Orlando Campano ist ein Soldat des Heiligen Königreichs Roble und trotz seines niedrigen Ranges als Truppführer ein Mitglied der legendären „Neun Farben“, bekannt für enorme körperliche Stärke, eigenwilligen Charakter und ein tragisches Ende im Kampf gegen den Magierkaiser Yaldabaoth.
Orlando ist formell nur Truppführer – der viertniedrigste Rang im Militär des Heiligen Königreichs.
Gleichzeitig wurde ihm vom vorherigen Heiligen König der Titel einer der „Neun Farben“ verliehen, einer Elitegruppe außergewöhnlich starker Kämpfer.
Welche Farbe Orlando innerhalb der Neun Farben repräsentiert, ist nicht bekannt.
Seine militärische Laufbahn ist von häufigen Konflikten mit Vorgesetzten und Adligen geprägt, die immer wieder zu Degradierungen führen.
Trotz dieser Akteneinträge genießt er unter seinen Untergebenen großen Respekt.
Diese nennen ihn respektvoll „Truppführer Exzellenz“ und folgen ihm aus Überzeugung, nicht aus Furcht.
Sein Schicksal kulminiert in der Verteidigung des Heiligen Königreichs gegen die Streitkräfte der Vereinigten Nichtmenschen.
Dabei fällt er unter die Kontrolle von Yaldabaoths magischer Beherrschung und zwingt sich selbst, mit dem eigenen Schwert Selbstmord zu begehen.
Orlando ist ein ausgesprochener Eigenbrötler, der Befehle von anderen zutiefst verabscheut.
Er folgt dem Prinzip: Wer ihm etwas befehlen will, muss ihn zuerst im Kampf so besiegen, dass sein Rücken den Boden berührt.
Er verehrt Stärke über alles.
Sobald er eine starke Person sieht, will er sich im Kampf mit ihr messen – notfalls solange, bis einer von beiden zu Boden geht.
Durch diese Haltung gerät er ständig mit Adligen und Vorgesetzten aneinander.
Es kommt regelmäßig zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, was zu rund zehn Degradierungen geführt hat.
Seine Zugehörigkeit zu den Neun Farben verdankt er ausschließlich seiner Kampfkraft, nicht seiner Disziplin.
Dass er trotz dieser Auszeichnung nur Truppführer ist, liegt direkt an seinem schwierigen Charakter.
Im Umgang mit schwachen Adligen und arroganten Offizieren zeigt er offene Verachtung.
Wer Stärke nur auf dem Papier besitzt, aber nicht im Kampf, wird von ihm kaum ernst genommen.
Gleichzeitig ist Orlando keineswegs ein bloßer Schläger.
Er besitzt einen ausgeprägten Sinn für Kameradschaft und Gerechtigkeit und zieht raue, aber ehrliche Typen an.
Seine Untergebenen sind größtenteils ebenso grob wie er selbst, jedoch loyal und kampferprobt.
Das gemeinsame Misstrauen gegenüber schwächlichen Adligen schweißt diese Gruppe zusammen.
Orlando ist ein massig gebauter, extrem muskulöser Mann.
Sein Körper wird als so kräftig beschrieben, dass jede einzelne Körperpartie „nur als massiv zu bezeichnen“ ist.
Er hat ein Gesicht wie ein vom Wetter gegerbter Fels.
Dazu kommen dichte Augenbrauen und ein ungepflegter Bart, was ihm ein betont wildes, fast animalisches Äußeres verleiht.
Interessant ist der Kontrast seiner Augen.
Sie sind klein und rund, was im Vergleich zum restlichen Gesicht etwas unpassend und fast schon niedlich wirkt.
Seine Arme sind dick, seine Brust ist selbst unter der Rüstung deutlich massiv.
Hochgekrempelte Ärmel lassen seine kräftigen Unterarme hervortreten.
Im Gesamteindruck wirkt Orlando wie eine wandelnde Festung aus Fleisch und Stahl.
Seine Präsenz allein reicht aus, um viele Gegner einzuschüchtern.
Verhältnis zu Pabel Baraja
Orlandos unmittelbarer Vorgesetzter innerhalb der Neun Farben ist Pabel Baraja, ein berühmter Bogenschütze des Heiligen Königreichs.
Gegenüber Pabel verhält Orlando sich auffallend locker, fast schon kumpelhaft.
Er redet mit Pabel in einem sehr direkten, ungeschönten Tonfall.
Trotzdem respektiert er ihn innerlich zutiefst und betrachtet ihn als die Person, die er im Heiligen Königreich am meisten anerkennt.
Dieser Respekt gründet vor allem darauf, dass Pabel ihn einmal im Nahkampf in einem Trainingskampf besiegt hat – obwohl Pabel eigentlich ein Fernkämpfer ist.
Die Niederlage hat Orlandos Überheblichkeit gebrochen und seinen Respekt für Pabel dauerhaft gefestigt.
Allerdings hat Orlando eine klare Grenze:
Die endlosen Gespräche über Pabels Frau und Tochter gehen ihm gehörig auf die Nerven, was er nicht ganz verbergen kann.
Stellung bei Untergebenen und Vorgesetzten
Unter seinen Untergebenen ist Orlando ausgesprochen beliebt.
Viele raue Soldaten, die es ebenfalls satt haben, von schwachen Adligen herumkommandiert zu werden, schließen sich ihm bewusst an.
So entsteht eine Truppe, die ihrem Umfang nach eher einem „Zug“ als einem bloßen Trupp gleicht.
Diese Gruppe wird im spöttischen, aber auch stolzen Ton als „Chaostruppe“ oder „Chaostruppe-Orlando“ wahrgenommen.
Die Mitglieder sind keine disziplinierten Mustersoldaten, aber deutlich überdurchschnittliche Kämpfer.
Selbst höhere Offiziere, die Orlando und seine Leute nicht ausstehen können, wagen es kaum, direkt gegen diese Gruppe vorzugehen.
Faktisch hat sich Orlandos Trupp damit eine Art „rechtsfreie Zone“ innerhalb der militärischen Hierarchie geschaffen.
Niemand kann sie einfach nach Belieben herumkommandieren, ohne mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen.
Adlige sehen in Orlando einen lästigen Störenfried.
Für einfache Soldaten hingegen ist er ein Symbol von Ehrlichkeit, Stärke und Unbeugsamkeit gegenüber ungerechter Autorität.
Orlando gehört offiziell zu den Neun Farben, deren Mitglieder allein aufgrund ihrer außergewöhnlichen Stärke ausgewählt werden.
Dass er trotz seines niedrigen Rangs dazugehört, zeigt, wie hoch seine rein kämpferische Fähigkeit einzustufen ist.
Es gibt im Text keine ausführlich dargestellte Kampfszene mit Orlando.
Seine Reputation und einzelne Rückblenden lassen jedoch klare Rückschlüsse zu.
Trainingskampf mit Pabel Baraja
In seiner überheblichen Phase fordert Orlando den Bogenschützen Pabel Baraja zu einem Nahkampf-Trainingsduell heraus.
Zu seiner Überraschung verliert er.
Diese Niederlage zerbricht seinen Stolz und zwingt ihn dazu, sich selbstkritischer zu betrachten.
Später ist er der Meinung, dass er Pabel im reinen Nahkampf inzwischen besiegen könnte – zumindest nach seinem eigenen Einschätzen.
Spezielle Kampftechnik
Orlando besitzt eine besondere Fähigkeit, die direkt mit seinen Waffen zusammenhängt.
Er führt mehrere identische Schwerter mit sich, und das aus gutem Grund.
Er verfügt über eine Technik bzw. Fertigkeit, bei der er seine eigene Waffe bewusst zerstört, um im Gegenzug einen um ein Mehrfaches verstärkten Schlag auszuführen.
Diese Fähigkeit ist so zerstörerisch, dass Schwerter für ihn eher Verbrauchsmaterial sind.
Daher besitzt er gleich mehrere Schwerter derselben Art, um diese Technik mehrfach im Kampf einsetzen zu können.
Das unterstreicht seine Tendenz, Zerstörungskraft über langfristige Haltbarkeit zu stellen.
Kampf gegen Bazzar
In der Vergangenheit hat Orlando einmal direkt gegen einen Gegner namens Bazzar gekämpft, einen extrem gefährlichen Feind der Menschen.
In diesem Kampf wurden alle seine ernstzunehmenden Waffen zerstört.
Trotzdem schafft Orlando es, den Kampf so lange durchzuhalten, bis Verstärkung eintrifft.
Gemeinsam mit dieser Unterstützung gelingt es, Bazzar zum Rückzug zu zwingen.
Auf dem Papier kann man das als taktischen Erfolg werten.
Für Orlando fühlt es sich jedoch anders an.
Bazzar hat ihn nämlich offenbar nie als unmittelbare, höchste Bedrohung eingestuft.
Orlando empfindet es als Niederlage, nicht zu den Gegnern gehört zu haben, die Bazzar unbedingt als erstes ausschalten musste.
Diese Selbstwahrnehmung zeigt, wie hoch Orlando seine eigenen Ansprüche an wahre Stärke anlegt.
Ein Sieg, bei dem er nicht als ernsthafter Hauptgegner betrachtet wird, ist für ihn innerlich kein wirklicher Sieg.
Vor dem Angriff der Vereinigten Nichtmenschen
Orlando ist in dieser Phase im Dienst an der östlichen Stadtmauer des Heiligen Königreichs Roble eingesetzt.
Dort löst er Pabel Baraja von dessen Nachtdienst ab, und die beiden kommen ins Gespräch.
Während dieser Wachablösung sprechen sie über Gazef Stronoff, den legendären Krieger des Königreichs Re-Estize.
Orlando berichtet, dass Gazef in einem Duell gegen den Magierkönig Ainz Ooal Gown im Königreich Re-Estize besiegt wurde.
Was Orlando besonders beeindruckt:
Gazef, von dem er überzeugt ist, dass er stärker ist als er selbst, wurde nicht im direkten Nahkampf, sondern durch Magie bezwungen.
Das zwingt Orlando dazu, seine eigene Einstellung zu überdenken.
Er hatte bisher Fernkampf und Magie – also alles, was kein Nahkampf ist – eher geringgeschätzt.
Die Erkenntnis, dass selbst ein überragender Krieger wie Gazef Stronoff der Magie eines Magierkönigs unterliegt, erschüttert ihn.
Daraufhin entwickelt Orlando den Plan, das Heilige Königreich zu verlassen.
Seine Idee: Er will ins Magische Königreich ziehen und dort auf Kriegsreise gehen – eine Art persönliche Pilgerreise des Schwertes.
Er möchte seine Schwächen erkennen, seinen Horizont erweitern und sich ernsthaft mit Magie und Fernkampf auseinandersetzen.
Angriff von Yaldabaoth und der Vereinigten Nichtmenschen
Noch während dieses Gesprächs entwickelt sich die Lage dramatisch.
Plötzlich tauchen gewaltige Heere der Vereinigten Nichtmenschen auf, angeführt von dem sogenannten Magierkaiser Yaldabaoth.
Yaldabaoth setzt die Großzauber „Meteorfall“ ein, eine gewaltige Magie, die eine Art Meteorit auf die Stadtmauer niedergehen lässt.
Die Mauer bricht unter der Zerstörung zusammen.
Pabel Baraja wird von dieser Katastrophe direkt getroffen.
Er kommt durch den Einsturz der Mauer ums Leben, noch bevor sich Orlando voll in den Kampf stürzen kann.
Orlando ist von Pabels Tod tief getroffen und gerät in blinde Wut.
Getrieben von Zorn stürzt er sich allein direkt auf Yaldabaoth.
Tod durch Beherrschungszauber
Yaldabaoth reagiert nicht mit einem spektakulären Nahkampfduell.
Stattdessen setzt er die Fähigkeit „Beherrschender Fluch“ ein, eine Art mächtiger Kontrollmagie.
Unter dem Einfluss dieses Fluchs verliert Orlando die Kontrolle über seinen eigenen Willen.
Yaldabaoth befiehlt ihm, sich selbst zu töten.
Orlando kann dem Befehl nicht widerstehen.
Er richtet sein Schwert gegen sich selbst und stößt es sich durch die Kehle.
So endet das Leben eines Mannes, der körperliche Stärke über alles stellte, durch einen Akt der absoluten mentalen Unterwerfung.
Sein Tod ist zugleich Symbol für die Hilflosigkeit konventioneller Stärke gegenüber extrem mächtiger Magie.
Orlando hatte fest vor, das Heilige Königreich zu verlassen und im Magischen Königreich seinen Horizont zu erweitern.
Seine geplante Kriegsreise hätte ihn möglicherweise in die Nähe von Ainz Ooal Gown und dessen Reich gebracht.
Er selbst war sich absolut sicher, dass Gazef Stronoff stärker als er ist.
Diese Ehrlichkeit in der Einschätzung anderer Kämpfer zeigt, dass sein Stolz nicht blind ist.
Sein Spitzname „Truppführer Exzellenz“ unter den eigenen Leuten beschreibt ihn perfekt:
Ein niederer Rang in der Hierarchie, aber höchste Anerkennung im Herzen seiner Truppe.
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