Kelart Custodio ist die höchste Priesterin des Heiligen Königreichs Roble, oberste Anführerin des Priesterordens sowie eine der mächtigsten und zugleich gefürchtetsten Frauen ihres Landes.
Name: Kelart Custodio
Geschlecht: Weiblich
Rolle/Funktion: Höchste Priesterin des Heiligen Königreichs Roble; Anführerin des Priesterordens
Wohnort: Beste Wohnlage in Hoburns (Elternhaus/Familiensitz)
Geburtstag: 11. Tag des Monats „Oberes Wasser“
Familie: Jüngere Schwester von Remedios Custodio; enge Vertraute von Calca Bessarez; steht in gutem Verhältnis zu Calcas Bruder Caspond Bessarez
Spitzname/Zweitname: „Nach außen wie ein Bodhisattva, innerlich wie ein Yaksha“ (sinngemäß: sanft wirkend, innerlich dämonisch)
Hobby: Menschenbeobachtung – sowohl im positiven als auch im sehr kritischen Sinn
Synchronsprecherin (Anime): Haruka Tomatsu (im Original)
Kelart Custodio ist die höchste Priesterin des Heiligen Königreichs Roble und Oberhaupt des dortigen Priesterordens.
Sie steht gemeinsam mit ihrer Schwester Remedios Custodio an der Seite der Heiligen Königin Calca Bessarez und bildet mit ihr ein machtvolles Dreigespann, das den Norden des Heiligen Königreichs kontrolliert.
Nach außen gibt Kelart sich gütig, höflich und lächelnd, doch gilt sie im Inneren als berechnende Strategin mit ausgeprägter Härte.
Inoffiziell wird sie daher als „furchterregendste Frau des Heiligen Königreichs“ bezeichnet.
Kelarts Charakter steht im deutlichen Kontrast zu dem ihrer Schwester Remedios.
Während Remedios impulsiv, geradlinig und oft unüberlegt handelt, ist Kelart ausgesprochen vernünftig, analytisch und berechnend.
Sie ist extrem loyal gegenüber Calca Bessarez und ihrer eigenen Familie.
Wer Calca, Remedios oder ihre Angehörigen bedroht, lernt Kelarts gnadenlose Seite kennen: Sie ist zu brutalen, eiskalten Vergeltungsmaßnahmen bereit und scheut keine Gewalt, sofern sie ihre Lieben schützt.
Gegenüber dem Adel des südlichen Teils des Heiligen Königreichs, der Calcas Herrschaft ablehnt, hegt sie tiefen Hass und Verachtung.
Solche Adlige sieht sie nur als Ziel, das zu stürzen ist, und sie wartet geduldig auf jede Gelegenheit, sie politisch oder existenziell zu ruinieren.
Interessant ist die Parallele zu ihrer Schwester:
Beide besitzen einen zugespitzten Fanatismus – Remedios in offener, Kelart in kalkulierter Form.
Kelart wirkt im Alltag wie eine freundliche, nachsichtige Priesterin, die gerne vergibt und beschwichtigt.
Doch dieses Lächeln ist bewusst eingesetzt – hinter der Fassade verbirgt sich eine Frau, die kühl plant, intrigiert und langfristig Ziele verfolgt.
Im offiziellen Charakterprofil des 13. Bandes von „Overlord“ trägt sie den sinnbildlichen Beinamen „Außen wie ein Bodhisattva, innen wie ein Yaksha“.
Schon im Kanon wird angedeutet, dass viele im Süden glauben, Calcas Thronbesteigung sei nur durch tiefe Verflechtungen mit der Priesterschaft und durch Kelarts verdeckte Machenschaften möglich gewesen.
Auch aus Autorenaussagen geht hervor, dass Kelarts „Karma-Wert“ deutlich niedriger ist als der ihrer Schwester oder von Calca.
Sie ist also moralisch weit grauer und kompromissloser, als ihre fromme Rolle es vermuten lässt.
Obwohl sie Priesterin ist, zeigt sie stark strategische und taktische Neigungen – eher wie eine Chefberaterin oder Stabschefin im Hintergrund als eine reine Geistliche.
Ihre Feindseligkeit gegen Untote ist ausgeprägt, und das Reich des Ainz Ooal Gown, das von einem mächtigen Untoten beherrscht wird, ist ihr zutiefst zuwider.
Optisch ähnelt Kelart ihrer älteren Schwester Remedios deutlich: beide sind attraktive Frauen mit langen, bis zur Taille reichenden braunen Haaren.
Kelart trägt zudem einen weißen Haarreif, der dem ihrer Schwester gleicht, was ihre Verwandtschaft auf den ersten Blick sichtbar macht.
Der Unterschied liegt in den Feinheiten: die Linien ihrer Augenwinkel, die Form ihrer Mundwinkel und ihr Blick verleihen ihr beim Lächeln einen deutlich berechnenden, „hintergründigen“ Eindruck.
Während Remedios offen wirkt, hinterlässt Kelart den Eindruck, stets etwas im Schilde zu führen – es genügt ein Lächeln, um diese Wirkung hervorzurufen.
Ihre Kleidung ist jene einer mustergültigen Priesterin:
Sie bedeckt ihren Körper vollständig, ohne auch nur ein bisschen Haut zu zeigen, und verzichtet sogar auf jede Art von Schlitz oder betont weibliche Akzente.
Farblich spiegelt ihr Gewand ihre Persönlichkeit wider:
Die äußere Hülle ist in reinen, weißen Tönen gehalten, wie es im Heiligen Königreich üblich ist, doch das Innenfutter ihrer Kleidung ist überwiegend schwarz.
Dieser Kontrast aus weiß außen und schwarz innen wirkt wie ein visuelles Symbol für ihre „helle Fassade und dunkle Gedanken“.
Illustrationen zeigen Kelart häufig mit einem leicht „bösen“ Lächeln, was diesen Eindruck zusätzlich verstärkt.
Kelart ist eine reine Unterstützungs- und Wunderwirkerin von außergewöhnlicher Qualität.
Ihr Talent als Priesterin übertrifft viele bekannte Figuren in benachbarten Ländern.
Offiziell heißt es, dass sie Glaubensmagie bis zur vierten Stufe wirken kann.
In Wahrheit beherrscht sie jedoch Zauber bis zur fünften Stufe und hat damit die sogenannte „Heldenebene“ erreicht.
In ihrer Rolle als Priesterin gilt sie als eine der stärksten reinen Klerikerinnen aller umliegenden Nationen.
Sie übertrifft damit sogar Lakyus Alvein Dale Aindra aus der Adamantit-Abenteurergruppe „Die Blauen Rosen“, zumindest was reine Priesterfähigkeiten betrifft.
Nur sehr wenige wissen von ihrer tatsächlichen Stärke – die meisten halten sie „nur“ für eine hochrangige, aber nicht überragende Priesterin.
Dieses Missverständnis verschafft ihr einen strategischen Vorteil, da ihre Gegner sie regelmäßig unterschätzen.
Wichtige Zauber (Auswahl)
„Wunden öffnen“
Ein Zauber unbekannter Stufe, der bestehende Verletzungen verschlimmert und Wunden wieder aufreißt.
Er ist klar destruktiv und passt zu ihrer unerbittlichen Seite.
„Schockwelle“
Erzeugt unsichtbare Druckwellen in der Luft, die auf den Gegner zuschießen.
Die Wirkung ist so stark, dass sogar Vollplattenrüstungen deutlich eingedrückt werden können.
„Blendung“
Versetzt den Gegner in einen Zustand der Blindheit.
Kelart kann diesen Zauber nutzen, um Gegner gezielt kampfunfähig zu machen.
„Heiliger Strahl“
Ein heiliger Zerstörungsstrahl, der auf das Ziel abgefeuert wird.
Besonders wirksam gegen unheilige oder dämonische Gegner.
„Tote erwecken“ (fünfte Stufe)
Dies ist der niedrigste der Wiederbelebungszauber, aber trotzdem äußerst mächtig.
Die Reinkarnation kostet dem wiederbelebten Körper enorme Lebensenergie, sodass schwächere Abenteurer fast sicher zu Staub verfallen würden.
Die Wirksamkeit dieses Zaubers ist zusätzlich davon abhängig, dass der Körper des Verstorbenen in erreichbarer Nähe ist.
Stark beschädigte oder verstümmelte Leichen lassen sich nur schwer oder gar nicht mehr zurückholen.
Kelart und Remedios bilden gemeinsam die „beiden Flügel“ von Calca Bessarez.
Remedios steht dabei für die militärische, sichtbare Gewalt von vorne, Kelart dagegen für die strategische, politische und religiöse Unterstützung im Hintergrund.
Kelart ist maßgeblich daran beteiligt, dass Calca als junge Frau den Thron überhaupt halten kann.
Während Remedios Calca mit Schwert und Schild verteidigt, stabilisiert Kelart deren Herrschaft durch Planung, Intrige und Einflussnahme im Tempelapparat.
Der Norden des Heiligen Königreichs steht fest unter der Kontrolle dieses Trios: Calca als Königin, Kelart als Priesterführerin und Remedios als Kommandantin der Heiligen Ritter.
Im Süden hingegen sammeln sich adlige Gegner, welche die Königin und insbesondere ihre Nähe zu der mächtigen Priesterschaft ablehnen.
Diese südlichen Adligen fürchten Kelart jedoch so sehr, dass sie Calca nicht offen angreifen.
Denn jeder, der die Heilige Königin anrührt, riskiert, von Kelart „exemplarisch“ vernichtet zu werden.
Zu Remedios Custodio
Kelart ist zwei Jahre jünger als Remedios Custodio.
Trotz stark unterschiedlicher Charaktere ist ihre Beziehung von gegenseitiger Zuneigung und tiefem Vertrauen geprägt.
Remedios nennt ihre Schwester eine „Dreifachbegabte“, der die Götter Intelligenz, Talent und Schönheit im Übermaß geschenkt hätten.
Im Land sind die beiden zusammen unter dem Namen „Die genialen Schwestern Custodio“ bekannt.
Kelart übernimmt häufig die Rolle derjenigen, die die impulsive Schwester ausgleicht, unterstützt oder deckt.
Allerdings ist sie dabei so nachsichtig, dass sie Remedios’ Schwächen kaum anspricht – und genau darin liegt einer ihrer größten Fehler als Strategin.
Zu Calca Bessarez
Calca Bessarez ist nicht nur Kelarts Königin, sondern auch ihre Herrin und enge Freundin.
Kelart verehrt sie nahezu fanatisch und ist bereit, für Calca alles zu riskieren.
Für Kelart ist Calca die Person, der sie politisch, moralisch und emotional ihre Loyalität geschenkt hat.
Ihre Liebe zu Calca ist so stark, dass sie die Defizite der Königin als Herrscherin bewusst übersieht und lieber im Hintergrund „aufräumt“, statt Calca zur Härte zu zwingen.
Diese Haltung macht Kelart zu einer Art „Übermutter“, die ihre Schützlinge um jeden Preis beschützen will, auch vor unangenehmen Wahrheiten.
Dadurch verhindert sie jedoch, dass Calca sich als Herrscherin weiterentwickelt und stärker wird.
Zu Caspond Bessarez
Caspond Bessarez, Calcas Bruder, spielt v. a. nach Kelarts Tod eine Rolle.
Die Überreste von Kelart gelangen nach ihrer Befreiung in seine Hände.
Caspond ist so erschüttert vom Zustand von Kelarts Leichnam, dass er sich gegen ein großes Staatsbegräbnis entscheidet.
Wie bei Calca lässt er sie stattdessen diskret einäschern – aus Respekt und um ihr Andenken in würdigem Rahmen zu bewahren.
Zu Neia Baraja
Neia Baraja begegnet Kelart erst, als diese bereits tot ist.
Neia findet Kelarts abgetrennten Kopf in der Burg von Kalinsha, wo er von einem kopflosen Dämon als eine Art magisches „Diadem“ missbraucht wird.
Als Neia am eigenen Leib die von Kelarts Kopf ausgehende Magie spürt, versteht sie unmittelbar, warum Kelart den Ruf eines Genies genoss.
Trotz des grausigen Zustands erkennt sie in ihr die außergewöhnliche Priesterin, die sie zu Lebzeiten war.
Angriff von Jaldabaoth
Während der Invasion des Dämonenkaisers Jaldabaoth und seiner Monsterarmee auf das Heilige Königreich kommt es zum entscheidenden Konflikt.
Als Jaldabaoths Streitkräfte die gewaltigen Mauern des nördlichen Festungsstadt Kalinsha durchbrechen, schließen sich Kelart, Calca und Remedios persönlich der Verteidigung an.
Kelart bespricht mit Calca die Lage und weist nüchtern darauf hin, dass weniger die Verluste an Menschenleben als vielmehr die immensen Kriegskosten langfristig problematisch sein könnten.
Ihre Art zu argumentieren zeigt, dass sie über rein militärische Aspekte hinaus denkt und stets die Gesamtstabilität des Reiches im Blick hat.
Im Gespräch mit Calca äußern Kelart und Remedios abfällige Bemerkungen über Untote.
Calca rügt beide dafür und bringt sie damit für einen Moment aus dem Konzept, was einen seltenen Einblick in Kelarts „menschlicheres“ Gesicht liefert.
Kurz darauf taucht Jaldabaoth vor Ort auf.
Remedios stürmt als Erste vor, Calca und Kelart folgen ihr mit einer Auswahl an Elitewachen und den besten Priestern des Tempels.
Kelart greift gemeinsam mit Calca Jaldabaoth mit Magie an, doch ihre Angriffe prallen wirkungslos ab.
Auch Remedios kann Jaldabaoth nur kurzzeitig zurückstoßen, ohne ihn zu verwunden.
Jaldabaoth enthüllt daraufhin seine wahre, viel furchterregendere Gestalt.
Kelart beschwört Engel und lässt sie in die Offensive gehen, doch Jaldabaoth vernichtet die himmlischen Wesen mit einem einzigen Schlag.
Als Jaldabaoth Kelart und Calca als Hauptziele ins Visier nimmt, erkennt Remedios die Gefahr.
Sie befiehlt den Rückzug, doch Jaldabaoth nutzt einen hochrangigen Teleportationszauber, holt die Fliehenden ein und tötet Kelarts Priesterbegleitung vollständig.
Kelart selbst überlebt zunächst schwer verletzt und wird zusammen mit Calca gefangen genommen.
Von diesem Zeitpunkt an gelten sie beide als vermisst.
Enthüllung ihres Todes
Lange Zeit bleibt unklar, was genau mit Kelart passiert ist.
Für Remedios ist sie die letzte Hoffnung, Calca mittels Wiederbelebungsmagie ins Leben zurückzuholen.
Später, in der Burg von Kalinsha, enthüllt sich das Schicksal der höchsten Priesterin.
Dort begegnen der Insektenprinz Buser (Buseru, hier als Prinz der Blau-Maden beschrieben), Neia Baraja und die Kampfmaid CZ2128 Delta einem kopflosen Dämon namens „Kronendämon“.
Dieser Dämon trägt auf seinem Rumpf mehrere Köpfe wie Schmuck – darunter den von Kelart Custodio und den von Buserus erster großer Liebe, einer Subhuman-Frau.
Kelarts Gesicht ist Ausdruck innerer Leere: die Augen nach oben verdreht, der Mund halb geöffnet, völlig entstellt und ohne Bewusstsein.
Der Dämon verwendet Kelarts Kopf wie ein magisches Artefakt und wirkt durch ihn Zauber, die sie zu Lebzeiten beherrschte.
Das ist eine grausame Ironie: Die begnadete Strategin und Priesterin wird auf ihr „gutes Gehirn“ reduziert und als Werkzeug der Hölle missbraucht.
Neia Baraja, die von diesen Zaubern getroffen wird, erkennt dabei sofort die enorme Qualität der Magie.
Sie versteht, warum Kelart den Ruf einer genialen Priesterin genießt, obwohl sie ihr nur in dieser entwürdigenden Form begegnet.
Nach Jaldabaoths Niederlage gelingt es Neia und ihren Verbündeten, Kelarts Überreste zu bergen.
Ihr Leichnam – soweit noch vorhanden – wird schließlich an Caspond Bessarez übergeben.
Angesichts des schrecklichen Zustandes, in dem Kelarts Körper gefunden wurde, entscheidet man sich, wie schon bei Calca, gegen ein großes Staatsbegräbnis.
Stattdessen wird sie still und würdevoll verbrannt.
Auswirkungen ihres Todes
Kelarts Tod ist ein Katastrophenpunkt, vor allem für Remedios.
Bereits von Schuldgefühlen und traumatischen Erlebnissen zermürbt, verliert sie mit Kelart nicht nur ihre Schwester, sondern auch ihre moralische und intellektuelle Stütze.
Der Anblick von Kelarts verstümmelten Überresten zerstört Remedios’ letzten emotionalen Halt.
Ihr geistiger Zustand bricht endgültig zusammen, sie wird zur gebrochenen, geisterhaften Figur, die kaum noch in der Lage ist, Verantwortung zu tragen.
Darüber hinaus verschwinden mit Kelart die letzten Rettungsmöglichkeiten für Calcas Seele aus Sicht der „klassischen“ Priesterschaft.
Der Traum, die Heilige Königin durch Wunder zurückzuholen, wird begraben.
Politisch bedeutet Kelarts Tod, dass der Norden des Heiligen Königreichs seine wichtigste Strategin verliert.
Die ohnehin erschütterte Ordnung des Reiches sackt noch weiter in Chaos und Schwäche ab.
Kelart verfügt über extrem dichte, interessante Hintergrundinformationen, tritt aber im Vergleich zu Calca und Remedios relativ selten persönlich auf.
Ihr lebendiger Auftritt beschränkt sich fast vollständig auf den Beginn des Heiligen-Königreichs-Arcs.
Während Remedios durch ihr Überleben und späteren Auftritte präsent bleibt und Calca durch ihren furchtbar verstörenden Tod (Stichwort „Heiliger Knüppel“) einen bleibenden Eindruck hinterlässt, verblasst Kelart für viele Leser ein wenig.
Sie ist am Anfang kurz brillant präsent, verschwindet dann, und kehrt nur als grausam misshandelter Kopf in einer Burg zurück.
Calca bleibt durch ihren Status als Königin und Erwähnungen in Dialogen und Erzähltexten im Fokus der Handlung.
Kelarts Name fällt dagegen danach fast gar nicht mehr, obwohl sie in der Welt selbst eine Schlüsselfigur gewesen ist.
Ihr einziger illustrativer Auftritt in den Büchern zeigt sie in voller Priesterkleidung mit kurz aufblitzendem, düsterem Lächeln – und genau dieses Bild hat ihren Kern perfekt eingefangen.
Wer sich näher mit ihr beschäftigt, erkennt in Kelart eine der tragischsten und zugleich faszinierendsten Nebenfiguren des Heiligen Königreichs.
Auf den ersten Blick scheint Kelart kaum echte Schwächen zu besitzen:
Sie ist hochintelligent, fachlich überragend, politisch geschickt und persönlich loyal.
Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich eine zentrale, gefährliche Schwäche: Sie ist gegenüber ihren Liebsten zu nachsichtig.
Fehler in ihrem engsten Kreis spricht sie nicht klar genug an, sondern kompensiert sie lieber selbst im Hintergrund.
Gerade Calca ist als Herrscherin unerfahren und zu weich, um harte Entscheidungen zu treffen.
Kelart weiß das und erkennt die Risiken, aber anstatt Calca zu konfrontieren, versucht sie, die Folgen stets selbst zu korrigieren.
Ähnliches gilt für Remedios:
Als diese eines Tages offen sagt, dass die Verantwortung für politische Fehlentwicklungen bei Kelart liege – nicht bei Calca –, nimmt Kelart diesen Vorwurf schweigend hin.
Sie weist ihre Schwester nicht zurecht und übt keine „erzieherische“ Strenge aus.
So entsteht eine gefährliche Dynamik:
Calca bleibt zu mild, Remedios zu brachial, und Kelart trägt die Last, ohne die beiden nachhaltig zu verändern.
Man kann Kelart daher durchaus als eine Art „Monster-Elternteil“ ihrer kleinen, elitären Familie betrachten – sie verteidigt ihre Liebsten bedingungslos, verhindert durch diese Überfürsorge aber deren Reifung.
Im Nachhinein lässt sich argumentieren, dass gerade diese blinde Nachsicht einen Anteil am tragischen Untergang des Heiligen Königreichs hatte.
Hätte Kelart ihre geistige Überlegenheit genutzt, um auch innerhalb der eigenen Reihen härter, ehrlicher und konsequenter zu sein, wäre der Verlauf der Geschichte möglicherweise völlig anders verlaufen.
Doch so bleibt sie als geniale, tragische Figur in Erinnerung, deren größte Stärke – ihre Liebe zu den Ihren – gleichzeitig ihre entscheidende Schwäche wurde.
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