Shunji Fujimura war ein vielseitiger japanischer Schauspieler, Synchronsprecher, Entertainer, Choreograf und Unternehmer.
Geboren in Kamakura, prägte er die Unterhaltungsbranche mit seinem einzigartigen Charme und dem Spitznamen "Ohyoi-san".
Seine langjährige Karriere erstreckte sich von der Bühne und dem Fernsehen bis hin zu Anime und Filmen.
Fujimura war für seine Rollen als älterer Gentleman und seine elegante sowie leicht verschmitzte Ausstrahlung bekannt.
Er hinterließ als kreative Persönlichkeit und leidenschaftlicher Gastronom in Tokio einen bleibenden Eindruck.
Shunji Fujimura wurde 1934 in Kamakura, Kanagawa, geboren.
Sein Vater war der Präsident von Subaru Kogyo und galt als streng, während seine Mutter als gutmütig beschrieben wurde.
Er besuchte die Gyosei-Schule von der Grundschule bis zum Gymnasium.
Ursprünglich träumte er davon, Theaterregisseur zu werden und studierte an der Waseda Universität Theaterwissenschaften, brach das Studium jedoch frühzeitig ab.
Er wechselte zur Tōhō-Tanzschule und absolvierte dort als einer der ersten Absolventen.
1960 schloss sich Fujimura dem Nihon Gekijō Dancing Team an und reiste durch Europa, was seinen Blick auf die Bühnenkunst stark prägte.
Beeindruckt vom westlichen Niveau, entschied er sich gegen eine Laufbahn als Tänzer und wurde stattdessen Choreograf.
Er entwickelte Choreografien für bekannte TV-Shows wie "8-ji da yo! Zen'in Shūgō" und Werbefilme, darunter der berühmte "Renown Ie Ie"-Spot.
Obwohl ihm oft nachgesagt wurde, die "Barttanz"-Choreografie der Drifters erfunden zu haben, betonte er später, nur für die Eröffnungsnummer verantwortlich gewesen zu sein.
Neben seiner Arbeit als Choreograf wurde er immer häufiger als Schauspieler und Entertainer vor die Kamera geholt, wodurch sein Spitzname "Ohyoi" entstand, da er von Statistenrollen „geschickt davonlief“.
Fujimuras Schauspielkarriere spannt sich über fünf Jahrzehnte mit denkwürdigen Rollen in Dramen wie "Souri to Yobanai de", Filmen wie "Radio no Jikan" oder "Death Note", sowie Auftritten im Variety-Bereich, darunter "Geba Geba 90-pun!" und als beliebter Erzähler in "Burari Tochuu Gesha no Tabi".
In Animes brillierte er unter anderem als Tanaka in der Serie "Black Butler", eine Figur, die inspiriert von seinem eigenen Stil entworfen wurde.
Fujimura war außerdem Gründer und Betreiber der Agenturen "Office Ohyoi" und "Ohyoi & Sons".
Obwohl konkrete Auszeichnungen wenig dokumentiert sind, wurde er regelmäßig als einer der populärsten Darsteller für Butler- und Gentlemenrollen genannt.
Er war generationsübergreifend bekannt als Synonym für Charme, Würde und einen feinen Sinn für Humor im japanischen Fernsehen.
Shunji Fujimura war zweimal verheiratet, lebte jedoch am Ende ohne Ehepartner.
Sein Sohn Ami übernahm die Leitung des Familienunternehmens "Ohyoi & Sons".
Zu seinen engen Freunden zählten bekannte Schauspieler wie Yuji Nagato, Kinya Aikawa, Kyosen Ohashi, und Shuichiro Moriyama.
Gemeinsam gründeten sie 1976 die bekannte Freundesrunde "Shouwa Kyunen Kai".
Fujimura galt als außergewöhnlich freundlicher und nonkonformer Charakter.
Ein Markenzeichen war seine feine weiße Haarpracht mit Schnurrbart, eine Offenbarung nach einer Magenkrebs-Operation, die seinen Look grundlegend änderte.
Er liebte es, Gäste in seiner eigenen Bar „O'hyoi's“ in Minami Aoyama zu bedienen, wo er persönlich am Tresen stand und auf Servicegebühren verzichtete.
Zu seinen privaten Eigenheiten zählte, nie Hosen mit Bügelfalte zu tragen und diese selbst zu bügeln, um Falten zu entfernen.
Seine Freizeitaktivität bestand häufig aus Kochkünsten, die er in mehreren Kochbüchern weitergab.
Fujimura verließ die Unterhaltungsbranche 2015 offiziell aus gesundheitlichen Gründen; die Ankündigung löste in Japan großes Medieninteresse aus.
Im Anime „Black Butler“ diente Fujimura als Vorbild und später auch als Stimme der Figur Tanaka; nach seinem Tod veröffentlichte die Mangaka Yana Toboso eine bewegende Hommage.
Seine letzten Jahre waren von einer schweren Erkrankung geprägt, nach einem Schlaganfall 2015 erholte er sich lange in der Rehabilitationsklinik, bis er 2017 an Herzversagen verstarb.
Für viele bleibt er als das freundliche Gesicht der „späten Nachmittagsstunden“ lebendig, als würde er jeden Moment mit einem verschmitzten Lächeln um die Ecke biegen.
Fujimura wirkte in zahllosen TV-Produktionen, Filmen, Animes, Radioprogrammen und Werbespots mit.
Er schrieb mehrere Bücher, darunter kulinarische Werke und persönliche Anekdoten.
Nach seinem Tod übernahmen verschiedene bekannte Schauspieler seine markanten Synchronrollen, um sein Erbe zu ehren.
Sein Kultstatus als „japanischer Butler der Herzen“ bleibt unvergessen.
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