Cocco Doll ist ein männlicher Nebencharakter aus dem Fantasy-Franchise Overlord und der Leiter der Abteilung für Sklavenhandel der kriminellen Organisation „Acht Finger“ im Königreich Re-Estize.
Er ist ein Verbrecherboss der Unterwelt, dessen Geschäft durch politische Reformen in den Niedergang geriet und der schließlich von der Großen Gruft von Nazarick unterworfen wurde.
Cocco Doll ist der Sklavenhandels-Abteilungsleiter der „Acht Finger“, einer Organisation, die die Unterwelt des Königreichs Re-Estize dominiert.
Durch die Abschaffung der Legalität des Sklavenhandels wurde seine Abteilung von einem einträglichen Geschäft zu einer sterbenden Branche.
Er spricht in einer auffälligen, weiblich gefärbten, „Onkelz“-artigen Art und Weise und fällt durch sein extravagantes Auftreten auf.
Trotz seines überzeichneten Verhaltens besitzt er einen guten Geschäftssinn und ein feines Gespür für kommende Gefahren.
Seine deutsche Synchronstimme wird im Original durch den Sprecher Yoshimitsu Shimoyama (japanische Fassung) dargestellt; im Text ist die japanische Besetzung mit Shimoyama angegeben.
Innerhalb der Handlung wird er von seinen Mitstreitern der „Acht Finger“ sowohl gefürchtet als auch belächelt.
Cocco Doll ist ein glatzköpfiger Mann mit starkem Make-up, der bewusst weiblich wirkende Mimik, Gestik und Sprache nutzt.
Sein Stil wirkt schrill, theatralisch und setzt ihn deutlich von anderen Kriminellen der Unterwelt ab.
Er ist offen als Männerliebhaber dargestellt und zeigt besonders starkes Interesse an Climb, dem Leibgardisten der Prinzessin.
Bei ihrer Begegnung macht er diesem unverhohlen zweideutige Avancen, was Climb sichtbar irritiert und abstösst.
Hinter seiner affektierten Art verbirgt sich jedoch ein sehr pragmatischer, berechnender Charakter.
Er denkt in Gewinnen, Risiken und Opportunitäten und versucht, selbst in Krisen seine Position zu sichern.
Er hegt einen tiefen Groll gegen Prinzessin Renner Theiere Chardelon Ryle Vaiself, da ihre Reformen den Sklavenhandel im Königreich illegal machten.
In seinen eigenen Worten bezeichnet er sie als „das nervigste Weib auf der Welt“ und macht sie für den Niedergang seines Geschäfts verantwortlich.
Cocco Doll ist der Leiter der Sklavenhandelsabteilung innerhalb der „Acht Finger“.
Diese Organisation kontrolliert nahezu alle kriminellen Aktivitäten im Königreich Re-Estize, von Drogen über Menschenhandel bis hin zu Prostitution und Schmuggel.
Sein Verantwortungsbereich umfasst den Handel mit und die „Verwaltung“ von Sklaven sowie die Kooperation mit Bordellen.
Durch die von Renner durchgesetzte Illegalisierung des Sklavenhandels gerät seine Abteilung jedoch stark unter Druck und verliert an Macht und Profit.
Früher konkurrierte Cocco Doll heftig mit anderen Abteilungsleitern, etwa mit Hilma Cygnaeus, und es kam regelmäßig zu gegenseitigen Intrigen.
Nach der Unterwerfung der „Acht Finger“ durch Nazarick veränderte sich diese Dynamik jedoch drastisch.
Zu Prinzessin Renner entwickelt Cocco Doll offenen Hass, weil sie seine Geschäftsgrundlage mit einem Federstrich zerstört.
Er kennt auch Climb als ihren Leibgardisten und verknüpft seinen Groll gegen Renner mit einem sehr unpassenden, schwärmerischen Interesse an Climb.
Im Rahmen der „Acht Finger“ steht er in einer beruflichen Rivalität zu anderen Abteilungsleitern.
Mit Hilma Cygnaeus und den übrigen Führungspersonen verbindet ihn zunächst eher Misstrauen als echte Loyalität.
Nachdem seine Kollegen von Nazarick unterworfen, „umerzogen“ und zu Sklaven der Großen Gruft gemacht wurden, betrachten sie Cocco Doll mit einer eigenartigen Mischung aus Mitleid und Neid.
Da er aufgrund seiner Gefangenschaft zunächst nicht in die Hände von Nazarick gefallen ist, nennen sie ihn „Glückspilz“, weil er die dämonische „Waschung“ nicht ertragen musste – zumindest vorerst.
Frühe Auftritte
Cocco Doll tritt erstmals in der Romanfassung im fünften Band auf.
Zu diesem Zeitpunkt steht seine Abteilung bereits unter starkem Druck, da der Sklavenhandel im Königreich offiziell verboten wurde.
In einem von ihm kontrollierten Bordell kommt es zu Problemen mit einigen Frauen, die als „Entsorgungsfälle“ betrachtet werden.
Um das Bordell zu schützen und seine Geschäfte nicht weiter zu gefährden, wendet er sich in einer regulären Sitzung der „Acht Finger“ an Zero, den Anführer der Gruppe.
Er bittet Zero darum, ihm für den Schutz des Bordells einen der berühmten Kämpfer der Unterorganisation „Sechs Arme“ zur Verfügung zu stellen.
Zero geht darauf ein und stellt ihm Succulent als Leibwächter zur Seite, um mögliche Angriffe abzuwehren.
Bemerkenswert ist, dass Cocco Doll die zunehmende Gefahr erkennt und aktiv versucht, sich zu schützen.
Diese Voraussicht zeigt, dass er trotz des Niedergangs seines Geschäfts keineswegs naiv ist und die Lage realistisch einschätzt.
Konfrontation mit Climb, Brain und Sebas Tian
Der kritische Wendepunkt tritt ein, als Climb gemeinsam mit Brain Unglaus und Sebas Tian das Bordell stürmt, das unter Cocco Dolls Kontrolle steht.
Ihr Ziel ist es, Opfer des Sklavenhandels und der Prostitution zu befreien.
Cocco Doll trifft im Bordell direkt auf Climb und macht diesem aufdringliche, eindeutig zweideutige Komplimente.
Climb reagiert abweisend und verstört, was den Charakterkontrast zwischen ihm und Cocco Doll noch stärker hervorhebt.
Succulent, der von Zero bereitgestellte Leibwächter und Mitglied der „Sechs Arme“, stellt sich den Eindringlingen entgegen.
Es gelingt ihm zunächst, Climb erheblich unter Druck zu setzen und beinahe zu besiegen.
Doch dann erscheint Brain Unglaus und übernimmt den Kampf.
Brain besiegt Succulent, was den Schutzschild um Cocco Doll effektiv zusammenbrechen lässt.
Ohne einen fähigen Leibwächter hat Cocco Doll keine Chance gegen Sebas Tian.
Sebas setzt ihn mit Leichtigkeit außer Gefecht, schlägt ihn bewusstlos und sorgt dafür, dass Cocco Doll gefangen genommen und inhaftiert wird.
Gefangenschaft und „Glück“ vor der Unterwerfung durch Nazarick
Nach seiner Gefangennahme wird Cocco Doll in einem Gefängnis des Königreichs Re-Estize festgehalten.
Während dieser Zeit breiten sich die Einflüsse der Großen Gruft von Nazarick im Hintergrund weiter aus.
Während der Ereignisse um das große Feuerinferno (Gehenna) und die darauffolgende Unterwerfung der „Acht Finger“ durch Nazarick wechseln seine Kollegen die Seite.
Sie geraten in den direkten Einfluss von Ainz Ooal Gown und seinen Dienern und werden buchstäblich durch Folter, Angst und Manipulation „umerzogen“.
Hilma Cygnaeus und die anderen Abteilungsleiter werden zu gehorsamen Werkzeugen Nazaricks und leidvolle, von Dämonen dominierte Erfahrungen prägen sie.
Von dieser Perspektive aus erscheint Cocco Dolls Gefangenschaft im Königreich plötzlich als vergleichsweise milde und „glückliche“ Situation.
Da Cocco Doll während dieser Zeit im Gefängnis sitzt, kommt er nicht mit den Dämonen und Folterern von Nazarick in Kontakt.
Seine ehemaligen Kollegen nennen ihn deswegen „Glückspilz“, weil er der „dämonischen Taufe“ entgangen ist – ein zynischer Ausdruck dafür, dass er bisher verschont blieb.
Wiedersehen im Zuge der Invasion durch das Magische Königreich
Im Verlauf der späteren Bände greift das Magische Königreich, das von Ainz Ooal Gown beherrscht wird, das Königreich Re-Estize an.
Während dieser Invasion werden verschiedene wichtige Figuren, darunter auch Cocco Doll, von Kräften des Magischen Königreichs an sichere Orte gebracht.
Cocco Doll wird zusammen mit anderen Abteilungsleitern der „Acht Finger“, darunter Hilma Cygnaeus, verlegt.
Dort kommt es zu einem Wiedersehen mit seinen ehemaligen Rivalen aus der Organisation.
Zu seiner Überraschung stellt er fest, dass die einst zerstrittenen und intriganten Abteilungsleiter auf einmal eine fast schon harmonische Geschlossenheit zeigen.
Statt sich gegenseitig Fallen zu stellen, wirken sie wie ein eingeschworenes Team, das durch gemeinsame Traumata zusammengeschweißt wurde.
Diese neue Einigkeit irritiert Cocco Doll zutiefst.
Er versteht zunächst nicht, was seine Kollegen erlebt haben und warum sie so vollkommen verändert erscheinen.
Kurz darauf klärt sich die Lage auf eine drastische Weise.
Durch ein „Tor“-Zauber (Transferportal) erscheint Shalltear Bloodfallen, eine der mächtigsten Wächterinnen der Großen Gruft von Nazarick.
Shalltear verkündet ruhig, dass nun auch Cocco Doll die „Taufe“ Nazaricks empfangen soll.
Damit ist klar, dass sein vermeintliches „Glück“, der dämonischen Behandlung entgangen zu sein, nun ein Ende findet.
Shalltear nimmt Cocco Doll mit Hilfe des magischen Tores nach Nazarick mit.
Dort soll er, genau wie seine Kollegen, einer „Umerziehung“ und Unterwerfung unterworfen werden, die von den Abteilungsleitern nur als „Waschung“ oder „Taufe“ beschrieben wird.
Cocco Doll verbindet groteske Komik mit echter Bedrohlichkeit: Er ist gleichzeitig ein lächerlich wirkender, überzeichneter Gangster und ein rücksichtsloser Menschenhändler.
Seine Art, in weiblicher Sprache zu sprechen und Männer wie Climb anzuflirten, sorgt immer wieder für schräge, unangenehme Situationen.
Er dient erzählerisch als Symbol für den verrotteten Zustand des Königreichs Re-Estize, in dem Sklavenhandel und Prostitution fest in der Gesellschaft verankert waren.
Durch Renners Reformen und die späteren Eingriffe von Nazarick wird seine gesamte Weltordnung auf den Kopf gestellt.
Seine „Glückspilz“-Phase – die Zeit, in der er wegen seiner Gefangenschaft der Folter durch Nazarick entgeht – ist eine bittere Ironie.
Am Ende holt ihn jedoch dieselbe dunkle Macht ein, die bereits seine Kollegen gebrochen und umgeformt hat.
Gerade dieser Bogen – vom selbstsicheren Unterweltboss über den gefallenen Häftling bis zum „Nachzügler“ der dämonischen Taufe – macht Cocco Doll zu einer bemerkenswerten, wenn auch unangenehmen Figur innerhalb von Overlord.
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