Martha Marriott ist eine Nebenfigur aus dem Manga Spy × Family, eine ältere Hausangestellte der Familie Blackbell, ehemalige Soldatin und frühere Schülerin der Eliteschule Eden College.
Martha Marriott arbeitet als persönliche Bedienstete und Chauffeurin von Becky Blackbell.
Anya Forger, Beckys beste Freundin, nennt sie scherzhaft „die von Becky“.
Sie tritt stets als zurückhaltende, vornehme Hausdame auf und steht einen Schritt hinter ihrer Herrin.
Gleichzeitig ist sie eine bemerkenswert kompetente Beschützerin mit militärischem Hintergrund.
Auf dem Cover des 15. Bandes von Spy × Family erscheint Martha prominent, auf der Rückseite ist sie in jungen Jahren zu sehen.
Sie wird im Original von der Sprecherin Takako Tsuda vertont.
Martha ist eine ruhige, pragmatische und bissig-humorvolle Frau, die ihre Gefühle selten offen zeigt.
Sie ist loyal gegenüber der Familie Blackbell, aber nicht zu stolz, ihrem Arbeitgeber gelegentlich einen trockenen Kommentar zu verpassen.
Gegenüber Becky ist sie eine Mischung aus Gouvernante, Leibwächterin und strenger, aber liebevoller Ersatzmutter.
Sie unterstützt Becky bei Fahrdiensten, Einkäufen und gesellschaftlichen Terminen und hält sich im Alltag bewusst im Hintergrund.
Martha ist eine der wenigen Erwachsenen, die Becky ehrlich und unverblümt die Meinung sagt, wenn diese zu weit geht.
Dadurch ist sie eine wichtige moralische Orientierungsperson für Becky, die deren Rat sichtlich respektiert.
Ihre Gedanken sind jedoch oft deutlich spitzer als das, was sie laut ausspricht.
So kommentiert sie innerlich Beckys Schwärmerei für Loid Forger und stellt nüchtern fest, dass eine Beziehung nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich völlig ausgeschlossen wäre.
Trotz ihres Alters wird Martha von anderen als „schöne Dame“ bezeichnet.
In der Rückschau wird deutlich, dass sie in jungen Jahren noch auffälliger attraktiv war und großen Wert auf wechselnde, modische Frisuren legte.
Loid Forger erkennt an ihrer Körperhaltung und ihren Bewegungen sofort, dass Martha eine „kampferprobte Ex-Soldatin“ sein muss.
Die spätere Enthüllung ihrer Kriegserfahrungen bestätigt diese Einschätzung voll.
Martha verfügt über eine für ihr Alter erstaunliche körperliche Fitness sowie schnelle Reaktionsfähigkeit.
Sie kann sich in Gefahrensituationen sofort anpassen und handelt dann äußerst entschlossen.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der Schulbus-Entführungsfall an der Eden-Schule, ausgelöst durch die Reste der Gruppe „Roter Zirkus“.
Während Becky Blackbells Vater in Panik unvernünftige Maßnahmen plant, bleibt Martha kühl, analysiert die Lage und bremst ihn punktgenau aus.
Als einer der Täter schließlich in Verzweiflung Anya Forger als Geisel nimmt und zu fliehen versucht, greift Martha blitzschnell ein.
Sie setzt einen Taser ein, überwältigt den Entführer noch bevor die Staatssicherheit – die bereit war, Täter und Geisel zugleich zu erschießen – abdrücken kann, und rettet so Anya.
Diese Szene zeigt, dass Martha trotz ihres Alters weder körperlich noch geistig „abgebaut“ hat.
Ihre Souveränität verschafft ihr auch im Umgang mit Beckys Vater eine besondere Stellung, sodass sie sich sogar erlauben kann, ihm offen zu widersprechen, ohne Konsequenzen zu fürchten.
Zu den Frauenfiguren in Spy × Family gehört Martha klar zu den stärkeren Charakteren mit Kampferfahrung.
In einer Bonusgeschichte stimmt sie Anya Forger und Yor Forger zu, dass sie lieber andere schützt, als selbst beschützt zu werden – sehr zum Frust von Becky, die sich eigentlich „kichernde Mädchengespräche“ erhofft hatte.
Beziehung zu Becky Blackbell
Becky Blackbell vertraut Martha zutiefst und betrachtet sie als stete Stütze.
Martha ist bei Beckys Unternehmungen fast immer an ihrer Seite, auch bei Ausflügen, Einkäufen oder Kinobesuchen.
Die Beziehung der beiden wirkt wie eine Mischung aus Aufsichtsperson und vertrauter Freundin.
Gleichzeitig wahrt Martha bewusst den professionellen Abstand einer Hausangestellten.
Nachdem Becky von Marthas Vergangenheit und ihren unerfüllten Gefühlen erfährt, beginnt sie, Martha mit neuen Augen zu sehen.
Sie bezeichnet sie innerlich als „wundervolle Lady“ und ist sichtlich bewegt von der Tragik und Würde, mit der Martha ihre Geschichte trägt.
Beziehung zu Henry Henderson
Henry Henderson und Martha Marriott kennen sich seit ihrer gemeinsamen Zeit an der Eden-Schule.
Er war dort zunächst ihr älterer Mitschüler und später ihr Lehrer.
Im Erwachsenenalter sprechen sie miteinander ohne Förmlichkeiten und nennen sich gegenseitig beim Vornamen.
Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie nah sie sich früher standen.
Henry beschreibt Martha als „grob gestrickt“, also als eher unkomplizierten Menschen, der sich nicht über Kleinigkeiten den Kopf zerbricht.
Marthas sonst förmliche Redeweise löst sich in Henrys Gegenwart und wird locker, fast jugendlich – ein Echo ihrer gemeinsamen Schulzeit.
Während des Busentführungsfalls sehen die beiden sich nach längerer Zeit wieder.
Ihre Interaktion wirkt vertraut, wie die zweier alter Freunde, die viel gemeinsam erlebt haben.
Beziehung zu Becky Blackbells Vater
Martha steht Beckys Vater als Angestellte, aber auch als eine Art informelle Beraterin zur Seite.
Im Krisenfall kann sie sich leisten, seine übereilten Ideen abzukanzeln, ohne dass dies ihr Verhältnis belastet.
Diese Dynamik legt nahe, dass ihr Urteil im Hause Blackbell hoch geschätzt wird.
Sie ist nicht nur Dienstpersonal, sondern eine Vertrauensperson auf Augenhöhe, zumindest in praktischen Fragen.
Beziehung zu Anya Forger und Yor Forger
Zu Anya Forger hat Martha vor allem durch die Freundschaft zwischen Anya und Becky Kontakt.
Anya nennt sie schlicht „Beckys Person“, was Marthas Rolle aus Kinderperspektive gut auf den Punkt bringt.
Bei einem Kinobesuch mit Becky, Anya und Yor Forger sehen sie gemeinsam einen Liebesfilm.
Als Anya und Yor äußern, dass sie lieber selbst beschützen wollen, statt beschützt zu werden, stimmt Martha diesem Standpunkt ohne Zögern zu.
Dies verdeutlicht ihre innere Haltung als ehemalige Soldatin und Beschützerin.
Für Becky ist diese nüchterne Sichtweise etwas ernüchternd, weil sie sich mehr romantische Schwärmereien erhofft hatte.
Beziehung zu Lucia Henderson
Lucia ist die Ehefrau von Henry Henderson und damit indirekt Marthas „Rivalin in der Liebe“.
Trotzdem entwickelt sich zwischen Martha und Lucia ein respektvolles und herzliches Verhältnis.
Lucia spielt eine entscheidende Rolle dabei, dass Martha nach dem Krieg ihren Balletttraum noch einmal aufleben lassen kann.
Als Martha erneut auf der Bühne steht, freut Lucia sich ehrlich und überschwänglich für sie.
Auch nach Lucias Tod besucht Martha ihr Grab regelmäßig.
Sie betrachtet Lucia als Wohltäterin und als jemanden, der Henry aufrichtig geliebt hat – was ihr hilft, ihre eigenen Gefühle zu akzeptieren und loszulassen.
Martha sagt über Henry: Sie sei stolz darauf, einen Mann geliebt zu haben, der seine Frau wirklich treu und ernsthaft geliebt habe.
Dieser Satz fasst ihren gereiften Blick auf ihre Jugendliebe und auf Lucia treffend zusammen.
Schulzeit an der Eden-Schule
In Kapitel 96 wird angedeutet, dass Martha selbst ehemalige Schülerin des Eden College ist.
Sie wurde als Seiteneinsteigerin in die Mittelstufe aufgenommen und stieg später zur „Kaiserin unter den Schülern“ auf, also zur Spitzenelite der Schule.
Im Gegensatz zu dem sehr strengen und isolierten Henry Henderson war Martha gut in Mädchenfreundschaften eingebunden.
Sie galt als talentierte und elegante Schülerin.
Martha lernte in dieser Zeit intensiv Ballett und träumte davon, eine professionelle Ballerina zu werden.
Henry lobte ihren Tanzstil als besonders „elegant“, was die beiden einander näherbrachte.
Aus gelegentlichen Gesprächen entwickelten sich regelmäßige Teestunden, bei denen sie über Ideale, Träume und die Zukunft sprachen.
Henry, damals ein ernsthafter Idealist, beeindruckte Martha mit seinem Pflichtbewusstsein und seinen hohen moralischen Ansprüchen.
Mit der Zeit verliebte sie sich in ihn.
Henry war zu dieser Zeit jedoch so sehr mit seinen eigenen Zielen beschäftigt, dass er ihre Gefühle nicht bemerkte.
Wiedersehen als junge Erwachsene
Später, mit etwa 19 Jahren in ihrem 13. Schuljahr, trifft Martha Henry wieder, der zu diesem Zeitpunkt bereits als Lehrer an der Eden-Schule tätig ist.
Ihre alten Teestunden lebten wieder auf, und auch ihre Gefühle für ihn entflammten erneut.
Doch die politische Lage verschlechterte sich zusehends, und der Krieg griff immer stärker in den Alltag ein.
Der Ballettkompanie, der Martha beitreten wollte – das Marlov-Ballett – wurde zum Verhängnis, dass eine ihrer Gastspielstädte bombardiert wurde.
Das Ensemble wurde komplett ausgelöscht, alle 17 Mitglieder kamen ums Leben, und die Kompanie wurde daraufhin aufgelöst.
Für Martha bedeutete dies das abrupte Ende ihres Ballett-Traums.
Aus dieser Katastrophe zog sie die Erkenntnis, dass Träume und Ideale ohne Bereitschaft zur Gegenwehr leicht zerstört werden.
Aus dieser Überzeugung heraus meldete sie sich freiwillig zur Nationalen Frauenverteidigungsarmee.
Ihre Entscheidung führte zum Konflikt mit Henry, der den Krieg aus tiefster Überzeugung ablehnte.
Die beiden stritten sich, weil er in seiner idealistischen Art nicht akzeptieren konnte, dass Martha sich dem Militär anschließen wollte.
Der Tanzabend und die verpasste Beichte
Als letzter gemeinsamer Moment zwischen ihnen stand ein Tanzabend der Eden-Schule an.
Martha erschien in Uniform der Frauenverteidigung und bat Henry in dieser eindrucksvollen Aufmachung um einen Tanz.
Sie wollte diesen Moment nutzen, um ihm endlich ihre Liebe zu gestehen.
Doch just in dem Moment, als sie sich ein Herz fasste, ertönte Luftalarm.
Durch die Evakuierung und das sich überschlagende Kriegsgeschehen wurden Martha und Henry voneinander getrennt.
Martha verlor den Mut, ihre Gefühle ein weiteres Mal offen auszusprechen.
Kriegsdienst und Irrtümer
Trotz strenger Zensur hielten Martha und Henry zunächst brieflich Kontakt.
Die Kommunikation wurde jedoch immer schwieriger, je weiter sich die Fronten verschoben.
Schließlich wurde Marthas Einheit faktisch gezwungen, an die vorderste Front verlegt zu werden.
Die Kämpfe waren so brutal, dass sogar eigene Truppen durch sogenannte Sperrverbände beschossen wurden.
In diesem Chaos und angesichts widersprüchlicher Meldungen gelangte Henry zu der Überzeugung, Martha sei gefallen.
Gleichzeitig drängte seine Familie ihn, eine arrangierte Ehe einzugehen.
Aus dieser Konstellation heraus kam es dazu, dass Henry Lucia heiratete – etwa einen Monat, bevor Martha heimkehrte.
Henry selbst war zu diesem Zeitpunkt noch dabei, seine Gefühle für Martha überhaupt erst klar zu erkennen.
Martha hingegen überlebte die Schrecken der Front nur knapp.
Mit viel Glück und Zähigkeit schlug sie sich als versprengte Soldatin bis in die Heimat durch und traf dort auf Familie und ehemalige Lehrer.
Schließlich begegnete sie Henry zufällig in der Stadt wieder.
Überwältigt von Erleichterung und aufgestauten Gefühlen bricht sie in Tränen aus und will ihm endlich alles sagen.
Doch in diesem Moment stößt Lucia zu ihnen und Henry stellt Martha seiner Ehefrau als „Schülerin, die gerade aus dem Krieg zurückgekehrt ist“ vor.
Martha erfährt so, dass Henry vor einem Monat geheiratet hat – ausgelöst durch familiären Druck und in der Annahme, sie sei gestorben.
Martha gratuliert den beiden mit zitternder Stimme, obwohl sie innerlich völlig am Boden zerstört ist.
Erst als sie allein ist, gibt sie sich ihrer Verzweiflung und Trauer hin.
In der Rückschau nennt Becky diese Geschichte „grausam“ und bricht in Tränen aus.
Aus ihrer Sicht hätte Martha Henry „einfach wegnehmen“ sollen, was deren eigenen moralischen Maßstäben allerdings fundamental widersprechen würde.
Leben nach dem Krieg
Martha konnte Henry niemals heiraten, doch ihr Leben blieb nicht stehen.
Als eine der wenigen Überlebenden der Frauenverteidigung wurde sie zur Symbolfigur und erneut in die Öffentlichkeit getragen.
Aufgrund von Kriegsverletzungen konnte sie nicht mehr so tanzen wie früher.
Trotzdem erhielt sie die Chance, ein letztes Mal als Ballerina auf die Bühne zu treten – ein erfüllter Traum, den sie Lucia verdankt.
Sie berichtet, dass sie auch im zweiten großen Krieg – demjenigen, in dem unter anderem Loid Forger und Franky Franklin als Soldaten dienten – wieder an die Front ging.
Dabei deutet sie an, dass sie „ihre Gründe“ dafür hatte, ohne im Detail darauf einzugehen.
In den bekannten Erzählungen gibt es keinen Hinweis auf eine spätere Ehe oder Kinder.
Da auch keine Verwandten gezeigt werden, liegt nahe, dass Martha ihr Leben als unverheiratete Frau führte.
Mit der Zeit verarbeitet sie ihre Jugendliebe zu Henry und lernt, die Vergangenheit als wertvolle Erinnerung zu sehen.
Henry und sie bleiben als Freunde verbunden, ohne das Thema direkt beim Namen zu nennen.
Als sie Becky ihre Geschichte erzählt, verschweigt sie bewusst den Namen des Mannes, den sie liebte.
Becky ahnt zwar, dass es Henry war, doch Martha blockt mit einem milden „Neugier ist unangebracht“ ab und beendet das Gespräch.
Wie genau Martha zur Familie Blackbell kam, ist im Werk bislang nicht erklärt.
Auch der Zeitpunkt, ab wann sie für die Blackbells tätig ist, bleibt offen.
Klar ist lediglich, dass sie seit längerer Zeit als Hausdame und Leibwächterin für Becky Blackbell fungiert.
Ihre Rolle umfasst Fahrdienste, Begleitung bei Einkäufen, die Betreuung in der Freizeit und diskrete Sicherheit im Hintergrund.
Innerhalb des Hauses genießt Martha offenkundig ein hohes Maß an Vertrauen.
Sie darf den Hausherrn kritisieren, in Krisen selbstständig handeln und eigene Entscheidungen treffen, wenn es um Beckys Schutz geht.
Beckys Sicht auf Liebe, Krieg und Loyalität wird durch Marthas Lebensgeschichte deutlich beeinflusst.
So sieht Becky in ihr nicht mehr nur „das Personal“, sondern eine beeindruckende Frau, deren Lebensweg von Mut, Verlust und Würde geprägt ist.
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