Elliott Howard ist eine fiktive Figur aus dem Roman „Silent Witch“ und der älteste Sohn des Grafen von Darsvey, der als Schriftführer der Schülervertretung der Serendia-Akademie des Königreichs Ridill fungiert.
Elliott Howard ist ein Adliger der höheren Ränge und Schüler im dritten Jahrgang der Serendia-Akademie.
Er gehört der Schülervertretung als Schriftführer an und entstammt dem Grafenhaus Darsvey.
Er ist seit Kindertagen mit dem zweiten Prinzen Felix Arc Ridill befreundet.
Seine Familie steht politisch in derselben Fraktion wie das Königshaus und sein Vater ist mit Felix’ Großvater eng verbunden.
Elliott ist ein junger Mann mit leicht hängenden Augen, die ihm einen gutmütigen, beinahe schläfrigen Ausdruck geben.
Sein Haar ist rehbraun, leicht widerspenstig und trägt zu seinem scheinbar lockeren Auftreten bei.
Sein Äußeres wirkt oft ungezwungen und heiter.
Gleichzeitig spiegelt seine Körperhaltung einen gewissen Standesstolz wider, der zu seinem adeligen Hintergrund passt.
Elliott wirkt auf den ersten Blick sonnig, locker und ein wenig leichtlebig.
Hinter dieser Fassade verbirgt sich jedoch ein sehr strenger und anspruchsvoller Charakter – sowohl gegenüber anderen als auch gegenüber sich selbst.
Er ist ein ausgeprägter Klassensuprematist: Für ihn steht die gesellschaftliche Ordnung klar über allem.
Wenn Menschen niederer Herkunft die „Domäne der Adligen“ verletzen, reagiert er besonders scharf und abweisend.
Gleichzeitig verachtet er Adlige, die ihre Verantwortung missachten und ihre Macht nur zum Unterdrücken nutzen.
Er ist überzeugt, dass Adlige die Pflicht haben, die einfachen Leute zu schützen und ihre Stellung nicht bloß zum eigenen Vorteil auszunutzen.
Sein Standesdünkel ist daher komplex:
Er kritisiert zwar scharf, wenn Bürgerliche „ihren Platz vergessen“, aber er missbilligt ebenso, wenn Adlige ihre Noblesse nicht in Form von Verantwortungsbewusstsein leben.
Elliott ist ein widersprüchlicher Idealist.
Er legt großen Wert auf Noblesse oblige, auch wenn er sich selbst gern ironisch oder widerwillig davon distanziert und so tut, als ginge es ihm nur um Prinzipien.
Gegenüber Menschen aus dem Volk zeigt Elliott oft eine harte, kühle Seite.
Das gilt besonders für solche, die aus seiner Sicht „zu hoch hinaus“ wollen.
Die Aufnahme von Monica Everett in die Schülervertretung beurteilt er zunächst sehr kritisch.
Ihre schlichte, verarmt wirkende Erscheinung und ihr unsicheres Auftreten lassen ihn an ihrer „Standesangemessenheit“ zweifeln.
In der Mittelstufe pflegte er außerdem, Cyril Ashley, einen ehemals bürgerlichen Jungen, der in ein Marquisat adoptiert wurde, herablassend zu behandeln.
Diese Geringschätzung gründet weniger in persönlicher Abneigung, sondern in seinem tief verwurzelten Misstrauen gegenüber Aufsteigern.
Trotz seiner harten Haltung verabscheut Elliott es, wenn Adlige einfache Schüler aus bloßer Laune heraus schikanieren.
Er greift zwar nicht aktiv ein, weil er findet, dass „Bürgerliche selbst schuld sind, wenn sie an so einem Ort wie dieser Akademie auftauchen“, doch er verteidigt die Täter auch nicht, wenn sie für ihre Grausamkeit bestraft werden.
Auf eine paradoxe Weise ist er bereit, das Talent und den Fleiß von Bürgerlichen anzuerkennen.
Wer sein Potenzial nutzt, sich anstrengt und seine Rolle akzeptiert, kann sich seinen Respekt „erarbeiten“, selbst wenn Elliott dies nie offen als Annäherung bezeichnen würde.
Elliotts strikter Klassenglaube ist das Ergebnis schmerzhafter Erfahrungen in seiner Vergangenheit.
Zwei einschneidende Erlebnisse haben seine Überzeugungen nachhaltig geformt.
Erstens hatte er einen Onkel, einen freundlichen und fürsorglichen Mann, der ihn sehr mochte.
Dieser heiratete eine Frau bürgerlicher Herkunft, die ihn schließlich hinterging, sein Geld veruntreute und ihn in den Ruin trieb.
Der Onkel nahm sich daraufhin das Leben, indem er sich erhängte.
Die Frau verschwand, nachdem sie alle Wertgegenstände an sich genommen hatte, ohne sich um das Begräbnis oder das Andenken ihres Mannes zu kümmern.
Zweitens wurde ein bürgerlicher Diener, den Elliott kannte, wegen seiner außergewöhnlichen Begabung von einem Adligen ins Auge gefasst.
Was zunächst wie eine Chance auf sozialen Aufstieg wirkte, endete damit, dass das Leben des Dieners durch Ausnutzung und Instrumentalisierung zerstört wurde.
Diese beiden Vorfälle lehrten Elliott, dass talentierte Bürgerliche am Ende nur ausgenutzt und zugrunde gerichtet werden.
Sein misstrauischer Blick auf Aufsteiger und sein scharfer Ton gegenüber Bürgerlichen sind direkte Folge dieser bitteren Erfahrungen.
Beziehung zu Felix Arc Ridill
Elliott ist seit Kindheitstagen mit Felix Arc Ridill, dem zweiten Prinzen des Reiches, befreundet.
Beide wuchsen im gleichen politischen Umfeld auf, ihre Familien gehören derselben Adelsfraktion an.
Elliott kennt das Geheimnis um den Austausch von Felix’ Identität und war außerhalb des engsten Kreises der einzige, der davon wusste.
Diese Vertrautheit unterstreicht den hohen Grad des gegenseitigen Vertrauens und seine Nähe zur königlichen Familie.
Konflikt mit Elliott Howard
Elliott hegt eine deutliche Abneigung gegen denjenigen, der den echten Felix in der Vergangenheit grausam behandelt hat – in der Vorlage ist das eine Figur, die denselben Namen trägt wie er selbst, hier aber klar als ein anderer charakterlicher „Elliott“ zu verstehen ist.
Sein Hass richtet sich auf die Person, die den wahren Felix „bis aufs Blut“ schikanierte, und dieser wiederum kann Elliott nicht ausstehen, den er als arroganten, moralisch unangenehmen Adligen empfindet.
Die Feindschaft zwischen ihnen speist sich aus grundverschiedenen Wertvorstellungen.
Sie kollidieren sowohl in Fragen der Moral als auch im Umgang mit Felix und anderen Menschen ihres Umfelds.
Beziehung zu Monica Everett
Anfangs sieht Elliott Monica Everett als unpassende, armselig wirkende Bürgerliche, die in der Schülervertretung nichts zu suchen hat.
Er begegnet ihr daher mit starkem Vorbehalt und unterschwelliger Geringschätzung.
Aus einer Laune heraus lädt er Monica zum Wahlfach Schach ein, das er selbst belegt hat.
Sein Ziel ist es, sie durch deutliche Niederlagen „ihre Grenzen spüren zu lassen“ und sie an ihren Platz zu erinnern.
Doch Monicas unerwartet schnelle Begeisterung für das Schachspiel und ihr rascher Lernfortschritt überraschen ihn.
Sie holt auf, entwickelt Talent und Spielverständnis, sodass Elliott sich ihr letztlich geschlagen geben und ihre Begabung anerkennen muss.
Widerwillig beginnt er, Monica als jemanden zu betrachten, der sein Potenzial ernsthaft nutzt.
Auch wenn er sich nicht als „entgegenkommend“ versteht, wird seine Haltung ihr gegenüber spürbar weicher, und mit der Zeit können die beiden normal miteinander sprechen.
Beziehung zu Cyril Ashley
In seiner Mittelstufenzeit machte Elliott sich gern über Cyril Ashley lustig, der als Bürgerlicher geboren wurde und später von einem Marquisat adoptiert wurde.
Für Elliott war Cyril ein Paradebeispiel für jemanden, der aus dem Volk stammt und nun eine Rolle spielt, die ihm seiner Meinung nach nicht zusteht.
Im Unterschied zu Cyril, der fast schon übertrieben korrekt und prinzipientreu ist, besitzt Elliott keinen so ausgeprägten Sinn für persönliche Reinheit oder moralische Strenge.
Er erfüllt zwar seine Pflichten, tut dies aber eher auf eine eigensinnige, manchmal trotzig anmutende Weise.
Mit zunehmender Zeit und gemeinsamen Erfahrungen glätten sich die Wogen.
Durch längerfristigen Umgang kann Elliott selbst Menschen wie Cyril als Gesprächspartner akzeptieren, auch wenn er seine kritische Grundhaltung nicht völlig ablegt.
Freundschaft mit Benjamin Moulding
Im Wahlfach Schach sitzt Elliott zusammen mit Benjamin Moulding, dem Sohn eines Hofmusikers.
Die beiden sind enge Freunde, die sich ohne Förmlichkeiten begegnen.
Benjamin ist regelrecht musikbesessen und verhält sich oft exzentrisch.
Elliott wird von seinem Freund regelmäßig in dessen eigenwillige Aktionen hineingezogen und wirkt dabei wie derjenige, der versucht, das Chaos zu ordnen.
Trotz aller Umstände schätzen sich beide sehr und sehen einander als wichtige Bezugspersonen.
Ihre Freundschaft bietet Elliott einen Ausgleich zu seiner strengen, hierarchischen Weltanschauung und zeigt, dass er durchaus loyale, herzliche Bindungen eingehen kann.
Elliott Howard tritt in der Romanreihe „Silent Witch“ als Nebenfigur mit markanter Persönlichkeit auf.
Als Schriftführer der Schülervertretung der Serendia-Akademie wirkt er im Umfeld der königlichen Familie und der Elite-Schülerschaft.
Durch seine enge Bindung an Felix Arc Ridill und seine Kenntnis von dessen Geheimnis nimmt Elliott eine besondere Scharnierrolle zwischen Hofpolitik und Schulalltag ein.
Sein starkes Standesbewusstsein, gepaart mit einem widersprüchlichen Sinn für Verantwortung, macht ihn zu einem spannenden moralischen Gegenpol zu anderen Figuren.
Die Autorin beschreibt Elliott als einen Charakter, der „wie getrockneter Tintenfisch ist, dessen Geschmack stärker wird, je länger man daran kaut“.
Damit wird seine besondere Stärke betont: eine vielschichtige, sehr menschliche Ambivalenz, die ihn mit jeder Szene komplexer und interessanter wirken lässt.
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