Bram Stoker ist ein ehemaliger Mensch, der sich durch seine besondere Fähigkeit in einen Vampir verwandelte. Einst ein angesehener nordischer Graf und einer der Zehn Katastrophen, die die Menschheit bedrohten, verfügt er über enorme Unsterblichkeit – selbst mit nur seinem Kopf bleibt er am Leben. Wegen vergangener Niederlagen hat er jedoch große Teile seiner Macht verloren und wird von Ōchi Fukuchi kontrolliert. Sein Auftreten ist würde- und geheimnisvoll, doch im Umgang mit anderen zeigt er einen eigenen Takt und überraschend sanfte Seiten. Im Verlauf der Handlung entwickelt er zu einigen Charakteren, insbesondere Aya Kōda, eine tiefe Verbindung.
Bram Stoker erscheint als Mann mit langem Haar, spitzen Ohren und auffälligen Narben auf beiden Wangen. Nach seiner Niederlage durch Ōchi Fukuchi besteht sein Körper nur noch aus dem Kopf, der in einem Sarg ruht. Sein Look unterstreicht seine adlige Herkunft, auch wenn er wegen des Sonnenlichts empfindlich ist und ständig Sonnenschutz benötigt.
Bram spricht in einem sehr höflichen, altmodischen Stil und besitzt eine ausgesprochen hohe Auffassung von Würde und Autorität. Sein Verhalten ist ruhig und eigenwillig, er wirkt fast unerschütterlich und verbringt den Großteil seiner Zeit schlafend in seinem Sarg. Trotz dieser Fassade zeigt er Mitgefühl – so bat er beispielsweise einst um das Wohlergehen seiner Untertanen, selbst als er als „Gottesfeind“ gekreuzigt wurde. In der modernen Welt ist er zuweilen naiv und versteht das Zeitgeschehen oder Andeutungen anderer nicht immer richtig.
Früher war Bram Stoker als der „Unsterbliche Graf“ gefürchtet und wurde zu einer der schlimmsten Gefahren für die Menschheit gezählt. In Osteuropa baute er ein Reich der Vampire auf, bis er vor acht Jahren von Ōchi Fukuchi mit dem heiligen Schwert Solzrevni besiegt und versiegelt wurde. Seitdem ist er dessen Gefangener und wird durch eine im Hirn verankerte Waffe vollständig kontrolliert, wodurch er nicht einmal mehr seine eigene Fähigkeit frei einsetzen kann.
Bram Stokers Fähigkeit „Vampir“ erlaubt es ihm, Menschen, die er beißt, in eigene Vampir-Gefolgsleute zu verwandeln. Diese unterstehen seinem Willen und können wiederum andere Menschen infizieren. Dadurch entsteht eine infektiöse, stetig wachsende Gruppe von Vampiren, deren Mitglieder über erhöhte körperliche Fähigkeiten und Heilkräfte verfügen. Allerdings leiden sie unter einer geschwächten Eigenwilligkeit und extremer Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht. Das Schwert Solzrevni versiegelt die Fähigkeit zeitweise und nimmt ihm die Kontrolle über seine Gefolgsleute.
Bram Stoker empfindet für Ōchi Fukuchi weder Loyalität noch Freundschaft, da Fukuchi ihn durch die Drohung, sein Gehirn mit dem heiligen Schwert zu zerstören, zur Kooperation zwingt. Zu Aya Kōda entwickelt er eine verblüffend enge Verbindung, als sie ihm Mut zuspricht und schließlich das versiegelnde Schwert entfernt, wodurch Bram ihr Treue schwört. Auch zu anderen Akteuren wie Ryūnosuke Akutagawa oder Kenji Miyazawa nimmt er wechselhafte Beziehungen ein, mal als Feind, mal als unerwarteter Verbündeter.
Durch seine jahrzehntelange Isolation im Sarg ist Bram in modernen Dingen wenig bewandert und gelegentlich etwas tollpatschig, etwa wenn er die Drohungen von Aya Kōda missversteht. Trotz seiner düsteren Natur trägt er so zur Auflockerung bei.
„Fluch über die anmaßenden Toren!“
Einer der „Fünf Verfallenen des Himmels“
Bram Stoker ist Mitglied dieser mächtigen Gruppe und trägt den Beinamen „Unsterblicher Fürst“. Acht Jahre vor der Hauptgeschichte wird er durch Ōchi Fukuchi und das heilige Schwert Solzrevni versiegelt, verliert damit Körper und Macht.
Gefangenschaft und Kontrolle durch Fukuchi
Sein abgetrennter Kopf verbleibt in Fukuchis Besitz, eingesperrt in einem Sarg voller Heimatboden. Durch das Schwert wird Bram zur Kooperation gezwungen: Er darf seine Fähigkeit nicht frei nutzen und verliert die Kontrolle über seine Vampir-Gefolgsleute, die Fukuchi für seine Pläne missbraucht.
Die Zwangserschaffung neuer Vampire
Trotz eines Schwurs, nie wieder neue Vampire zu erschaffen, wird Bram durch Fukuchis Drohungen dazu gezwungen, unter anderem Ryūnosuke Akutagawa in einen Vampir zu verwandeln, um gegen die bewaffnete Detektivagentur vorzugehen.
Begegnung mit Aya Kōda
Als Aya vor Fukuchi in den Sarg flüchtet, kommen Bram und sie ins Gespräch. Erst lehnt Bram eine Zusammenarbeit ab, doch durch Ayas Hartnäckigkeit und ihren freundlichen Umgangstag – etwa als sie ihm einen tragbaren Musikspieler schenkt –, ändert er seine Haltung. Später hilft Bram ihr, sich vor angreifenden Vampiren zu schützen.
Entscheidungsmoment
Als Aya in einem Wien-gegen-Alle-Moment das heilige Schwert aus seinem Kopf zieht, bekommt Bram seine Fähigkeiten und die Kontrolle über seine Gefolgsleute zurück. Als Dank schwört er, Ayas Ritter zu werden und ihr sein Leben zu widmen. Daraufhin steuert er Akutagawa, um Aya zu retten.
Weitere Entwicklungen
Bram hilft später Ranpo Edogawa bei einem Plan und beeinflusst Vampir-Piloten, die Fyodor Dostoevsky eskortieren. Doch direkt nach diesem Erfolg wird Bram von Fyodors Fähigkeit überwältigt und von ihm übernommen, was die Lage erneut verschärft.
Der reale Bram Stoker (1847–1912) war ein irischer Schriftsteller, der mit seinem Roman „Dracula“ das Bild des modernen Vampirs nachdrücklich prägte.
Im Unterschied zum historischen Vorbild wird Bram in Bungou Stray Dogs als „nordischer Graf“ bezeichnet – inspiriert vermutlich vom walisischen Fürsten Vlad III., einem realen historischen Vorbild für Dracula.
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