Ghislaine Dedoldia ist eine schwertkämpfende Frau der katzenartigen Bestienrasse Dedoldia, Trägerin des Titels Schwertkönig der Schwertgott-Schule und frühere Abenteurerin der Gruppe „Schwarzer Wolfszahn“, die später als Leibwächterin und Schwertmeisterin von Eris Boreas Greyrat in den Dienst des Hauses Boreas Greyrat tritt.
Ghislaine gehört zur Bestienrasse und speziell zur königlichen Linie des Dedoldia-Stammes im Waldgebiet der Bestien.
Sie besitzt den Titel Schwertkönig und gilt innerhalb der Schwertgott-Schule als die viertstärkste lebende Schwertkämpferin dieser Schule.
Sie ist ehemalige Gefährtin von Paul Greyrat, Zenith Greyrat und Geese Nukadia in der Abenteurergruppe „Schwarzer Wolfszahn“.
Nach der Auflösung der Gruppe landet sie mittellos auf der Straße und wird von Sauros Boreas Greyrat und Eris Boreas Greyrat aufgenommen.
Ihr rechter Arm an Verstand ist sprichwörtlich schwach ausgeprägt – sie kann nicht lesen, ist in vielen Bereichen hoffnungslos ungebildet und wird oft als „Muskeln bis ins Gehirn“ verspottet.
Trotzdem ist sie in allen Belangen rund um Schwertkampf, insbesondere die Schwertgott-Schule, äußerst kompetent und kann deren Theorie klar erklären.
Ihre rechte, mit einer Augenklappe verdeckte Augenhöhle beherbergt ein Magieauge, mit dem sie Magie und magische Energie sehen kann.
Gemeinsam mit der überragenden Tiernase und dem empfindlichen Gehör der Bestienrassen macht sie das zu einer außergewöhnlichen Späherin und Jägerin.
Ihre Stimme wird in der Anime-Adaption von Megumi Toyoguchi gesprochen.
Ghislaine ist eine dunkelhäutige, muskulöse, aber wohlproportionierte Frau mit einem kräftigen, athletischen Körperbau.
Ihre Haare sind wie eine Mähne geschnitten und unterstreichen das wilde, katzenartige Erscheinungsbild.
Als Angehörige der Bestienrassen besitzt sie Tierohren und einen Schwanz, die beide deutlich sichtbar sind.
Ihr Körper ist von zahlreichen Narben gezeichnet, die aus unzähligen Kämpfen stammen.
Ihr rechtes Auge ist ein Magieauge, das sie normalerweise mit einer Augenklappe bedeckt.
Trotz ihres wilden Auftretens ist sie eine attraktive Frau, die oft als sehr gut gebaut beschrieben wird.
Die Schwertgott-Schule legt großen Wert auf Beweglichkeit und Geschwindigkeit, weshalb Ghislaine extrem freizügige und leichte Kleidung trägt.
Abgesehen von einem locker getragenen Mantel wirkt ihre Kleidung oft eher wie Unterwäsche als wie normale Alltags- oder Kampfkleidung.
Ihr klassischer, etwas grober Spruch zu ihrer Anrede lautet:
„Ghislaine reicht. Dieses ‚Frau‘ davor brauche ich nicht.“
Ghislaine spricht in einem groben, eher männlich wirkenden Tonfall und tritt oft kurz angebunden und wortkarg auf.
Unter der rauen Schale verbirgt sich jedoch eine sehr loyale Person mit starkem Verantwortungsgefühl und überraschend ausgeprägtem Sinn für Fürsorge.
Intellektuell ist sie schwach – sie konnte lange Zeit nicht lesen, schreiben oder rechnen.
Sie vergisst Anweisungen schnell, kann sich kaum mehrere Aufgaben merken und neigt dazu, im Kampf einfach nach vorn zu stürmen.
In Extremsituationen dreht sie manchmal völlig durch und verliert die Fähigkeit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden.
Alte Gefährten beschreiben sie daher mit wenig schmeichelhaften Formulierungen wie „Muskeln bis ins Gehirn“, betonen aber auch ihre Zuverlässigkeit im direkten Kampf.
Gleichzeitig hat sie die Theorie und Prinzipien der Schwertgott-Schule sehr gründlich verinnerlicht.
Wenn es um Schwertkampf geht, kann sie erstaunlich logisch und präzise argumentieren und Fehler in der Technik anderer genau benennen.
Ihre Schwäche liegt in der Anpassungsfähigkeit:
Was sie nicht selbst so gelernt hat, kann sie kaum anders vermitteln oder kreativ abwandeln.
Gegenüber denen, die ihr geholfen haben, zeigt sie ein klares Ehrgefühl.
Sie verachtet Paul Greyrat zwar menschlich, hält sich aber an bestehende Verpflichtungen und bricht nie leichtfertig ein gegebenes Wort.
Eris Boreas Greyrat betrachtet sie als äußerst wichtigen Menschen, fast wie eine kleine Schwester oder Tochter.
Ghislaine selbst fühlt sich Eris tief verpflichtet, weil Eris und Sauros ihr einst das Leben gerettet und ihr eine neue Aufgabe gegeben haben.
Kindheit und Dedoldia-Stamm
Ghislaine entstammt dem Königshaus der Dedoldia, einer einflussreichen Bestienfamilie.
Als Kind zeigt sie jedoch keinerlei Kontrolle über ihre Instinkte und wird zu dem, was ihr Volk „Bestienrückfall“ nennt.
Dieser „Bestienrückfall“ bezeichnet einen Zustand, in dem ein Angehöriger der Bestienrassen seine Vernunft und Intelligenz verliert und nur noch wie ein wildes Tier auf Menschen losgeht.
Ghislaine war als Kind so gewalttätig und unbeherrscht, dass sie von ihrem eigenen Stamm nicht mehr kontrolliert werden konnte.
Schließlich wird sie in die Obhut eines umherziehenden Schwertkämpfers gegeben, da die Familie sie nicht mehr im Dorf behalten kann.
Dieser Schwertkämpfer ist niemand Geringeres als Schwertgott Gal Farion, einer der mächtigsten Schwertkämpfer der Welt.
Ausbildung in der Schwertheiligenstätte
Gal Farion bringt Ghislaine in die Schwertheiligenstätte, das Zentrum der Schwertgott-Schule.
Dort trainiert sie über Jahre hinweg extrem hart und wird vom wilden Tier zum disziplinierten Kämpfer geformt.
Ihr Meister hält ihr immer wieder vor, dass jemand, der in der Menschenwelt leben möchte, auch die Regeln der Menschen befolgen muss.
Unter dieser strengen Erziehung entwickelt Ghislaine eine gewisse rationale Denkweise, die sie von der gedankenlosen Bestie zu einer „zahmeren“ Person macht.
Als Kämpferin verliert sie dadurch ein Stück ihrer ursprünglichen, unkontrollierten Wildheit.
Gal Farion sieht diesen Effekt mit gemischten Gefühlen und meint später, er habe sie zwar zu einem vernünftigen Menschen gemacht, aber als Schwertkämpferin zu sehr gezähmt.
Nach Abschluss ihrer Ausbildung schickt er sie in die Welt hinaus, damit sie „die Welt kennenlernt“ und Erfahrung sammelt.
Ghislaine beginnt daraufhin, allein zu reisen und als Abenteurerin zu arbeiten.
Abenteurerzeit und „Schwarzer Wolfszahn“
Während ihrer Reisen schließt sie sich schließlich der Abenteurergruppe „Schwarzer Wolfszahn“ an.
Zu den wichtigsten Mitgliedern gehören Paul Greyrat, Zenith Greyrat und Geese Nukadia.
In dieser Zeit erarbeitet sie sich ihren Ruf als herausragende Schwertkämpferin.
Der lebensnahe Kampf mit Monstern und Banditen schärft ihre Fähigkeiten, sowohl in direkter Konfrontation als auch im Aufspüren von Feinden.
Paul Greyrat, selbst ein als Genie geltender Schwertkämpfer mit mehreren Kampfstilen, schafft es nie, sie im Duell zu besiegen.
Das verdeutlicht, wie hoch Ghislaine innerhalb der Schwertgott-Schule und im weltweiten Vergleich einzuordnen ist.
Als Paul und Zenith heiraten, beschließen die Mitglieder von „Schwarzer Wolfszahn“, die Gruppe aufzulösen.
Für Ghislaine hat dies besonders gravierende Folgen, weil sie außerhalb des Kampfes kaum alleine zurechtkommt.
Ohne Organisation, Kontakte oder kaufmännisches Talent ist sie plötzlich arbeitslos und mittellos.
Sie ist nicht in der Lage, sich selbstständig Jobs als Leibwächterin oder Söldnerin zu organisieren und verarmt schnell.
Zusammenbruch und Aufnahme durch das Haus Boreas Greyrat
Als die Gruppe bereits aufgelöst ist, streift Ghislaine orientierungslos durch die Welt und kommt schließlich in das Gebiet der Familie Boreas Greyrat.
Dort bricht sie vor Hunger zusammen und ist dem Tod nahe.
Sie wird von Sauros Boreas Greyrat und seiner Enkelin Eris Boreas Greyrat gefunden.
Beeindruckt von ihrer Kraft und ihrem Potenzial stellt Sauros sie als Leibwächterin und Schwertmeisterin für Eris ein.
Von da an lebt Ghislaine als Angestellte im Haus Boreas Greyrat.
Sie bewacht Eris, begleitet sie und unterrichtet sie gleichzeitig in der Schwertkunst der Schwertgott-Schule.
In der alltäglichen Anrede nennt sie Eris meist „Fräulein“ oder sinngemäß „die Herrin“, aber im Trainingskontext spricht sie sie direkt bei ihrem Vornamen an.
Zwischen den beiden entsteht ein enges Band, das eher an eine Mischung aus älterer Schwester, Leibwächterin und Lehrmeisterin erinnert.
Zusammenarbeit mit Rudeus Greyrat
Als Rudeus Greyrat im Haus Boreas Greyrat als Hauslehrer eingestellt wird, lernen Ghislaine und Rudeus sich kennen.
Rudeus soll Eris Lesen, Schreiben, Rechnen und Magie beibringen, während Ghislaine für Schwertkampf zuständig ist.
Ghislaine beginnt, Rudeus im Schwertkampf zu unterrichten.
Im Gegenzug nimmt sie selbst Unterricht bei Rudeus und lernt zum ersten Mal in ihrem Leben Lesen, Schreiben, Rechnen und etwas Magie.
Rudeus erkennt früh, dass Ghislaine zwar enorme körperliche Fähigkeiten hat, aber für die Schwertgott-Schule nicht der geeignetste Lehrer für ihn ist, da er für diese Schule wenig Talent besitzt.
Sie selbst merkt ebenfalls, dass Rudeus besser zur Nordgott-Schule passen würde und denkt darüber nach, ihn später an einen entsprechenden Lehrer zu verweisen.
Für Ghislaine ist Rudeus’ Unterricht ein Wendepunkt.
Sie ist kein einfacher Fall – ihr Gedächtnis, ihre Konzentration und ihr abstraktes Denken sind schwach, weshalb sie viele Methoden braucht, um überhaupt etwas zu behalten.
Trotzdem gelingt es Rudeus, ihr die Grundlagen von Schrift, Zahlen und Magie beizubringen.
Das wird später als Beweis für Rudeus’ außerordentliche pädagogische Fähigkeiten hervorgehoben, denn andere wie Luke Notos Greyrat scheitern daran, ihr auch nur einfache Etikette beizubringen.
Ghislaine selbst beginnt, Rudeus ähnlich hoch zu achten wie ihren Schwertmeister Gal Farion.
Sie respektiert ihn sowohl als Lehrmeister als auch als Schüler im Schwertkampf.
Fittoa-Territoriums-Transferkatastrophe
Während der Transferkatastrophe im Fittoa-Gebiet wird Ghislaine – wie viele andere Bewohner des Fittoa-Territoriums – an einen weit entfernten Ort teleportiert.
Sie landet in einem Konfliktgebiet und muss sich zunächst in einer gefährlichen Umgebung durchschlagen.
Auf dem Rückweg in Richtung ihres ursprünglichen Wirkungsbereichs stößt sie auf die Leichen von Philip Boreas Greyrat und Hilda Boreas Greyrat.
Sie erkennt, dass ihre früheren Herren grausam getötet wurden, und nimmt an Ort und Stelle Rache an den Verantwortlichen.
Anschließend sorgt sie für die Beerdigung der beiden, um ihrer Pflicht als ehemalige Leibwächterin nachzukommen.
Dieser Akt zeigt, wie ernst sie Loyalität und Verantwortung gegenüber ihren Arbeitgebern nimmt, selbst wenn diese bereits tot sind.
Später kehrt sie ins Fittoa-Gebiet zurück und trifft dort erneut auf Rudeus und Eris.
Zu diesem Zeitpunkt sind sowohl die politische Lage als auch die Zukunft der Familie Boreas Greyrat sehr unsicher.
In einer Diskussion mit Alphonse, der vorschlägt, Eris solle als Konkubine von Pilemon Notos Greyrat zu Darius Silva Ganius gehen, um politisch abgesichert zu sein, bezieht Ghislaine klar Stellung.
Sie schlägt Eris vor, stattdessen mit Rudeus zu fliehen und ihn zu heiraten, da sie dies für emotional und menschlich ehrlicher hält.
Eris entscheidet sich nach den Ereignissen jedoch dafür, sich von Rudeus zu trennen, um stark genug zu werden, an seiner Seite bestehen zu können.
Ghislaine begleitet Eris daraufhin zur Schwertheiligenstätte, damit Eris dort ihre Fähigkeiten als Schwertkämpferin verbessert.
Allgemeine Stärke
Ghislaine ist eine Schwertkämpferin der Schwertgott-Schule und trägt den Titel Schwertkönig.
Innerhalb der Hierarchie dieser Schule gehört sie zur Spitze und wird als die viertstärkste Vertreterin ihres Stils eingestuft.
Die Schwertgott-Schule ist auf extrem hohe Geschwindigkeit, explosive Durchschlagskraft und offensive Dominanz ausgelegt.
Ghislaine verkörpert diese Eigenschaften nahezu ideal: Sie ist schnell, aggressiv und im direkten Nahkampf überwältigend.
Sie beherrscht die Geheimtechnik „Lichtklinge“, mit der sie Gegner auf Saint-Rang und darunter buchstäblich in einem Moment erledigen kann.
Gegen durchschnittliche Schwertkämpfer ist ein Kampf kaum mehr als ein Augenblick.
Selbst Paul Greyrat, der als Naturtalent mit mehreren Kampfstilen gilt, konnte sie nie besiegen.
Ihr Meister Gal Farion ist der Ansicht, dass sie – wäre sie nicht „zahmer“ erzogen worden – das Potenzial gehabt hätte, den Rang eines Schwertimperators zu erreichen.
Magieauge und Sinne
Ghislaine besitzt eine Magieauge im rechten Auge, das sie für gewöhnlich mit einer Augenklappe verbirgt.
Mit diesem Auge kann sie den Fluss von Magie und magischer Energie sehen, was ihr bei der Einschätzung von Gegnern und bei der Gefahrenwahrnehmung hilft.
Als Angehörige der Bestienrassen verfügt sie über einen stark ausgeprägten Geruchssinn und ein scharfes Gehör.
In Kombination mit ihrem Magieauge ergeben sich hervorragende Aufklärungs- und Spähfähigkeiten, beispielsweise um versteckte Gegner, Fallen oder Hinterhalte zu entdecken.
Diese Wahrnehmung macht sie auch in chaotischen Schlachten wertvoll, solange sie die Kontrolle behält.
Gerät sie jedoch in einen Blutrausch, kann sie diese Fähigkeiten nicht mehr vernünftig einsetzen und unterscheidet nicht mehr sauber zwischen Freund und Feind.
Magisches Schwert „Hiramune“
Ghislaine führt ein rotes, einseitig geschliffenes Magieschwert mit dem Namen „Hiramune“.
Dieses Schwert besteht aus dem Knochen des Drachenkönigs und ist eines von 48 legendären Magieschwertern, die aus diesem Material gefertigt wurden.
„Hiramune“ leuchtet unheimlich rot und ist besonders effektiv gegen Metall und Geisterwesen.
Seine Angriffsleistung steigt gegenüber metallenen Objekten und körperlosen Gegnern deutlich an, was es in vielen Situationen zu einer nahezu unvergleichlichen Waffe macht.
Das Schwert war ursprünglich Teil der Sammlung von Schwertgott Gal Farion, der mehrere solcher legendären Waffen besitzt.
Er übergab „Hiramune“ Ghislaine, als sie den Rang eines Schwertkönigs erreichte, wodurch die Waffe zugleich als eine Art Ausweis ihres Status dient.
Mantel der Schwertgott-Schule
Als Schwertkönig trägt Ghislaine den besonderen Mantel der Schwertgott-Schule.
Dieser Mantel wird nur Schwertkämpfern ab dem Rang eines Schwertheiligen verliehen.
Der Mantel ist nicht nur Symbol ihres Ranges, sondern auch praktisch für Reisen und Kämpfe, da er Bewegungsfreiheit und gleichzeitig einen gewissen Schutz bietet.
In Kombination mit ihrer ohnehin knappen Kleidung entsteht so ihr charakteristischer Look: fast nackte Bewegungsfreiheit unter einem martialischen, rangbetonten Mantel.
Ghislaine ist als Person impulsiv und oft vergesslich, als Schwerttrainerin jedoch überraschend strukturiert.
Sie greift beim Unterrichten strikt auf das zurück, was sie selbst von Gal Farion gelernt hat.
Sie kann die Techniken und Prinzipien der Schwertgott-Schule verständlich erklären.
Ihre Stärke liegt vor allem darin, Fehler im Stand, in der Körperhaltung, im Timing und in der Schlagtechnik präzise zu erkennen und direkt zu kommentieren.
Für Rudeus Greyrat ist sie als Lehrmeisterin besonders wertvoll, weil sie im Gegensatz zu Paul Greyrat nicht rein aus dem Gefühl heraus unterrichtet, sondern die Theorie klar benennt.
Rudeus empfindet den Unterricht mit ihr daher als strukturierter und besser nachvollziehbar.
Eris wiederum als eher intuitiv veranlagte Kämpferin kommt besser mit dem Unterrichtsstil von Ruijerd Superdia zurecht, der praxisorientiert und kampfbetont unterrichtet.
Ghislaine kann mit Schülern, die sehr stark auf Intuition setzen, weniger flexibel umgehen, da ihre eigenen Methoden wenig Spielraum für Variation lassen.
Ihr größtes Defizit als Lehrmeisterin ist die mangelnde Anpassungsfähigkeit:
Sie ist nicht gut darin, ihre Lehrmethoden an unterschiedliche Lerntypen anzupassen, sondern vermittelt bevorzugt genau das, was sie selbst gelernt hat, auf fast identische Weise.
Der Drachenherrscher Orsted bemerkt in Bezug auf Eris einmal, dass diese mit etwas mehr Vernunft und einem anderen, „passenderen“ Meister vermutlich besser gefördert worden wäre.
Diese Aussage impliziert, dass Orsted Ghislaine als Ausbilderin nicht hoch einschätzt, insbesondere was langfristige strategische Entwicklung angeht.
Eris Boreas Greyrat
Eris ist Ghislaine zugleich Herrin und Schülerin.
Ghislaine wurde als Leibwächterin und Schwertmeisterin für sie eingestellt, nachdem sie von Sauros und Eris vor dem Verhungern gerettet wurde.
Zwischen den beiden entwickelt sich ein starkes Vertrauensverhältnis.
Eris sieht in Ghislaine eine Art große Schwester und persönliche Heldin.
Ghislaine dagegen betrachtet Eris als eine der wichtigsten Personen in ihrem Leben.
Sie ist stolz auf Eris’ Entwicklung im Schwertkampf und bereit, ihr überallhin zu folgen.
Als Eris’ Zukunft nach der Transferkatastrophe unsicher ist, stellt Ghislaine ihre Interessen über politische Überlegungen.
Ihr Vorschlag, Eris solle Rudeus heiraten und mit ihm fliehen, zeigt, dass sie Glück und persönliche Bindung höher bewertet als Macht und Position.
Gal Farion
Gal Farion ist Ghislaine’ Meister und eine Art Ziehvater.
Er nahm sie auf, als ihre eigene Familie sie aufgrund ihres „Bestienrückfalls“ verstoßen musste.
Unter seiner strengen Anleitung lernte sie, nach menschlichen Regeln zu leben und rational zu handeln.
Er brachte ihr nicht nur Techniken bei, sondern formte auch ihren Charakter und ihren Sinn für Pflicht.
Gal Farion ist mit dem Ergebnis nur teilweise zufrieden.
Er ist der Meinung, dass er sie als Kämpferin „zu sehr domestiziert“ hat – aus einem hungrigen Tiger sei eine Katze geworden, die zwar brav, aber als Schwertkämpferin etwas gebremst sei.
Trotz dieser Zweifel ist klar, dass Ghislaine ihm tiefen Respekt entgegenbringt.
Ihr Umgang mit Schülern und ihre eigene Disziplin sind stark von seiner Philosophie geprägt.
Rudeus Greyrat
Rudeus ist gleichzeitig Ghislaine’ Schwertschüler und ihr Lehrer in akademischen Fächern.
Sie bringt ihm die Schwertgott-Techniken nahe, während er ihr Lesen, Schreiben, Rechnen und Magie vermittelt.
Der Unterricht mit Rudeus ist für Ghislaine eine schwierige, aber letztlich erfolgreiche Aufgabe.
Sie braucht viele Wiederholungen und spezielle Methoden, doch dank Rudeus’ Geduld schafft sie es, grundlegende Bildung nachzuholen.
Für Rudeus ist Ghislaine der Beweis, dass seine Lehrmethoden funktionieren, selbst bei einem äußerst schwierigen Fall.
Andere, wie Luke Notos Greyrat, scheitern daran, Ghislaine Etikette oder höfische Umgangsformen beizubringen – sie vergisst deren Inhalte buchstäblich sofort.
Ghislaine beginnt, Rudeus fast genauso hoch zu achten wie ihren Schwertmeister Gal Farion.
Sie erkennt in ihm eine seltene Kombination aus Talent, Fleiß und pädagogischem Geschick.
Philip Boreas Greyrat und Hilda Boreas Greyrat
Philip Boreas Greyrat ist der Herr von Eris und Ghislaine’ Arbeitgeber im Hause Boreas Greyrat.
Seine Frau Hilda Boreas Greyrat ist Eris’ Mutter und ebenfalls Ghislaine’ Vorgesetzte.
Philip schlägt Ghislaine einmal vor, seine Konkubine zu werden.
Sie lehnt dies ab, weil sie sich Eris gegenüber schuldig fühlen würde und ihr nicht als Rivalin gegenübertreten möchte.
Nachträglich zeigt sie gewisse Reue darüber und meint, sie hätte das Angebot vielleicht doch annehmen sollen.
Das deutet an, dass sie mit dem Gedanken spielt, aber ihre Loyalität zu Eris letztlich höher bewertet.
Nach der Transferkatastrophe findet Ghislaine die Leichen von Philip und Hilda.
Sie rächt ihren Tod, begräbt sie und erfüllt damit ihre Pflicht als ehemalige Leibwächterin und Untergebene.
Paul Greyrat
Paul ist ein ehemaliger Gefährte aus der Zeit des „Schwarzen Wolfszahns“.
Sie betrachtet ihn als talentierten, aber charakterlich problematischen Mann.
Ghislaine verachtet Paul in vielerlei Hinsicht, besonders wegen seines verantwortungslosen Verhaltens.
Dennoch erkennt sie ihre alten Verpflichtungen an und bleibt die einzige aus der alten Gruppe, die nach der Auflösung noch regelmäßig Kontakt zu ihm hält.
Emotionale Bindung jenseits dieser Pflicht zeigt sie kaum.
Als Paul später schwere persönliche Verluste erleidet, reagiert sie eher nüchtern und meint sinngemäß, dass es „zu erwarten“ gewesen sei.
Trotz allem erfüllt sie Bitten, die er an sie richtet – etwa, Rudeus im Schwertkampf zu trainieren.
Dieser Kontrast zwischen Verachtung und Pflichtgefühl ist typisch für Ghislaine’ strenge, aber konsequente Moral.
Zenith Greyrat
Zenith war ebenfalls Mitglied des „Schwarzen Wolfszahns“ und ist Pauls Ehefrau.
Ghislaine steht ihr deutlich positiver gegenüber als Paul.
Die Tragödie, die Zenith später widerfährt, trifft Ghislaine emotional härter als Pauls eigenes Schicksal.
Das zeigt, dass sie Zenith als guten Menschen betrachtet und ihr gegenüber echte Zuneigung empfindet.
Geese Nukadia
Geese Nukadia ist ein weiterer Gefährte aus der alten Abenteurergruppe.
Seine notorische Spielsucht bringt Ghislaine immer wieder zum Kopfschütteln.
Trotzdem bedeutet er ihr viel.
Beim letzten Abschied wirkt Ghislaine sichtbar traurig, was zeigt, dass sie an ihren Kameraden hängt, selbst wenn sie deren Schwächen kritisiert.
Geese gibt Ghislaine beim Auseinandergehen der Gruppe einen wichtigen Rat:
Sie solle keine Angst vor sozialen Kontakten haben und anderen einfach Schwertkampf beibringen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Diesem Rat folgend wird Ghislaine später zur Schwertmeisterin von Eris.
Geese’ Worte sind somit ein direkter Auslöser für ihre spätere Rolle im Hause Boreas Greyrat.
Sauros Boreas Greyrat
Sauros ist der Großvater von Eris und das Oberhaupt des Hauses Boreas Greyrat.
Er ist es, der Ghislaine einst im halb verhungerten Zustand findet und sie anstellt.
Für Ghislaine ist Sauros ein entscheidender Wendepunkt.
Er gibt ihr nicht nur Arbeit, sondern auch eine klare Rolle, in der sie ihre Stärke sinnvoll ausleben kann.
Sie ist ihm dankbar dafür, dass sie durch ihn eine neue Heimat und Aufgabe findet.
Ihre Loyalität gegenüber der Familie Boreas Greyrat ist zu einem großen Teil auf diese Rettung zurückzuführen.
Alphonse und Pilemon Notos Greyrat
Alphonse ist ein Vertrauter des Hauses Boreas Greyrat, der versucht, Eris’ politische Zukunft nach der Katastrophe zu sichern.
Sein Vorschlag ist, Eris solle Konkubine von Pilemon Notos Greyrat werden und so in den Einflussbereich von Darius Silva Ganius gelangen.
Ghislaine widerspricht dieser Idee deutlich.
Sie plädiert dafür, dass Eris sich nicht in eine politische Schachfigur verwandeln lässt, sondern lieber mit Rudeus zusammen flieht und ihn heiratet.
Damit stellt sie sich gegen die rein strategische Sichtweise von Alphonse.
Ihr ist wichtiger, dass Eris ein selbstbestimmtes Leben führt.
Ghislaine verbindet mehrere populäre „Attribute“ auf einmal:
Sie ist eine muskulöse, dunkelhäutige Bestienfrau mit Tierohren, Schwertmeisterin, Augenklappe und freizügiger Kleidung.
In Fan-Kreisen sorgt diese Kombination für hohe Aufmerksamkeit.
Ein großer Teil der Illustrationen, die zu ihr erstellt werden, konzentriert sich stark auf ihren Körper und ihre erotische Ausstrahlung.
Ihr Charakter zeigt einen interessanten Kontrast zwischen roher, beinahe tierischer Kraft und einem durch harte Erziehung erlernten, rationalen Kern.
Im Alltag bleibt sie zwar ein „Muskeltier“, aber in der Welt des Schwertkampfs und der Loyalität ist sie eine der verlässlichsten Personen überhaupt.
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