in den Vordergrund stellt.
Shiina Usami
Shiina ist zusammen mit Meru auf einem der Cover abgebildet, was ihre Verbindung visuell unterstreicht.
Bei einem Felssturz geraten beide in eine Situation, in der sie gemeinsam unten eingeschlossen sind.
Shiina fürchtet sich und fühlt sich einsam, weshalb Meru ihr Märchen erzählt, um sie zu trösten.
Shiina mag besonders Geschichten mit vielen Figuren auf engem Raum, etwa mit „hundert Mäusen in einer Großfamilie“, was Meru ihr gerne liefert.
Durch die körperliche Nähe und Merus Worte verliert Shiina ihre Angst und kann sogar die Situation genießen.
Meru wiederum wird durch Shiinas aufmerksames Zuhören selbst von ihrer Verzweiflung abgelenkt.
Die beiden bilden damit eine symbiotische Beziehung:
Shiina erhält Trost, Meru erhält Sinn und Erleichterung, indem sie Märchen erzählen darf.
Kishika Torotoro
Kishika ist eine von Ritteridealismus geprägte Figur, die jedoch bei zu viel Zuwendung in einen kindlichen Zustand zurückfällt.
Als Kishika zufällig eine von Merus Märchenerzählungen mithört, löst diese Sanftheit bei ihr sofort einen „Baby-Modus“ aus.
Meru ist überwältigt von Kishikas unschuldigem, unverstelltem Blick in diesem Zustand.
Sie sieht in ihr einen „Schatz des Märchens dieser Welt“, den sie unbedingt beschützen möchte.
Daraufhin versucht Meru, Kishika durch Märchenerzählungen zu „bemuttern“ und zu beruhigen.
In ihren Gedanken kann sie aber auch durchaus kritisch sein, etwa wenn Kishika andere für überlastet hält, während sie selbst ständig an ihre Grenzen geht – Meru denkt dann ironisch: „Ausgerechnet sie sagt das.“
Merus Mutter
Merus Mutter tritt in einer Bonusgeschichte auf.
Sie ähnelt einer älteren Version von Meru mit helleren Augen und einem weicheren Ausdruck.
Sie war es, die Meru als Kind Märchen vorlas und so den Grundstein für Merus lebenslange Faszination für Märchen legte.
Insbesondere ihre Version von „Cinderella“ beeinflusste Merus frühe Überzeugung, dass die Welt voller Träume und Hoffnung sei.
Meru denkt wie eine Bewohnerin einer Märchenwelt, die in der realen Welt gelandet ist.
Diese Diskrepanz erklärt einen Großteil ihres Leidens, aber auch ihren Zauber.
Kinder wachsen meist mit Märchen auf, wechseln aber mit der Zeit zu ihrem Alter angepasster Literatur.
Spätestens in der Pubertät richten viele den Blick stärker auf „realistische“ Ziele und Probleme.
Meru hingegen bleibt stets Bewohnerin der Märchenlogik.
Wenn die Welt sich um sie herum rationalisiert, passt sie nicht mehr richtig dazu.
Das kann erklären, warum sie in der Mittelschule zur Außenseiterin und zum Opfer von Mobbing wurde.
Ihre Reaktion darauf war nicht, sich zu fragen, warum *sie* gemobbt wird, sondern warum es überhaupt *Mobbing* in der Welt gibt.
Auf der Suche nach Antworten stößt sie auf die hässlichsten Seiten der Realität.
Sie nimmt sie als harte Fakten wahr, ohne den Puffer der „Erwachsenenrelativierung“, und bricht daran fast.
Als Gegenmittel wendet sie das Märchendenken noch konsequenter an.
Sie sieht Märchen als „freundliche Lüge“, die harte Wahrheiten entschärft, ohne sie komplett zu negieren.
Ihre Mission, die Welt mit Märchen zu „überziehen“, erinnert an das Weichzeichnen grausamer Sagen, damit Kinder sie ertragen können.
So hat sich etwa die Geschichte von „Momotarou“ von einer möglicherweise deutlich raueren Ursprungserzählung zu einer kindgerechten Fassung entwickelt.
Meru überträgt dieses Prinzip auf die gesamte Welt.
Sie möchte Leid nicht leugnen, aber in eine Form bringen, in der es zumindest hoffnungsvoll interpretiert werden kann.
Der Name „Meru Zetsubouda“ ist voller Symbolik.
„Zetsubou“ bedeutet sinngemäß „Verzweiflung“, während „Meru“ sich klanglich an „Märchen“ anlehnt.
Man kann ihren vollständigen Namen so lesen, als sei sie „von Verzweiflung erfüllt, aber von Märchen getragen“.
Es gibt auch Interpretationen, bei denen der Name an „Verzweiflung ansammeln“ oder „Verzweiflung, nein danke“ erinnert, also an den Wunsch, Verzweiflung umzuwandeln.
Die Familienbezeichnung lässt sich außerdem so lesen, dass hinter der sichtbaren „Verzweiflung und Märchen“ noch „Hoffnung und Träume“ verborgen sind.
Ihr Vorname kann mit „träumen“ und „aufbewahren“ assoziiert werden: Sie ist jemand, der Träume festhält, auch wenn die Welt sie vergessen hat.
Auffällig ist auch, dass sie in ihrer Debüt-Episode zunächst gar nicht selbst ihren Namen sagt.
Ihr Name wird eher wie in einem Märchen von einer Erzählerstimme eingeführt: „Es war einmal ein Mädchen namens Meru Zetsubouda.“
Das passt perfekt zu ihrer Erzählfunktion innerhalb der Serie.
Sie ist nicht nur Figur, sondern gleichzeitig Märchenerzählerin und Symbol für die Kraft von Geschichten, Verzweiflung in Hoffnung zu verwandeln.
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